Volksbank Schermbeck:  Wir machen Zukunft – Digitalisierung, sechs Prozent Dividende und ein gesundes Gesamtvolumen

Nicht nur die Digitalisierung beschäftigt die Volksbank Schermbeck. Das politisch gewollte Niedrigzins-Niveau, die hohen Schwankungen an den internationalen Börsen, sinkende Erträge und steigende Kosten gehören mit zu den Themen, denen sich die Bankvorstände Rainer Schwarz und Norbert Scholtholt täglich stellen müssen.

Wir machen Zukunft – Vorstände Norbert Scholtholt (l.) und Rainer Schwarz blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück.

Videokonferenzen

Um die genossenschaftlichen Grundsätze auch den Menschen in der Region zugutekommen lassen, erarbeitet die Volksbank einen Service, den sie ihren Kunden und Mitgliedern zukommen lässt: digitale Videokonferenzen und Beratungen direkt zwischen Kunden und Berater. „Ob Kommunen oder Vereine, ob mittelständische Unternehmen oder Volksbanken, wir müssen uns auf unsichere Zeiten und ein schnelleres Tempo einrichten und zukunftstaugliche Lösungen als kleines Kreditinstitut finden. Am besten gemeinsam und vor Ort“, so Rainer Schwarz.

 

Wir machen Zukunft

Dass bereits die Videokonferenzen gut funktionieren, präsentierten die Vorstände am Mittwoch bei der Pressekonferenz anhand einer Live-Schaltung mit der Vermögensberaterin Natalie Neugebauer.

Live-Schaltung mit Natalie Neugebauer – Banking von morgen?

Nicht warten bis andere „in die Pötte“ kommen, sondern selber als handelnder Unternehmer Zukunftskonzepte entwickeln und Veränderungen managen, lautete die Devise der Vorstände. „Wir machen Zukunft. Unter diesem Motto haben wir 2017 viel angestoßen“, äußerte Rainer Schwarz.

Es brummt

Mit Blick auf die Entwicklungen glaubt Norbert Scholtholt doch optimistisch in die Zukunft schauen zu können. Zu Recht, wie die Zahlen der Volksbank beweisen. „Das Kreditgeschäft brummt und unsere Kreditforderungen sind auf 23 Mio. Euro,ein plus von rund sechs Prozent, angestiegen“, so Scholtholt.

In weiteren Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Rund 70 Mio. Euro neuer Kredite haben die Schermbecker Kunden für Hausbau, Investitionen und Gewerbe bei der Bank abgerufen. Damit sei die Volksbank Schermbeck speziell im Firmenkundengeschäft ein gefragter Ansprechpartner und kann mit Partnerbanken auch große Projekte begleiten. Enthalten in der Summe von 70 Mio. Euro seien 22,8 Mio. Euro Förderkredite für Gewerbe, Landwirtschaft und Wohnungsbau. Rückläufig allerdings seien die Baukredite.

Minus und Plus -Zahlen und Fakten

Wo im Jahr 2017 noch 31. Mio. Euro Kreditzusagen in den Bau, die Modernisierung oder den Kauf der eigenen vier Wände flossen, waren es im letzten Jahr nur 25 Mio. Euro – ein Minus von knapp 20 Prozent.

Auch die Bilanz der Volksbank Schermbeck kann sich sehen lassen. Das Anlagevolumen stieg 2017 von 429 auf 448 Mio. Euro. Ein Plus von 4,4 Prozent. Ein Trend, der sich weiter fortsetzt. Bedingt unter anderem durch die niedrig verzinsten Sparanlagen. „Unsere Kunden setzen mehr in strukturierte Vermögensanlagen wie Aktien und Investmentfonds. Sie gehören mittlerweile bei vielen zu einem selbstverständlichen Bestandteil einer ertragreichen Vermögensstreuung“, so Scholtholt. Da sich scheinbar in nächster Zeit nichts an dem Spuk der Negativzinsen ändern wird, müssen die Sparer, davon geht Scholtholt aus, auch weiterhin mit niedrigsten Zinsen rechnen.

Gesamtvolumen

Der Blick auf das Gesamtvolumen zeige klar die Aktivitäten der Kunden und Mitglieder und beweist, dass die Schermbecker Volksbank auf dem umworbenen Markt der Region sehr erfolgreich ist, ergänzt Scholtholt. „Ich finde, unsere Zahlen sprechen da für sich, denn wir haben für den Stichtag 31. Dezember 2017 ein Gesamtvolumen von 947 Mio. Euro notiert“.

Im Vergleich zu 2016 von 901 Mio. Euro. „Die gute Arbeit unserer Berater hat uns ein Plus von 5,1 Prozent ermöglicht“, ergänzt Scholtholt.

Dividente

Angesicht dieser positiven Entwicklung und der guten Bilanz aus 2017 sind die Vorstände Schwarz und Scholtholt sehr zufrieden. Auch die Mitglieder dürfen sich über eine Dividende von 6 Prozent freuen.

Freuen darf sich auch das örtliche Finanzamt der Gemeinde Schermbeck über rund 1, 8 Mio. Steuern

Nicht ausruhen

Trotz guter Bilanzen darf sich, so Schwarz, die Bank nicht ausruhen. „Was uns im Vorstand besonders beschäftigt, ist die Bewertung der Zukunft unserer Volksbank“, so Schwarz. Gemeint damit ist die aktuelle „Gemengelage“ die sich bei den Entwicklungen unter den Banken abzeichnet. Seine Bedenken: Gibt es eine erfolgreiche Zukunft für lokale Banken wie der unsrigen?  Lösungsvorschläge, die Schwarz für eine erfolgreiche Zukunft sieht:

Wir müssen es schaffen, unseren Mitgliedern und Kunden langfristig bessere Finanzdienstleistungen und – Lösungen anzubieten, sprich ein gesamtes Finanzkonzept. Dies sei schließlich auch die ursprüngliche Idee von Kreditgenossenschaften gewesen: ihre Mitglieder wirtschaftlich, sozial und kulturell zu fördern! „Unsere Anforderungen heißen also Wettbewerbsfähigkeit, Veränderungsfähigkeit und Gewinnfähigkeit“, so Schwarz.

Gemeinsam. Aktiv. Diese Leitlinie haben sich die Vorstände für 2018 auf die „Fahne“ geschrieben, denn nur so könne man sich erfolgreich auf dem umworbenen Markt behaupten.

Gemeinsam aktiv – Rainer Schwarz (l.) und Norbert Scholtholt

Immobilienmarkt

Durchaus kritisch sieht Schwarz die jetzige Lage mit Blick auf den Immobilienmarkt in der Gemeinde Schermbeck. „Schermbeck ist eine attraktive Wohngemeinde, aber die Nachfrage wird derzeit nicht gedeckt“, bemängelt Schwarz. Wie große die Nachfrage nach Baugrundstücke ist, habe die Baugrundstücknachfrage am Mühlenbach gezeigt. „Zurzeit gibt es zwar eine kleinere Sache in Gahlen mit zehn bis 15 Wohneinheiten, aber die Nachfrage in Schermbeck wird nicht gedeckt. Hier sei die Politik gefordert“, kritisiert Schwarz.

Text und Fotos: Petra Bosse

 

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