„Gottesdienst im Grünen“ fand diesmal in der Kapelle statt

Gottesdienste im Grünen sind auf dem Gelände der Stiftung Lühlerheim stets gut besucht, weil die Atmosphäre auf der Wiese neben dem großen Teich zur sommerlichen Urlaubsstimmung passt. Ein wenig enttäuscht waren viele Besucher deshalb, als wegen der unsicheren Witterungsverhältnisse der Gottesdienst am Samstag in die Kapelle verlegt wurde.

Für die etwa 150 Besucher aus den Evangelischen Kirchengemeinden Brünen, Drevenack und Schermbeck wurde es eng in dem kleinen Gotteshaus, sodass Pfarrer Hans Herzog den nützlichen Tipp gab, bei den Gebeten „nur innerlich aufzustehen“.

Für die musikalische Untermalung des Gottesdienstes, der sich im Lutherjahr mit der Reformation und dem Leben Martin Luthers befasste, sorgten der von Rudolf Majert-Tinnefeld geleitete Kirchenchor Brünen und eine vereinigte Gruppe von Bläsern der Posaunenchöre aus Wesel-Feldmark und Drevenack unter der Leitung von Hanfried Bossow.

Martin Luther und seine Frau Katharina verteilten am Samstag vor der Kapelle des Lühlerheims kostenlos Brezeln an die Besucher des „Gottesdienstes im Grünen“. Foto: Helmut Scheffler

Zum Höhepunkt des Gottesdienstes wurde der Besuch von Martin Luther und seiner Gemahlin Katharina (geb. von Bora), deren Rollen von Pfarrer Klaus-Hermann Heucher und von der Vikarin Friederike Fischer übernommen wurden. In einem einführenden kurzweiligen Interview, das Pfarrer Joppien mit dem Professor Martin Luther führte, bekannte sich der ehemalige Mönch Luther nicht nur zu seiner eigenen Ehe mit der Ex-Nonne Katharina von Bora, die er 1525 heiratete, sondern auch – zum Entsetzen seiner katholischen Gegner und der Bedenken zahlreicher Wittenberger Bürger – zur Grundsätzlichkeit des von ihm praktizierten Lebensmodells.

Haushalt fest im Griff

Mehrere Male machten sich Schmunzeln und zaghaftes Lachen unter den Zuhörern breit, als Martin Luther und Katharina im Altarraum miteinander plauderten, wobei Luther am Stehpult schreibend auftrat, während Katharina als Hausfrau den Eindruck erweckte, ein ebenbürtiger Partner ihres Mannes zu sein, die den Haushalt fest im Griff hatte. Obwohl sie wegen der vielen Besucher im Hause mit ihrer Arbeit vollauf ausgelastet war, nahm sie sich gerne die Zeit zu theologischen Gesprächen, nicht nur mit ihrem Mann, sondern als einzige Frau auch mit den Studenten oder den Professorenkollegen ihres Mannes.

Apfelschorle

Nach dem Gottesdienst am Samstag bewies Luther, dass er selbst auch Hand anlegen kann, wenn die Besucher beköstigt werden sollen. Vor der Kapelle stand er mit seiner Frau, um kostenlos Brezeln zu verteilen. Dazu wurde Apfelschorle gereicht.

Die Kollekte fand zu Gunsten des Hilfswerkes „Brot für die Welt“ statt, um landwirtschaftlichen Familienbetrieben in Afrika die Chance zu sichern, durch regional erzeugte Produkte den Lebensunterhalt für ihre Familien zu sichern.

Gottesdienste in der Kapelle des Lühlerheims finden an jedem ersten und dritten Samstag im Monat um 18.15 Uhr statt. Am dritten Samstag im Monat wird gemeinsam das Abendmahl gefeiert.

Beim Abschied wurden die Gäste zu einem weiteren Beitrag zum Reformationsjubiläum eingeladen.

Termin Volksbühne Köln 

Die Volksbühne Köln gastiert am 10. September ab 17 Uhr auf dem Drevenacker Kirchplatz mit dem Theaterstück „Ich fürchte nichts ….Luther 2017“. Erwachsene zahlen zehn Euro, Jugendliche einen Euro. Karten sind im Vorverkauf im Gemeindebüro (Tel. 02858/2674) erhältlich. H.Scheffler

 

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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