Gemeinsam gegen Rassismus: An der Gesamtschule Schermbeck setzten sich Schüler der Jahrgangsstufe 9 einen ganzen Tag lang mit Vielfalt, Vorurteilen und Zusammenhalt auseinander. Der Projekttag machte deutlich, wie engagiert und kreativ die Schulgemeinschaft das Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ lebt.
An der Gesamtschule Schermbeck fand ein Projekttag unter dem Motto „Vielfalt ist ein Teil von uns“ statt. Schüler der Jahrgangsstufe 9 arbeiteten gemeinsam mit ihren Lehrkräften zu Themen wie Rassismus, Sprache, Demokratie und kultureller Vielfalt. Wie Schulleiter Christian Droste mitteilte, sei es der Schule wichtig, Haltung nicht nur zu vermitteln, sondern erlebbar zu machen.
Gemeinsamer Auftakt in der St.-Ludgerus-Kirche
Der Projekttag begann mit einem Wortgottesdienst in der St.-Ludgerus-Kirche. Dabei ging es um die Frage, was Vielfalt für eine Gemeinschaft bedeutet und was Menschen trotz aller Unterschiede verbindet. Zum Abschluss erklang das Lied „This is me“ aus dem Film The Greatest Showman.
„Der gemeinsame Start hat gezeigt, dass Vielfalt nichts Abstraktes ist, sondern etwas, das uns alle im Alltag betrifft“, erklärte Droste. Der Gottesdienst habe einen passenden Rahmen geschaffen, um ins Gespräch zu kommen und den Tag gemeinsam zu beginnen.
Klasse 9a: Vielfalt beginnt im Inneren
Die Klasse 9a setzte sich kreativ mit Vorurteilen auseinander. Die Schüler gestalteten Memes zu Vielfalt und zu rassistischen Klischees. Zusätzlich arbeiteten sie mit Papiermasken. Auf der Vorderseite hielten sie fest, welche Erwartungen oder Vorurteile andere Menschen ihnen zuschreiben könnten. Auf der Rückseite beschrieben sie ihre tatsächlichen Werte, Gefühle und Charaktereigenschaften. Ziel war es, die „Maske abzusetzen“ und zu zeigen, dass Vielfalt nicht immer sichtbar ist. Das Klassenmotto lautete: „Man sieht einem nicht immer alles an – Vielfalt beginnt im Inneren.“
„Gerade diese persönlichen Zugänge sind wichtig, weil sie zum Nachdenken anregen und Empathie fördern“, so Droste.
Klasse 9b: Demokratie lebt von Vielfalt
In der 9b gestaltete jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Puzzleteil. Zusammengesetzt ergaben alle Teile ein großes Bild, das verdeutlichte, dass Gemeinschaft nur durch alle Einzelnen entsteht. Zusätzlich malte die Klasse Silhouetten verschiedener Personen, um Unterschiede sichtbar zu machen.
Die Klasse beschäftigte sich bereits länger mit dem Thema „Demokratie lebt von Vielfalt – Vielfalt ist Demokratie“. Ergänzend entstanden Bilder, die auf unangenehme Kommentare aufmerksam machten. Die zentrale Botschaft lautete: „Jeder ist unterschiedlich, aber alle sind perfekt so.“
Wie der Schulleiter mitteilte, zeige dieses Projekt besonders deutlich, „dass demokratisches Miteinander ohne Respekt und Vielfalt nicht funktionieren kann“.
Klasse 9d: Sprache hat Macht
Die Klasse 9d arbeitete in mehreren Gruppen zum Thema „Sprache hat Macht“. Eine Gruppe setzte sich mit Beleidigungen im Internet und in sozialen Medien auseinander. Eine weitere untersuchte unangemessene Redewendungen und erarbeitete respektvolle Alternativen. Auch Beleidigungen beim Gaming wurden thematisiert. Zwei weitere Gruppen beschäftigten sich mit Rassismus in Filmen oder Serien sowie mit Rassismus im Schulalltag.
„Sprache kann verletzen, aber sie kann auch verbinden“, betonte Droste. „Dass die Schüler sich damit so differenziert auseinandersetzen, ist ein starkes Zeichen.“
Klasse 9e: Spielen verbindet weltweit
Die Klasse 9e bereitete in der Turnhalle verschiedene Spiele aus aller Welt vor. Ziel war es zu zeigen, dass Kulturen und Länder zwar unterschiedlich sind, der Spaß am gemeinsamen Spielen jedoch überall gleich ist.
In der letzten Schulstunde besuchten alle Klassen die Ausstellungsräume der anderen Gruppen. Dabei kamen sie miteinander ins Gespräch, stellten Fragen und diskutierten die Ergebnisse.
Mehr als ein Projekttag
Zum Abschluss zog der Schulleiter ein positives Fazit. „Der Projekttag war mehr als eine Abwechslung vom Unterricht. Er hat gezeigt, wie viel Kreativität, Teamgeist und Engagement in unserer Schulgemeinschaft steckt“, sagte Droste. Neue Ideen seien ausprobiert, Talente entdeckt und Zusammenarbeit ganz praktisch erlebt worden.
Mit diesen Eindrücken kehrten die Schüler in den Schulalltag zurück, verbunden mit einer klaren Erkenntnis: Vielfalt müsse mit Leben gefüllt und aktiv gelebt werden. „Und genau dafür setzen wir uns als Schule ein“, so Droste abschließend.























