Tabletten und Mittelchen gegen Erkältungen und Grippen gibt es in den unterschiedlichsten Formen. Nicht immer hilft vieles gegen viel und auch nicht gegen alles.

Nur was, wann, und wogegen hilft, darüber klärte  zum siebten Mal der Europäische Antibiotikatag statt (www.ecdc.europa.eu/de). Ziel der Veranstaltung war, dass hier über die umsichtige Anwendung von Antibiotika informiert werden sollte.

„Häufig werden Antibiotika in Fällen angewendet, in denen es nicht oder nicht in dem Umfang erforderlich wäre. Je mehr Antibiotika verwendet werden, desto eher entwickeln sich antibiotika-resistente Bakterien, also Keime, die unempfindlich gegenüber Antibiotika geworden sind“, so Dr. Martin Binder, Leiter des Fachdienstes Gesundheitswesen im Kreis Wesel.

Bei Entzündungen

Antibiotika wirken nur bei Entzündungen und Erkrankungen, die durch Bakterien verursacht werden (z.B. Scharlach, Furunkel, Lungenentzündung,…).

Antibiotika wirken jedoch nicht bei Infektionen durch Viren. Viren verursachen die folgenden häufigen Erkrankungen:

– Erkältung bzw. grippale Infekte (virale Infekte der oberen Atemwege)

– Halsschmerzen bzw. Rachenentzündung (virale Pharyngitis); Ausnahme: Streptokokken-Infekt des Mandel-Rachenraums

– Husten (virale Bronchitis)

– Schnupfen

Antibiotika können auch schädlich sein

Bei all diesen Erkrankungen (virale Infektionen) helfen Antibiotika nicht. Sie sind sogar eher schädlich (Risiko der „Züchtung“ von antibiotikaresistenten Keimen, Störung der Darmflora,…). Antibiotika können auch nicht die Übertragung der Viren auf andere Menschen verhindern.

Folgende Maßnahmen helfen bei viralen Infektionen, die Beschwerden zu lindern und die Verbreitung der Viren zu vermeiden:

– viel Flüssigkeit trinken,

– sich schonen (kein Sport, keine körperliche Belastung…) und zuhause bleiben,

– häufiges und gründliches Händewaschen,

– Ärzte/Ärztinnen und Apotheker/innen können Mittel empfehlen/verschreiben, die die Beschwerden lindern. Mittel, die verschreibungspflichtig sind, helfen bei Fieber und Schmerzen, die bei Erkältungskrankheiten auftreten.

Erkältungskrankheiten sind bei ansonsten gesunden Erwachsenen und Kindern meist nach ein bis zwei Wochen ausgestanden, manchmal kann es einige Wochen dauern, bis die letzten Beschwerden abgeklungen sind.

Regelmäßiges Händewaschen
Regelmäßiges Händewaschen verringert die Gefahr einer Ansteckung – Foto/RediSu / pixelio.de

 

Besser einen Arzt aufsuchen

In bestimmten Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden, insbesondere, wenn die Erkrankung nach vier Tagen schlimmer wird oder, wenn:

– das Fieber ansteigt,

– wiederholt Fieberspitzen über 38,5 °C auftreten,

– Atembeschwerden wie eine schnelle, flache Atmung auftreten,

– starke Schmerzen auftreten,

– die Erkältung nach 2 Wochen nicht abgeklungen ist.

Vorbeugung

Um Erkältungen und grippalen Infekten vorzubeugen, sollten Hände in der Erkältungszeit häufig gewaschen werden, denn hierdurch kann das Risiko einer Ansteckung um bis zu 50 % gesenkt werden. Erkältete Menschen sollten Abstand von anderen halten, sodass eine Ansteckungsgefahr minimiert wird. Impfungen schützen!

Wenn Antibiotika bei einer bakteriellen Infektion verschrieben werden müssen, sollten diese genau so eingenommen werden, wie Sie verschrieben wurden, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

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