Viele Igel stehen in diesen Wochen erneut vor der Herausforderung, ein sicheres Winterquartier zu finden. Laut der BUND-Kreisgruppe Wesel sei es daher wichtig, bereits jetzt an die kleinen Stacheltiere zu denken und Gärten igelfreundlich zu gestalten.
Angelika Eckel vom BUND erinnert in diesem Zusammenhang an die Einführung des Nachtfahrverbots für Mähroboter im März, das vom Kreis Wesel beschlossen wurde. Diese Maßnahme solle dazu beitragen, Igel besser zu schützen.
Lebensraum der Igel schrumpft
Einst lebten Igel in einer reich strukturierten Kulturlandschaft mit Hecken, Wiesen und Feldrainen. Durch die industrielle Landwirtschaft seien diese Lebensräume weitgehend verschwunden. „Igel fanden in den Gärten der Menschen zunächst Ersatz“, erklärt Eckel. Doch auch dort werde es zunehmend schwieriger: Aufgeräumte Gärten böten kaum noch Nahrung und kaum Schutz.
Da Igel im Winter keine Insekten finden, verfallen sie in einen mehrmonatigen Winterschlaf. Dafür benötigen sie trockene, geschützte Verstecke – doch diese seien vielerorts knapp. Besonders in gepflegten Gärten fehlten Laubhaufen, Reisig oder dichte Büsche, in denen sie sich verbergen könnten. Wer den kleinen Tieren helfen wolle, könne einfache Maßnahmen ergreifen: Laub liegen lassen, Totholz stapeln oder ein isoliertes Igelhaus mit Laub abdecken.
Ein Laubhaufen als „Bettzeug“
„Lass das Laub bitte liegen – ich brauche doch Bettzeug für mein Winterquartier!“, formuliert Angelika Eckel stellvertretend für die Igel. Sie appelliert an Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, Laubbläser und Rechen im Herbst auch einmal ruhen zu lassen. Ein großer Laubhaufen in einer geschützten Ecke des Gartens sei ein idealer Unterschlupf. Mit Ästen und Zweigen abgedeckt, bleibe das Innere trocken und stabil.
Wenn sich ein Igel dort zum Winterschlaf einrolle, presse er das Laub durch kreisende Bewegungen zu einer dichten Schicht zusammen. Dadurch verlangsamt sich der Zersetzungsprozess, und das Quartier bleibe bis zum Frühjahr warm und sicher. Weitere Tipps zu Unterschlüpfen und Fütterung finden Interessierte auf der Website des BUND-Kreisverbands Wesel unter „Themen/Projekte – Igel“.
Hilfe für geschwächte Tiere
Nicht alle Igel finden rechtzeitig ein geeignetes Winterquartier. Laut Eckel sollten Menschen aufmerksam sein, wenn sie im Herbst einen kleinen Igel sehen. „Wiegt er unter 500 Gramm, sollte er gefüttert werden – am besten mit Katzen-Nassfutter mit hohem Fleischanteil“, rät sie. Igel sollten dabei immer mit Handschuhen angefasst und zum Wiegen in einen Eimer gesetzt werden.
Zeige das Tier Anzeichen von Schwäche, wie Torkeln oder Husten, sei es wichtig, schnell eine Igelstation zu kontaktieren. Eine Übersicht geeigneter Pflegestellen bietet der Verein Pro Igel e. V. auf seiner Internetseite unter www.pro-igel.de























