Igel im Garten sind eigentlich ein gutes Zeichen für eine naturnahe Umgebung. Doch moderne Zäune werden für die Tiere zunehmend zur Gefahr. Die BUND-Kreisgruppe Wesel warnt zum Frühlingsbeginn davor, dass bodentiefe Zäune Igel von Nahrungsquellen abschneiden und sogar zur tödlichen Falle werden können.
Igel im Garten legen jede Nacht weite Strecken zurück
Mit dem Frühling erwachen viele Igel aus ihrem Winterschlaf. Dann beginnen sie sofort mit der Nahrungssuche. Was viele Menschen nicht wissen: Igel sind echte Langstreckenläufer.

Auf der Suche nach Käfern, Larven oder Ohrwürmern legen sie jede Nacht zwei bis drei Kilometer zurück. In der Paarungszeit können Igelmännchen sogar Strecken von bis zu fünf Kilometern zurücklegen, um eine Partnerin zu finden. Damit sind Igel auf offene Wege zwischen Gärten angewiesen.
Moderne Zäune versperren Igeln den Weg
Nach Beobachtung der BUND Kreisgruppe Wesel wird genau das zunehmend schwieriger. Viele Gärten seien heute stark aufgeräumt und mit lückenlosen Zäunen eingefasst.
Angelika Eckel von der BUND-Kreisgruppe erklärt: „Die Gärten in unseren Siedlungsbereichen werden durch sterile Gestaltung und lückenlose Zäune zunehmend fragmentiert. Nicht nur, dass es in aufgeräumten Gärten immer weniger zu fressen gibt, es wird für Igel von Jahr zu Jahr schwieriger überhaupt in die Gärten hineinzugelangen.“
Während früher Hecken oder einfache Holz- und Jägerzäune Grundstücke begrenzten, würden heute häufig Maschendraht-, Stabmatten- oder geschlossene Steckzäune mit Bodenabschluss verwendet. Dadurch könnten viele Tiere nicht mehr hindurch.
Wenn der Zaun zur tödlichen Falle wird
Besonders gefährlich wird es, wenn ein Igel versucht, durch eine enge Zaunöffnung zu schlüpfen. Bleiben die Stacheln im Draht oder zwischen Metallstäben hängen, kann sich das Tier nicht mehr selbst befreien. „Bitte nicht versuchen, den Igel durch Ziehen und Schieben zu befreien. Da sich die Stacheln im Zaun verhaken, kann das Tier verletzt werden. Auch schwere, innere Verletzungen sind möglich. Deshalb besser Tierrettung oder Feuerwehr benachrichtigen“, rät Angelika Eckel.
So wird der Garten igelfreundlich
Damit Igel sich wieder frei zwischen Gärten bewegen können, empfiehlt der BUND einige einfache Maßnahmen:
Durchlässe im Zaun
Ein Loch von etwa 13 x 13 Zentimetern in Bodennähe kann Gärten miteinander verbinden. So sparen Igel wertvolle Energie bei der Nahrungssuche. Der Durchgang sollte mit einem kleinen Igeltor oder einer Holzplatte gesichert werden, damit sich Tiere nicht an Drahtenden verletzen.
Kletterhilfen an Mauern
Bei niedrigen Mauern können kleine Stufen aus Ziegeln helfen.
Naturnahe Gartengestaltung
Hecken und etwas wildere Gartenbereiche bieten Schutz und Nahrung. Der englische Name des Igels, „hedgehog“, weist bereits darauf hin: Hecken sind für die Tiere besonders wichtig. Ein igelfreundlicher Garten unterstütze damit nicht nur den Igel, sondern die gesamte Artenvielfalt in Siedlungsbereichen.
Nachtfahrverbot für Mähroboter im Kreis Wesel
Zum Schutz der Tiere erinnert der BUND außerdem an eine Regelung der Kreisverwaltung Wesel. Seit März 2025 gilt im gesamten Kreisgebiet ein Dämmerungs- und Nachtfahrverbot für Mähroboter.
Der Grund: Bei Gefahr rollen sich Igel zusammen. Die Messer der Geräte können sie deshalb schwer oder sogar tödlich verletzen. Mähroboter dürfen daher nur noch tagsüber eingesetzt werden, möglichst unter Aufsicht.
Auch bei Rasentrimmern und Motorsensen ist Vorsicht geboten. An warmen Tagen schlafen Igel häufig im hohen Gras oder in schattigen Ecken.
„Prüfen Sie hohes Gras und Gebüschränder unbedingt per Hand nach schlafenden Tieren, bevor Sie mit dem Trimmen beginnen“, empfiehlt Angelika Eckel.























