Landrat Ansgar Müller überreicht Gudrun Gerwien von der Gagu – Zwergenhilfe Schermbeck das Bundesverdienstkreuz

Mit dem Bundesverdienstkreuz wurde Gudrun Gerwien, Vorsitzende der Gagu-Zwergenhilfe am Donnerstagnachmittag von Landrat Ansgar Müller ausgezeichnet.

„Sie haben ein Herz für die menschen. Egal, ob es sich dabei um ihre Familie, Freunde, Bekannte oder Nachbarn handelt, um von Hunger, Armut und Krankheit bedrohte Kinder und Jugendliche in – Sierra Leone, oder um Flüchtlinge aus Syrien und Afganista. Sie helfen stets mit ihrer ganzen Kraft“, betonte Landrat Ansgar Müller bei der Verleihung des Bundesverdienstordens.

Gudrun Gerwien ist regelrecht „sprachlos“. Das verriet sie bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Donnerstag durch Landrat Ansgar Müller im Schermbecker Rathaus. Zu keiner Zeit habe sie damit gerechnet, einmal ausgezeichnet zu werden.

Bundesverdienstkreuz Gudrun Gerwien Gagug zwergenhilfe

Gleichzeitig aber auch relativiert sie diesen Preis, der auf ihre Person bezogen ist. „Wenn ich nicht mein Team hinter mir hätte, dann stünde ich nicht hier“, sagte die Vorsitzende der Gagus`s Schermbeck.

Sie wiederhole das, was Bürgermeister Mike Rexforth schon im Vorfeld gesagt habe. „Die Gagus`s sind ein tolles Team“ und sie habe nun mal das große Glück, viele verlässliche Wegbegleiter an ihrer Seite zu haben: Familie, Freunde, GAGU Zwergenhilfe und GEMEINSAM LEBEN. Dafür sei sie Gott unendlich dankbar.

Eigentlich schüchtern und zurückhaltend

„So viel Aufsehens um mich. Ganz ehrlich, es glaubt mir kein Mensch, aber in Wahrheit bin ich eher still, schüchtern und zurückhalten, betonte Gerwien.

Und in der Tat. Sie ist mehr die Frau der wenigen Worte, wenn es um ihre eigene Person. Sie stehe nicht gerne vorne, es sei denn, auf der Bühne, wenn es um die die Sache geht. Ihre Sache ist die Gagu-Zwergenhilfe“ und die Menschen, die dahinterstehen, die ihre Hilfe brauchen. Sie versuch, nur das zu leben, was ihre Eltern ihr in liebevoller Erziehungsarbeit in ihr Herz hineingelegt haben.

Akzeptanz, Toleranz, Aufrichtigkeit

„Sie haben mir so viel Liebe geschenkt und so viel zwischenmenschliche Werte für meine Lebensreise mit auf den Weg gegeben, mich Verantwortung gelehrt. Den einzelnen Menschen Wert zu schätzen, Akzeptanz, Toleranz, Aufrichtigkeit, gehörte zu meinen Eltern wie ihr Name an der Tür“, so Gerwien, die, wie sie hinzufügt, so geprägt sei. Dieses Vermächtnis lebe ganz einfach in ihr und es zu leben, sei sie. „Es fühlt sich richtig an in mir“.

Gudrun Gerwien erhält Bundesverdienstkreuz
Foto: privat

Eine große Ehre

Und dann so eine große Ehre, das Bundesverdienstkreuz am Bande. Da stelle sich ihr die Frage, was sie denn getan habe, was nicht jeder hätte tun können?

Gerwien liebe nicht nur die Menschen. Denn das falle ihr nicht schwer, denn: „Zu jedem Menschen gibt es eine Biografie, eine Geschichte. Wir sollten aufhören zu beurteilen und zu bewerten, vielmehr sollten wir den Menschen Mensch sein, ihm zugewandt sein, ihm zu hören, mal hinter die Kulissen schauen“.

Die Welt da draußen hat so viele Tränen, die sie berühren. Sie verweist auf eine Liedzeile in der es heißt: „Schau mir in mein Herz hinein, ich leb nicht vom Glück allein, weil ich weiß, dass es 1000 Tränen gibt.“

„Wir sind geboren zu leben und zu lieben und indem wir lieben, leben wir.“

Zitat Gudrun Gerwien

Nicht nur in Afrika. Manchmal gleich nebenan um die Ecke, manchmal gar in der eigenen Familie gebe es genügend Leid und Elend. „Wenn ich jeden Tag nur eine einzige Träne trocknen kann, dann ist es alle Mühen wert. Es ist mir selbstverständlich“, fügt Gerwien hinzu.

Keine Wette mehr

Sie bedankt sich auch bei ihrer Familie und bei ihrem Bruder Dieter Schmitt. „Ohne dich wäre Afrika für mich nicht möglich. Wir kommen da oft an unsere Grenzen. Und dieser Orden hier heute, der steht zur Hälfte dir zu. Und auch beim Bürgermeister Mike Rexforth geht ihr Dank. Scherzhaft fügt sie hinzu: „Und keine Sorge, ich wette nicht mehr, das traue ich mich nicht noch einmal“.

Zahlen und Fakten zu Gudrun Gerwien und der Gagu – Zwergenhilfe

1990 wurde von Gudrun Gerwien und Mitgliedern des Elternrates des Evangelischen Kindergartens die Theatergruppe Ma-Mi-La (Mach-Mit-Laienspielgruppe) gegründet. Insgesamt wurden hier bis 2007 rund 60.000 Euro an Spenden eingenommen.

Gründung der GAGU-Zwergenhilfe 2006 – Durch die Begegnung mit den Kinderen in Sierra Leone wurde die Idee der Gründung „Home of Hope“ geboren.

Durch Spenden und einer Wette mit dem verstorbenen Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter und BM Mike Rexforth kamen dafür 30.000 Euro zusammen.

Weitere Spenden auf Initiatiative der GAGU-Zwergenhilfe kamen für ein Schulgebäude für rund 400 Schulkindern zusammen.

Ein weiteres Projekt was sich bewährt hat, ist die Vermittlung von Familienpatenschaften von einem monatlichen Betrag von 30 Euro.

Eine weitere Wette mit Bürgermeister Mike Rexforth für einen Neubau für Ebola-Waisen erbrachte die stolze Summe von 50.000 Euro.

Weiteres Betätigungsfeld von Gudrun Gerwien ist derzeit die Arbeit mit unbegleiteten jungen Flüchtlingen aus Syrien und Afganistan in Schermbeck durch die Abteilung „Gemeinsam Leben“, welches durch die GAGU`s unterstützt wird.

Petra Bosse

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