Es war nicht das beste Wetter, als der Nikolaus und sein Knecht Ruprecht am Wesel-Datteln Kanal in Gahlen mit seinem Schiff am Samstagabend anlegten.

SCHERMBECK. Das jedoch beeindruckte die aufregten Kinder, die mit ihren bunten Laternen ungeduldig die Ankunft des heiligen Mannes erwarteten, wenig.

Bevor es Richtung Kanal ging, versammelten sich am späten Nachmittag Besucher aus nah und fern vor der malerischen Kulisse der beleuchteten Dorfmühle und der Insel im Mühlenteich, um am 48. Nikolauszug des Gahlener Heimatvereins teilzunehmen.

Nikolaus in Gahlen 2018
Der einsetzende Regen ließ bei so manchen gebastelten Laternen die Flügel der Engel oder Tiere schlapp herunterhängen. Unbeeindruckt davon setzte sich der Zug, nach der Begrüßung des Heimatvereinsvorsitzenden Jürgen Höchst gegen 16.30 Uhr Richtung Kanal in Bewegung.
Begleitet wurde der Zug vom Blasorchester Erler Jäger und der Feuerwehr Gahlen.

Nikolaus in Gahlen 2018

Sie spendeten mit ihren Feuerfackeln ausreichend Licht, sodass auch jeder Teilnehmer guten Fußes den Weg zum Nikolaus und seinem Gespann fanden. Hunderte von kleinen Kinderhändchen streckten sich dem Nikolaus bei seiner Ankunft entgegen, die fast alle einzeln geschüttelte wurden.

Nikolaus in Gahlen 2018 Glockengeläut der Gahlener Kirche

Seit rund 26 Jahren empfing ein Glockengeläut der Gahlener Kirche den Nikolaus und sein Gespann. Nicht vom Turm, wie Tontechniker Jürgen Lokis verriet, sondern aus der Konserve. „In den 80 ziger Jahren gab es eine Schallplatte mit dem Glockengeläut der Kirche. Natürlich lasse ich heute keine Platte mehr laufen, sondern habe den Ton digitalisiert“.

Anschließend begrüßte Pastor Christian Hilbich den Nikolaus und die Besucherschar bei ihrer Ankunft vor der Feuerwehr mit den Worten: „Lieber Nikolaus genieß die Zeit in Gahlen und wirf ab all die Qualen. Erleb ihn gut, den Zauber hier in Gahlen“.Nikolaus in Gahlen 2018

Jahresrückblickvom Nikolaus

Die Rolle des Nikolauses übernahm erneut Gerd Beck. Ein Nikolaus mit Herz und Seele. „Es ist einfach wunderbar. Auf meiner Reise durch Westfalen kam ich heute in das kleine Dorf Gahlen. Der Kirchturm strahlt in hellem Glanz und die dörfliche Idylle ist noch ganz“.

Darüber hinaus verpackte er in seinem Jahresrückblick einige politische Ereignisse, die besonders in den letzten Monaten die Gahlener Bürger beunruhigen. „Das Gahlener Forum wurde gebildet, um die Ölpellets zu suchen. Es hat sich aufgemacht und so allerhand ans Licht gebracht. Ölpellets wurden am Mühlenberg vergraben. Die wollen wir aber dort nicht haben. Den Wolf haben wir auch im Visier, da sollen wir uns fragen: Hat er überhaupt was zu suchen, hier bei uns im Revier?“.

Nikolaus mit Herz und Seele
Besonders freute sich Beck aber über die vielen Menschen, die erneut wieder nach Gahlen gekommen sind und stellte fest: „Die Gahlener Kinder waren alles sehr lieb und gut erzogen“. Musikalisch begleitete der Männergesangverein Gahlen-Dorf und die Gahlener Jagdhornbläser, bevor die rund 500 Nikolaustüten von den Engeln verteilt wurden, mit einem Ständchen das Geschehen. Petra Bosse

 

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