Im Café Holtkamp gab es wertvolle Tipps zum Anschluss an das Glasfasernetz

Schermbeck Zwar wurde im Ortsteil Gahlen noch nicht mit dem Verlegen der Glasfaseranschlüsse begonnen, aber die Bürger sollten nach den teilweise schlechten Erfahrungen im benachbarten Schermbeck gut vorbereitet sein auf den Augenblick, in dem ein Anschluss des eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung ansteht. Aus diesem Grund hatte der Gahlener Heimatverein zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die am Donnerstagabend im Gahlener Café Holtkamp stattfand.

„Wir bekommen kein Geld von der Deutschen Glasfaser; wir arbeiten ehrenamtlich“, stellte der Heimatvereinsvorsitzende Jürgen Höchst bei der Begrüßung der etwa 60 Besucher fest, nachdem in der Vergangenheit wiederholt offen der Verdacht geäußert worden war, dass er und die beiden Mitorganisatoren Günter Sprenger und Jörg Juppien von der DG bezahlt würden.

Der Brichter IT-Fachmann Günter Sprenger (stehend) informierte die Besucher einer Informationsveranstaltung im Café Holtkamp über all das, was bei einem Anschluss an das Glasfasernetz beachtet werden sollte. Foto: Helmut Scheffler

„Wir möchten verhindern, dass es bei der Inbetriebnahme des Internets oder der Telefonie zu unnötigen Verzögerungen kommt“, begründete Jörg Juppien das Angebot der Informationsveranstaltung, in deren Verlauf neben Fragen zum Vertrag vor allem die anstehende Hausbegehung vor der Installation und die Vorgehensweise bei der Inbetriebnahme besprochen wurden.

Fast eineinhalb Stunden lang beantwortete Günter Sprenger Fragen zur Vorgehensweise bei der Umstellung auf Glasfaser. Am Ende stand für viele Teilnehmer fest, dass es für Laien sehr schwierig ist, bei Hausbegehungen die Vorschläge des Unternehmens zu beurteilen, und dass es sinnvoll ist, einen Fachmann zur Hausbegehung einzuladen. Denn die Probleme beginnen in vielen Haushalten genau dort, wo die bauausführende Firma den Hausübergabepunkt (HÜP) anbringen möchte. Das ist aus der Sicht der Firma in der Regel der nächste Punkt zum Glasfaserstrang auf der Straße vor dem Haus, was aber unter den besonderen Bedingungen eines jeden Hauses nicht immer sinnvoll ist. Hier können sich die Kosten, die man für den begleitenden Fachmann bezahlen muss, schnell amortisieren durch brauchbare und kostensparende Ratschläge.

Im ersten Teil seiner Ausführungen befasste sich Sprenger mit der Frage, ob es sinnvoll ist, einen Glasfaserrouter oder eine Fritz Box zu installieren. Die Entscheidung sollte vor dem Versand eines 39,90 Euro kostenden Glasfaserrouters erfolgen. „Der DG-Router wird mit Ihrer Telefonnummer programmiert“, berichtete Sprenger und ergänzte, „er kann nicht zurückgeschickt werden und bleibt auch für den Fall der Vertragsänderung zum kundeneigenen Router (Fritz Box) in Ihrem Besitz.“

Für die Hausbegehung empfahl Sprenger den Zuhörern: „Gehen Sie bitte von der Überlegung aus, dass der Router nicht nur der Ausgangspunkt ihres LAN/W-Lans ist, sondern auch der Telefonie.“ Ein geschickte Platzierung des Routers im Gebäude erspare daher Arbeit, Ärger und Geld. Als ebenso wichtig betrachtet Sprenger die Entscheidung, wo der HÜP und das Glasfaseranschlussgerät (NT) installiert werden sollen. „Beide Komponenten können voneinander getrennt angebracht werden. Sie werden über eine Glasfaser miteinander verbunden“, erläuterte Sprenger. Der Router werde über ein Netzwerkkabel mit dem NT verbunden. Dieses Netzwerkkabel könne theoretisch 100 Meter lang sein, ohne dass ein Geschwindigkeitsverlust auftrete. Sprenger gab zu bedenken, dass sich in der Nähe des NT eine Steckdose befinden müsse.

Während und unmittelbar nach der Herstellung des Hausanschlusses sowie des Anschlusses von HÜP und NT sollte der Auftraggeber untersuchen, ob das Glasfaserkabel korrekt verlegt wurde. Die Leitung sei dann in Ordnung, wenn die linke LED am NT dauerhaft leuchte und die rechte LED sporadisch blinke. „Beim Anschluss eines DG-Routers müssen nach zirka 15 Minuten alle LEDs leuchten“, teilte Sprenger mit. Der Auftraggeber solle sofort überprüfen, ob er mit einem Tablet, einem PC oder einem Handy ins Internet gelangen könne. Bei Fehlern sollten diese unter der Hotline 02861 890600 gemeldet werden.

Einige Tipps gab Sprenger für die Telefonie. „Ihre Telefonie beginnt am Router. Dies ist“, so Sprenger, „bei einer vorhandenen Telefonleitungsinfrastruktur im Gebäude zu beachten.“ Die vorhandenen Telefone müssen bis zur Portierung der Rufnummern durch die Deutsche Glasfaser am bisherigen Anschluss (Festnetz oder IP-Telefonie) angeschlossen bleiben.

Im letzten Teil des Infoabends wurden Fragen zum digitalen Fernsehen der DG sowie zu Vertragsänderungen und zum Kundencenter der DG beantwortet. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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