Mit König Julian auf den Acker

Gahlen Mit einem Gottesdienst in der Gahlener Dorfkirche, der von Pfarrer Christian Hilbricht geleitet wurde, begann das diesjährige Kartoffelfest des Kindergartens am Gahlener Widemweg. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Geschichte „Frederik“ von Leo Lionni. Die vierjährige Emily Mengel aus der Bienengruppe durfte die Rolle der kleinen Maus „Frederik“ übernehmen. Den Vortrag einiger Fürbitten übernahmen ebenfalls die Kinder. In den letzten Wochen hatten sich die 24 „Ameisen“ und 17 „Bienen“ auf das Kartoffelfest vorbereitet. Im Hinblick auf die Geschichte von Frederik hatten sie sich intensiv mit dem Leben von Mäusen befasst. Außerdem erlernten sie den Kartoffeldruck, den sie anschließend auch auf den Druck mit Äpfeln übertrugen. Aus Butterbrotpapiertüten wurden Windlichter gebastelt. Am Nachmittag trafen sich die Kinder mit den Erzieherinnen, ihren Geschwistern, Eltern und Großeltern auf dem Gelände des Kindergartens. Der fünfjährige Julian Winter aus der Ameisengruppe lud als Kartoffelkönig zur Kartoffelernte ein. „Wir feiern heut ein Fest“, sangen kleine und große Besucher neben dem Kartoffelacker, musikalisch begleitet von Pfarrer Hilbricht mit Gitarrenklängen. Viel Applaus gab es für den „Kartoffel-Boogie“ der Kinder und für den Erntetanz, den die „Ameisen“ mit ihrer Erzieherin Manuela Kircher einstudiert hatten. Wer im Frühjahr sät, kann im Herbst ernten. Diese Erfahrung machten die Kinder, als sie wenig später mit kleinen Schüppen und Eimerchen auf den kleinen Acker stürmten, um Kartoffeln auszubuddeln. Manchen Kindern fiel es leichter, die Kartoffeln mit den Händen freizulegen. Umso stolzer rannten sie mit einer gefundenen Kartoffel zu den Eltern oder Großeltern, um ein Lob zu erhaschen. Nach dem Ausgraben wurden die Kartoffeln gewaschen und den unterschiedlichsten Verwendungen zugeführt. Kartoffelsuppe, Waffeln und Auflauf aus Kartoffeln, Blechkartoffeln und jede Menge Reibekuchen: Die Kartoffel ist vielseitig verwendbar. Während die Eltern nach dem Essen in Kleingruppen beieinander standen oder gemütlich zusammensaßen, um einander besser kennen zu lernen, konnten die Kinder nach Herzenslust auf dem Gelände herumtoben, mit kleinen Autos den großen Hügel hinunterrasen, Burgen in der Sandkiste bauen, sich auf der Nesthockerschaukel hin- und herpendeln lassen oder im Sand auf die Suche nach den Schätzen begeben, die der Edelsteinzwerg dort verloren hatte. H.Scheffler

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.