„Ich brenne für Schermbeck“ – Bürgermeister Mike Rexforth über Motivation, Verantwortung und seine dritte Kandidatur.
Kein Job für Arbeitsunlustige: Mike Rexforth ist seit 2014 Bürgermeister von Schermbeck und steht nun zum dritten Mal zur Wahl. Seit seinem Amtsantritt hat er zahlreiche Entwicklungen begleitet, von Investitionen in Schulen und Freizeitangebote bis hin zu Projekten, die das Zusammenleben im Ort stärken.
Doch das Amt bringt nicht nur Gestaltungsspielraum, sondern auch eine enorme Verantwortung und intensive öffentliche Debatten mit sich, die bis ins Privatleben reichen. Im Gespräch verrät er, was ihn antreibt, welche Herausforderungen der Job mit sich bringt und warum Schermbeck für ihn mehr als nur ein Arbeitsplatz ist.

Was motiviert Sie zu einer dritten Kandidatur?“
„Herr Rexforth, Sie gehen nun in Ihre dritte Kandidatur. Was motiviert Sie persönlich, trotz der oft harten öffentlichen Debatten und der enormen Verantwortung erneut für das Bürgermeisteramt anzutreten?“
Mike Rexforth: „Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Schermbeck mit ihren Vereinen und Organisationen. Wir haben in den letzten Jahren trotz aller Herausforderungen und Krisen zusammen viel bewirkt im Ort, zukunftsweisende Entscheidungen getroffen und Projekte umgesetzt. Schauen wir mal auf den flächendeckenden Breitbandausbau, auf die großen Investitionen in unsere Sport- und Freizeiteinrichtungen, die breite Förderung des Ehrenamtes, die nachhaltige Investition in die Digitalisierung unserer Schulen und Feuerwehr, die Neuschaffung von Arbeitsplätzen und die Neuausweisung von Baugebieten. Das honorieren viele Menschen!
Den Willen und Mut Schermbeck weiter attraktiv für Jung und Alt zu halten mit Projekten wie dem Neubau der Grundschule und der Umgestaltung der Mittelstraße, der Entwicklung Schermbecks zum Luftkurort zeigt, hier sind mehrheitlich Menschen am Werk, die verstanden haben, welch Potenzial in Schermbeck steckt. Sie stehen hinter mir und begleiten mich. Das ist der Motor, der mich immer weiter antreibt und zuletzt natürlich die enorme Unterstützung meiner Familie und die meines Teams hier im Rathaus!“
„Welche Rahmenbedingungen bestimmen Ihre Arbeit?“
„Auch als Bürgermeister ist man bei seinen Entscheidungen an vorgegebene Rahmenbedingungen gebunden. Welche sind die wichtigsten auf kommunaler Ebene?“
Mike Rexforth: „Recht und Gesetz! Und die politischen Herausforderungen unserer Zeit!“
„Was gibt Ihnen die nötige Kraft?“
„Das Amt bringt viele lange Tage, Sitzungen und immer wieder mal auch Konflikte mit sich. Was gibt Ihnen die nötige Kraft, diesen Weg seit über einem Jahrzehnt mit so viel Ausdauer zu gehen?“
Mike Rexforth: „Die Liebe zum Beruf, zum Ort, zu den Menschen, die hier leben und sich mit ihrem Engagement für Schermbeck einsetzen, mein Team und der nicht endende Rückhalt meiner Familie, ohne die ich niemals diesen Beruf in der Qualität hätte ausüben können! Und am Ende auch die großen Erfolge, die wir gemeinsam in 11 Jahren gefeiert haben.“
„Was bedeutet für Sie ‚Zuhause‘?“
„Wer Sie in Gesprächen erlebt, spürt, dass da jemand ist mit ganz konkreten Vorstellungen zur Zukunft der Gemeinde. Gibt es einen Moment oder einen Ort in Schermbeck, der für Sie ganz persönlich sinnbildlich für ‚Zuhause‘ steht?“
Mike Rexforth: „Zuhause ist da, wo die Familie ist! Eine ganz einfache, klare Antwort!
Wenn man den Begriff Zuhause aber dienstlich verwenden möchte, muss ich sagen: Schermbeck, mit all seinen Ortsteilen und Menschen dort, ist wie ein zweites Zuhause. Mir sind diese Menschen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, in den letzten 11 Jahren so ans Herz gewachsen, wie ich es mir vorher nicht hätte vorstellen können. Das liegt an der Wertschätzung und Herzlichkeit, wie man mir begegnet!“
„Wie schaffen Sie Raum für Privatleben?“
„Bürgermeister zu sein ist kein Job, den man am Abend an der Garderobe abgibt. Wie gelingt es Ihnen, dennoch Raum für Familie, Freundschaften oder einfach mal die eigenen Interessen freizuhalten?“
Mike Rexforth: „Zugegeben schlecht! Wir reden hier von einem Arbeitspensum von 60 bis 70 Stunden die Woche, nahezu kein freies Wochenende und natürlich auch in der Freizeit auf der Bank vor meiner Haustür immer der BÜRGERMEISTER! Das macht mich vielleicht besonders, aber für mein Umfeld ist das eher eine große Herausforderung und Verzicht, gerade für meine Frau, meine Kinder und mein Enkelkind! Wenn meine Frau nicht mein/unser Privatleben organisieren würde und mir bzw. uns Freiräume in den Kalender einbauen würde, dann würde ich privat noch weniger stattfinden.“
„Was bedeutet Schermbeck für Sie?“
„Wenn man sich so stark mit einer Gemeinde identifiziert, geht das über ein gewöhnliches Berufsverständnis hinaus. Was bedeutet Schermbeck für Sie auf einer persönlichen, vielleicht sogar emotionalen Ebene?“
Mike Rexforth: „Schermbeck ist der Ort, der mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Er ist mein Anker, hier lebt meine Familie, meine engsten Freunde, er gibt mir Halt und Sicherheit. Ich habe so viele schöne Erinnerungen über 55 Jahre sammeln dürfen, meine Zeit im Kindergarten, der Grundschule, meine Fußballerzeit beim SV Schermbeck, als Trainer und Jugendleiter dort, meine enge Verbundenheit zu Kilian und den anderen Schützenvereinen im Ort.
Ich könnte so vieles noch weiter aufzählen. Für mich ist Bürgermeister sein zwar ein Beruf, aber vielmehr eine Berufung, Schermbeck auch für nachfolgende Generationen ‚heimatfähig‘ zu erhalten! Dafür stehe ich jeden Tag auf!“
Wir reden hier von einem Arbeitspensum von 60 bis 70 Stunden die Woche, nahezu kein freies Wochenende
Bürgermeister Mike Rexforth
Bürgermeister als Verwaltungschef
Mit der Kommunalreform 1999 änderte sich in Nordrhein-Westfalen die Rolle der Bürgermeister grundlegend. Seitdem werden sie direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt und sind gleichzeitig Chef der Verwaltung.
Zuvor war das Amt geteilt: Der Bürgermeister hatte vor allem repräsentative Aufgaben, während der Gemeinde- oder Stadtdirektor als Beamter die Verwaltung leitete.























