In den vergangenen Tagen hatten verdächtige Fleischstücke an der Kippheide in Wulfen für Unruhe unter Hundebesitzern gesorgt. Norbert Holtick vom Schäferhundverein OG Wulfen erklärt, was die Tierhalter jetzt tun können.

Eine böse Überraschung hatte am vergangenen Wochenende ein Hundehalter erlebt, dessen Tier nach dem Verzehr von zwei ausgelegten Fleischstücken in die Klinik musste. Zum Glück geht es dem Hund wieder gut, aber der Schreck sitzt tief. Zur Sicherheit konnte auch ein Team mit Giftköder-Suchhunden gewonnen werden, das das Gebiet weiträumig absuchte. Dabei wurden offenbar marinierte Hähnchenstücke, Hackfleisch und Gemüse entdeckt. Ob es sich dabei wirklich um vergiftete Köder handelte, ist noch nicht gesichert.

Norbert Holtick vom Schäferhundverein OG Wulfen bedauerte gegenüber den Heimatmedien, dass eine solche Vergiftung nie ganz verhindert werden könne. Hundehalter könnten aber selbst etwas dafür tun, damit es nicht zu einem tragischen Unglück kommt. „Es gibt leider keine Wunderlösung“, so Holtick. „Ich habe schon von Fällen gehört, wo Hundebesitzer ihre Tiere aus Angst nur noch mit einem Maulkorb spazieren geführt haben. Das verhindert zwar, dass die Hunde etwas aufnehmen, aber behindern auch ganz erheblich den sozialen Austausch mit Artgenossen. Letztendlich tut man dem Tier so keinen Gefallen“, betont der erfahrene Hundeführer.

Vertrauensvolle Partnerschaft

Zielführender sei es, bei der Erziehung auf eine vertrauensvolle Partnerschaft zwischen Hund und Halter zu achten. „Je besser Mensch und Tier zusammenarbeiten, desto eher macht der Hund auch auf sich aufmerksam, wenn er etwas findet“, so Holtick. Das klappe besonders gut bei eher zurückhaltenden Hunden, die den Blickkontakt zu ihrem Menschen suchen, bevor sie etwas anrühren. „Aber auch bei eher fressgierigen Tieren kann eine gute Ausbildung etwa bei einer Hundeschule helfen“, betont der Fachmann. So bieten viele Hundeschulen spezielle Kurse an, die Hund und Halter vor Giftködern schützen sollen.

Generell sei aber auch eine gute Erziehung noch keine Garantie dafür, dass der Hund in einem schwachen Moment nicht doch zugreift und sich vergiftet. Daher sei es wichtig, den Hund nie unbeobachtet zu lassen. „In Gebieten, wo schon öfter solche Funde gemeldet wurden, sollte man den Hund nur an der kurzen Leine führen“, so Norbert Holtick. Am besten sei es, die genannten Stellen zu meiden. „Lieber eine andere Strecke laufen oder mit dem Hund ein, zwei Kilometer weiter weg fahren und dort spazieren gehen“, so der Hundefreund.

Im Zweifel zum Tierarzt

Was aber, wenn alle Stricke reißen, und der Hund doch zugreift? „Wenn der Hundehalter schnell reagiert, kann er den Fremdkörper vielleicht noch rechtzeitig entfernen. Alles, was raus ist, ist gut“, so Holtick. Dazu drückt man dem Hund im hinteren Bereich auf die Lefzen und befördert den Fremdkörper aus dem Maul. Falls man sich nicht sicher ist, was der Hund gefressen hat, sollte man sicherheitshalber zum Tierarzt. „Wenn man Glück hat, war es nur eine tote Maus, aber lieber einmal zu oft zum Arzt“, rät der Fachmann.

Zudem sei es sinnvoll, verdächtige Funde und Beobachtungen an das Ordnungsamt oder die Polizei zu melden, und andere Hundebesitzer zu warnen. Denn nur eines sei sicher: Fiese Zeitgenossen, die Hunden und ihren Besitzern Übles wollten, gäbe es leider immer wieder.