Polizeihauptkommissar Stefan Henseler ist Nachfolger von Klaus Herbst

Als Nachfolger des Polizeihauptkommissars Klaus Herbst, der zum 31. Mai in Pension ging, wurde gestern der Polizeihauptkommissar Stefan Henseler als neuer Leiter der Polizeiwache Hünxe vorgestellt.

Landrat Dr. Ansgar Müller und Rüdiger Kunst, der Abteilungsleiter Polizei bei der Kreispolizeibehörde Wesel, gratulierten ebenso wie Schermbecks Bürgermeister Mike Rexforth und Eric Kleine-Berkenbusch vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung innerhalb der Gemeinde Hünxe.

Polizei, Stefan Henseler

„Mit Herrn Henseler setzen wir in Hünxe eine langjährige Führungskraft ein“, stellte Landrat Dr. Müller fest und fügte hinzu, seit Jahren arbeitet er kompetent, professionell und mit großem Engagement in unterschiedlichen Bereichen der Polizei. Deshalb ist er auch der richtige Mann für unseren Standort Hünxe.“ Als Wachleiter sei er das Gesicht der Polizei vor Ort.

Ausbildung

Stefan Henseler begann seine Ausbildung bei der Polizei am 1. Oktober 1980 und war nach erfolgreichem Abschluss für ein Jahr am Flughafen in Düsseldorf eingesetzt. 1984 wechselte er in den Kreis Wesel. Er war zunächst Streifenbeamter in Moers und bildete als Einsatztrainer ab 1995 die Kolleginnen und Kollegen aus. 1996 bis 1998 absolvierte Henseler den Laufbahnaufstieg in den gehobenen Dienst und war anschließend bis 2006 wieder in Moers eingesetzt, diesmal als Wachdienstführer.

Auf die Straße

2006 wechselte Stefan Henseler zur Fortbildungsstelle, wo er die Kolleginnen und Kollegen schulte und ihnen das Neueste zum Thema Eingriffstechniken und Einsatztaktik vermittelte. 2011 bis 2014 hat Stefan Henseler auf der Leitstelle gearbeitet. Dort bearbeitete er eingehende Notrufe und koordinierte die Streifenwagen, um dann als stellvertretender Leiter des Schwerpunktdienstes wieder „auf die Straße“ zu wechseln. Seit 2017 folgte dann die Verwendung als Dienstgruppenleiter in Moers, der größten Wache im Kreis.

Rockt die Bühne

Der 54-jährige neue Leiter der Hünxer Wache wohnt in Voerde-Götterswickerhamm, ist verheiratet und hat vier zum Teil erwachsene Kinder. In seiner Freizeit macht er Musik, unter anderem in der Rock-Band „Used Dream“; er studiert Sound Engineering und fördert junge Talente. Wenn er nicht gerade den Proberaum und die Bühnen rockt, ist er mit seiner Familie im Wohnmobil auf Tour. „Ich versehe seit vielen Jahren meinen Dienst im Kreis Wesel“, berichtete Henseler. Die Zusammenarbeit mit vielen jungen Leuten in Moers, der größten Stadt des Kreises Wesel, habe ihm viel Spaß gemacht. Jetzt freue er sich „auf die neuen Herausforderungen als Wachleiter und die neue Aufgabe.

Schermbeck ist zum Opfer der Personalpolitik des Landes geworden

Zitat: Bürgermeister Mike Rexforth

Streifendienst

In der Hünxer Wache ist Henseler Chef von 17 Mitarbeitern. Der Streifendienst wird durch insgesamt zwei Polizeibeamte je Schicht, also rund um die Uhr, mit einem Polizeifahrzeug sicherstellt. Bürgermeister Rexforth hatte schon 2013 zu bedenken gegeben: „Wie sollen zwei Polizeibeamte mit einem Streifenwagen für ausreichend Sicherheit im Gemeindegebiet sorgen?“

Hinzu kommt, dass inzwischen auch die beiden Polizeibeamten, die damals noch im Schermbecker Rathausaltgebäude Innendienst verrichteten, inzwischen abgezogen wurden. Und da der Bezirksbeamte Uwe Schwenzfeier wegen seiner vielfältigen Aufgaben vor Ort in der Regel nicht im Rathaus anzutreffen ist, macht sich in der Schermbecker Bevölkerung ein Gefühl der Unsicherheit breit, zumal der Kriminalitätsbericht des Jahres 2017 deutlich macht, dass in einigen Bereichen die Zahl der Delikte seit 2014 deutlich zugenommen hat.

Bestens mit Personal ausgestattet

Landrat und die Vertreter der Polizei machten gestern deutlich, dass der Kreis Wesel mit 667 Stellen zu den am besten mit Personal ausgestatteten Kreisen in Nordrhein-Westfalen gehört. Das Abziehen der Kripo sei auch in anderen Wachen erfolgt. In vergleichbaren Kommunen wie Alpen und Sonsbeck habe es zudem nie eine Kripopräsenz gegeben. Trotz des Abzuges in Schermbeck sei die Kripo zwecks Vernehmungen sporadisch in Schermbeck vertreten.

„Schermbeck ist zum Opfer der Personalpolitik des Landes geworden“, stellte Rexforth fest. Der Service sei geringer geworden, die Wege nach Hünxe oder Dinslaken seien umständlicher, schon allein wegen der ungünstigen Taktung öffentlicher Verkehrsmittel. Er regte deshalb an, künftig Sprechstunden in Schermbeck an ein bis zwei Tagen einzurichten. Eine Zusage des Landrats gab es nicht, aber er teilte mit: „Darüber könnte man mal nachdenken.“

Flexibilität der Polizei

Ein weiterer Vorschlag Rexforths blieb unbeantwortet. Mit dem Hinweis Rexforths auf die Schermbecker Randlage innerhalb des Kreises Wesel regte er an, eine Wache nach Schermbeck zu verlegen. Der Landrat und Polizeidirektor Rüdiger Kunst verwiesen auf die gute Abstimmung mit der Polizei im Kreis Borken und im Kreis Recklinghausen, wenn es um Einsätze im Grenzbereich Schermbecks zu beiden Kreisen gehe. Außerdem verwies der Landrat auf die Flexibilität der Polizei über die Grenzen der Hünxer Wache hinaus. Bei Bedarf würden die Polizeistreifen benachbarter Wachen auch im Bereich der Hünxer Wache eingesetzt.

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer, dass es derzeit landesweit eine Mangelverwaltung im Bereich der Polizeiverwaltung gibt. Da hätten die unterschiedlich gefärbten Landesregierungen versäumt, rechtzeitig gegenzusteuern, obwohl bekannt war, dass die Zahl der Pensionäre deutlich zunehmen werde. Nun werde es mindestens drei bis vier Jahre dauern, bis genügend geschulter Nachwuchs zur Verfügung stehe. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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