Ist der Wolf mittlerweile auch in der Gemeinde Raesfeld angekommen und sesshaft geworden? Nachgefragt bei Christoph Beemelmans, Revierförster RVR

Haben die Schermbecker Wölfe einen Weg vom südlichen Bereich des Kanals und der Lippe in die Erler Heide/Üfter Mark und in den Dämmerwald gefunden?

Diese Frage beschäftigt zurzeit nicht nur Schermbecker, sondern auch Raesfelder Bürger. Bei einer Umfrage zeigten sich einige Raesfelder Landwirte gelassen. Sie sind sich sicher, dass die Schermbecker Wölfe nicht durch Lippe und Kanal ins westliche Münsterland kommen können. Ihre Schafe weiden friedlich, wie vielerorts in der Gemeinde, hausnah auf kleinen Wiesen. Andere Landwirte zeigen sich wiederum beunruhigt.

Immer mehr häufen und verbreiten sich auch mittlerweile die Nachrichten, dass in der Gemeinde Raesfeld ein, oder mehrere Wölfe, unter anderem im Bereich der Erler Heide und im Dämmerwald, unterwegs seien sollen.

In den sozialen Netzwerken wird bereits heftig darüber spekuliert, dass mehrere Pferde durch den Wolf im Gemeindegebiet aufgeschreckt und durchgegangen seien. Dazu soll es auch amtliche Wolfsnachweise geben.   

Schafe-Raesfeld
Einige Landwirte haben in und um Raesfeld ihre Schafe direkt am Hof auf den Wiesen stehen. Foto: Petra Bosse

Keine Nachweise für Wölfe

Auf Nachfrage der Redaktion bestätigt RVR-Revier-Förster Christoph Beemelmans, dass es bisher keine Nachweise darüber gebe, dass sich zurzeit auf der nördlichen Kanalseite, sprich Dämmerwald und der Erler Heide, Wölfe aufhalten. „Das soll jedoch nicht heißen, dass hier bei uns nicht schon mal ein Wolf gewesen ist“, so Beemelmans. Was die angeblichen Risse in seinem Revier anbelange, auch dies könne Beemelmans nicht bestätigen. „Dafür gibt es keine Nachweise“.

Über die Kanalbrücke

Was jedoch die Wanderung der Schermbecker Wölfe anbelange, sei es laut Beemelmans durchaus möglich, dass diese einen Weg durch die Lippe und über den Kanal finden. „Da die Spundwand des Kanals für Wölfe unüberwindbar ist, besteht jedoch die Möglichkeit, dass diese in der Nacht die Kanalbrücke, beispielsweise Hohes Ufer in Schermbeck-Gahlen, überqueren. Auszuschließen ist das nicht und die Überquerung der Brücke wäre für einen Wolf eine Kleinigkeit“, so Beemelmans.

Und für den Fall, dass im Raesfelder Gebiet und im Dämmerwald Weidetiere gerissen werden, könne dann nur anhand einer Genprobe festgestellt werden, ob es sich hierbei um die Schermbecker Wölfe oder andere Tiere handelt, fügt Beemelmanns hinzu. „Erst dann haben wir einen eindeutigen Beweis“. Bis heute habe es jedoch hier noch keine amtlich bestätigten Tierrisse gegeben.

Mit Blick auf die Diskussionen rund um das Thema Wolf in und um Schermbeck nehme Christoph Beemelmans wahr, dass diese immer härter werden. „Es gibt entweder ein Pro oder Kontra. Eine neutrale Diskussion ist aktuell kaum möglich“.

Petra Bosse