Die Stiftung Industriedenkmal und Geschichtskultur hat die Lippeauen in Schermbeck als Natur- und Kulturstätten vorgeschlagen.

Das Welterbe-Projekt „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ und Vorschläge zur Gebietsauswahl in der Gemeinde Schermbeck, wird Thema in der kommenden Ratssitzung am 3. November sein.

Das Ruhrgebiet mit seiner Zechenkultur ist etwas Besonderes. Damit das nach dem Bergbau-Ende so bleibt, will das Land über die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste bestimmte Bereiche und Orte schützen. Mittlerweile gibt es rund 46 Natur- und Kulturstätten in Deutschland.

Lippeauen Schermbeck Luftaufnahme
Die Lippeauen Schermbeck. Foto: Helmut Scheffler

Eine der Besonderheit der schützenswerten Region könnte, wenn es für die industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet als UNESCO-Kulturerbe anerkannt wird, dann auch auf dem Gebiet von Schermbeck, die Lippe und Wesel-Datteln-Kanal als Wasserstraße sein.

Angestrebtes Bewerbungsverfahren

Dazu liegt der Gemeindeverwaltung ein angestrebtes Bewerbungsverfahren für die Anerkennung als Weltkulturerbe „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ vor. Die Verwaltung unterstütze zwar die Bewerbung der „Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ für die Fortschreibung der Tentativliste „UNESCO-Welterbe“, aber es gibt auch laut Rainer Eickelschulte Vorbehalte.

Unter anderem, dass den Eigentümern und Bewirtschaftern der betroffenen Grundstücke, Gewässer und Gebäude auch in den Pufferzonen und Sichtachsen aus der Bewerbung und Unterschutzstellung Kosten entstehen und sie unbefristet keinerlei zusätzliche Ausbau-, Nutzungs-, oder Werteinschränkungen mehr haben.

Luftbild-Lippeauen-Schermbeck-Damm
Lippeauen Schermbeck-Damm. Foto HSch.

Einschränkungen und Risiken

Die Gemeinde Schermbeck fordert Chancen und Potenziale ebenso wie die Einschränkungen und Risiken zu diesem Projekt.

Der Grund: Nur so könne Schermbeck einen Mehrwert aus eigenständiger Identität in diesem Gesamtprojekt entwickeln, sodass durch die Unterschutzstellung unbefristet keinerlei zusätzliche Ausbau-, Nutzungsoder Werteinschränkungen für die Gemeinde entstehen dürfen.

Sicherung eigener Zukunftsprojekte

Als Beispiel spreche laut Eickelschulte beispielsweise unter anderem der geplante Kanuanleger an der Lippe auf dem eigenen Gemeindegebiet. Hier möchte die Verwaltung, nicht wie bei vielen anderen beteiligten Kommunen, nicht nur eine vorbehaltlose Zustimmung signalisieren, sondern die Sicherung seiner eigenen Zukunftsprojekte und Entwicklungen einfordere.

Als einen großen touristischen Mehrwert für Schermbeck sieht Eickelschulte das Projekt nicht. „Bei Region der Lippe handelt es sich über sehr überschaubarer Effekte, da erfahrungsgemäß nur markante Bau-und Industriedenkmäler Auswirkungen auf den Tourismus zeigen“, so Eickelschulte.

Der Beschluss wird dem neu gewählten Rat der Gemeinde Schermbeck bereits in seiner ersten Sitzung zur Beschlussfassung vorgelegt.

Lippeauen – Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet

Die Lippeauen – Der Industriestandort wurde durch die untertätige Formation des Ruhrkohlebeckens bestimmt, das ein Gebiet von 120 km inOst-West Richtung und 70 km in Nord-Süd-richtung umfasste und auf drei Seiten von großen Flüssen (Ruhr, Rhein und Lippe) begrenzt wird. Dies war die ausschlaggebende Basis für die Entwicklung einer großmaßstäblichen Verbundlandschaft, die für die masive industrielle Produktion erforderlich war.

Soll das ganze Ruhrgebiet Kulturerbe werden?

Nein. Es geht hier ausdrücklich nicht um das gesamt Ruhrgebiet, sondern vielmehr um das Hervorzuheben repräsentativer Elemente und Strukturen, die ddie industrielle Kulturlandschaft weltweit so einzigartib machen.

Beispielsweise die Zeche Fürst Leopold, Schacht 1 und 2 (Fördergerüst mit Doppelmaschinenhaus) und weitere Zechengebäude sowie Zechensiedlungen).

Der Vorschlag bezieht sich auf einen Landschaftsraum in Form eines schlanken Gebildes, das durch Ruhr Rhein Lippe, Emscher, Kanäle und Eisenbahnlinien und in funktionaler Verknüpfung-durch ausgewählte Baudenkmale des Bergbaus und der Eisen- und Stahlindustrie und durch industriebedingte Siedlungen, Halden und Polder gekennzeichnet ist.

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