Hubert Kück (Foto), der Sprecher der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, teilt mit:

Zwei Entwicklungen machen der Landwirtschaftsexpertin in der Grünen Kreistagsfraktion Wesel, Ulrike Trick, große Sorgen:

„Derzeit steht in Brüssel die Abstimmung über die Zulassung der Genmaissorte 1507 des amerikanischen Unternehmens Pioneer auf der Tagesordnung. Während die CDU/SPD-Koalition in Berlin noch im Koalitionsvertrag vorgibt, die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegen grüne Gentechnik anerkennen zu wollen, wird sich die Bundesregierung nun bei der Abstimmung enthalten, was de facto einer Zustimmung gleichkommt. Das Verständnis der neuen Koalition in Berlin für die Ängste der Bevölkerung entpuppt sich so als nur geheuchelt.“

Der Genmais 1507, so Trick weiter, produziere deutlich mehr Insektengift als der von der ehemaligen Agrarministerin Ilse Aigner 2010 verbotene Mais Mon 810 und sei somit noch bedenklicher. Die Artenvielfalt leide massiv darunter, weil er Insekten gefährde, die für den Maisanbau völlig unschädlich seien.

Trick: „Die schwarz-rote Bundesregierung erweist sich so als ignorant gegenüber den Wünschen der Bevölkerungsmehrheit. Die Enthaltung in dieser wichtigen Frage ist der Versuch, sich durchzumogeln und zeigt keinerlei Rückgrat.“

Einen weiteren kritischen Punkt sieht Trick in der mangelhaften Transparenz: „Damit Verbraucherinnen und Verbraucher eine echte Wahl haben, müssen die Produkte, in denen Gentechnik steckt, auch entsprechend gekennzeichnet werden. Was wir brauchen ist eine Kennzeichnungspflicht für tierische Produkte, die mit Gentechnik-Futter hergestellt wurden, und für Gentechnik-Pflanzen, die zum Beispiel in Biogasanlagen zum Einsatz kommen. Alle mit Gentechnik hergestellten Produkte müssen als solche klar erkennbar sein.“

Doch die Europäische Kommission lehne eine umfassende Transparenz über den Einsatz von Agrar-Gentechnik bei Lebensmitteln ab. Begründet werde dies damit, dass die VerbraucherInnen bereits heute umfassend über die Existenz von genveränderten Organismen in Lebensmitteln und Futter informiert seien.

Ulrike Trick
Ulrike Trick

Trick: „Diese Argumentation ist abenteuerlich und falsch, denn es werden in der Europäischen Union auch jetzt viele Tierprodukte mit Hilfe von Agrar-Gentechnik hergestellt und verkauft, ohne dass dies für die Verbraucher durch eine entsprechende Kennzeichnung erkennbar wäre.

Gentechnisch veränderte Zutaten in Lebensmitteln müssen zwar deklariert werden, nicht aber Produkte wie Fleisch oder Milch, für deren Erzeugung gentechnisch veränderte Futtermittel zum Einsatz kamen.“

Trick abschließend: „Dies lässt nichts Gutes für das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA erwarten, das derzeit hinter verschlossenen Türen verhandelt wird. Mit immer mehr Menschen teile ich die Befürchtung, dass damit zahlreiche europäische und deutsche Standards in vielen Bereichen gefährdet werden, auch und gerade im Bereich der Lebensmittel.

Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen eine klare und lückenlose Kennzeichnung von gentechnisch hergestellten Nahrungsmitteln in der gesamten Produktionskette. Wer Gentechnik ablehnt, soll dies auch tun können!“

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

1 KOMMENTAR

  1. Was mittlerer Weile, aus reiner Finanzraffgier, auf uns Bürger zukommt kann nicht akzeptiert werden. Unsere Gesundheit darf nicht dem Kapitalismus zum Opfer fallen. Das Freihandelsabkommen zwischen EU und USA, wird alle unsere Errungenschaften wie Arbeitsschutz, gerechte Entlohnung, gesunde Lebensmittel u.v.a.m. auf den Kopf stellen. Das wahrscheinlich erst einmal ohne es zu merken, dann aber wenn es viel zu spät ist.

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