Die Grünen in Schermbeck üben scharfe Kritik an CDU, SPD, DIE PARTEI und dem amtierenden Bürgermeister – verzichten aber gleichzeitig darauf, selbst eine Alternative in Form eines eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen.
Wer sich aber bei aller Kritik, die in einem demokratischen Prozess immer erlaubt sein muss, so gezielt auf die Person des Bürgermeisters und seine Amtsführung einschießt, sollte eigentlich erst recht den Anspruch haben, jemanden ins Rennen zu schicken, der es besser machen soll. Zudem bleibt eine überzeugende Begründung für den Verzicht auf einen eigenen Kandidaten aus.
Kritik ohne Alternative – ein fragwürdiges Signal der Grünen
Die Kritik, andere Parteien seien bloße Unterstützer, ja Mitläufer des Bürgermeisters, wirkt pauschal und übersieht, dass in der Kommunalpolitik oft Sachargumente und nicht Parteizugehörigkeiten den Ausschlag geben. Zustimmung zu Beschlüssen kann auch Ausdruck inhaltlicher Übereinstimmung sein – und nicht automatisch Zeichen von „Mitläufertum“.
Opposition bedeutet mehr als bloßes Dagegensein. Sie braucht Ideen, Konzepte – und den Mut, Verantwortung zu übernehmen. Wer keinen eigenen Kandidaten aufstellt und gleichzeitig versucht, die Gegenkandidaturen anderer Parteien zu diskreditieren, bewegt sich inhaltlich auf dünnem Eis und lässt politischen Stil vermissen.
Dass die Grünen sich nun auf die Ratswahl konzentrieren, ist legitim. Ob dies jedoch ausreicht, um die von ihnen geforderte politische Neuausrichtung glaubhaft zu vertreten, bleibt fraglich. Denn diese Neuausrichtung ist in den Kommunen fast automatisch mit der Person des Bürgermeisters verbunden. Demokratische Vielfalt lebt von Mitgestaltung – nicht nur von Kritik, sondern von eigenen Ideen, für die es zu werben gilt. Letztlich entscheiden die Wählerinnen und Wähler, wem sie in Schermbeck echtes Engagement und Verantwortungsbereitschaft zutrauen. Die Grünen haben sich mit ihrer Entscheidung zu einem nicht unerheblichen Teil aus diesem Entscheidungsprozess der Wähler herausgenommen























