Ab der kommenden Woche können Schülerinnen und Schüler in NRW wieder freier Durchatmen. Dann entfällt die Maskenpflicht im Unterricht.

Diese Regeln gelten ab Dienstag, 2. November:

  • in Klassenräumen müssen die Masken nicht mehr getragen werden
  • in den Fluren und anderen Wegen innerhalb des Schulgebäudes bleibt die Maskenpflicht bestehen
  • bei positiv getesteten Schüler*innen muss nur der/die direkte Sitznachbar*in in Quarantäne (endet frühestens nach fünf Tagen mit negativem PCR-Test)
  • geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler sind dabei von der Quarantäne befreit
  • davon abweichende Regelungen an einzelnen Schulen sind nicht zulässig

Landesschülersprecher empfehlen weiter die Masken

Die Entscheidung der NRW-Gesundheitsministerin Yvonne Gebauer (FDP) war und ist umstritten. Befürworter*innen begrüßen sie als Schritt in Richtung Normalität. Doch die Kritik an ihrem Vorstoß war und ist groß. Die Schüler*innenvertretung NRW empfiehlt Kindern und Jugendlichen, die Masken im Unterricht weiter zu tragen.

Grüne: Entscheidung nur „schwer nachvollziehbar“

Viele Verbände und die Opposition im Düsseldorfer Landtag sehen die Aufhebung der Masken als verfrüht an. So etwa Merdad Mostofizadeh, gesundheitspolitischer Sprecher der Landes-Grünen, der auf die „aktuelle Infektionswelle der Ungeimpften“ verweist. Vor diesem Hintergrund sei die Entscheidung Gebauers „nur schwer nachzuvollziehen“ und berge ein „großes Risiko“.

SPD: Maske für viele „die einzige Schutzmaßnahme“

Kritik kommt auch von der SPD. Die Fraktionsvorsitzende im Landtag, Lisa-Kristin Kapteinat, sprach gegenüber dem WDR davon, dass „die Impfquote bei den zwölf- bis 17-Jährigen zu gering“ sei. Für diese Altersgruppe sei die Maske „die einzige Schutzmaßnahme“ vor einer Infektion.

Schulministerin: Ein „verantwortbarer Schritt“

Gebauer hingegen argumentiert, dass die Impfquote von fast der Hälfte aller Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahren die Aufhebung der Maskenpflicht am Sitzplatz zu einem „verantwortbaren Schritt“ mache.

Sabine Mistler von der Lehrervereinigung Philologenverband NRW warnt indessen davor, dass „der Präsenzunterricht wieder ausgesetzt werden könnte, sollten die Infektionszahlen stark ansteigen“.

In Bayern, das die Maskenpflicht in Schulen als erstes Bundesland gekippt hat, wird aktuell über eine Rücknahme dieser Lockerung diskutiert.