In einer pointierten Stellungnahme hat sich die Partei „Die PARTEI Schermbeck“ zur jüngsten Pressemitteilung der Grünen geäußert. Hintergrund ist die Entscheidung der Grünen, keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten oder -kandidatin aufzustellen. Aus Sicht von Die PARTEI Schermbeck sei dies ein Ausdruck politischer Zurückhaltung – verbunden mit Kritik an der praktizierten Oppositionsrolle der Grünen im Ort.
Kandidat*innenfehlanzeige – Grüne werden sich nicht grün
„Grün, grün, grün sind alle meine Farben – besser kann man die Pressemitteilung der Grünen zur eigenen Kandidat*innenfehlanzeige nicht vertonen“, meint Bürgermeisterkandidat Manuel Schmidt. „Ich hatte mich schon auf ein paar gut gemeinte Lippenbekenntnisse gefreut, die so perfekt ins ortsgrüne Konzept der totalen Ablehnung gepasst hätten. Wäre sicher interessant geworden. Oder zumindest bio-zertifiziert dekorativ“, sagt er und schmunzelt.
Politische Mitte mit spitzen Rändern
„Tja, nun bin ich also nicht nur politisch der Mann der extremen Mitte, sondern – Trommelwirbel – auch faktisch. Rechts von mir: ein Mann aus dem Herzen der Verwaltung, getragen vom Applaus der alten Seilschaften – als sei das Bürgermeisteramt der goldene Deckel auf dem Einmachglas der cDU-Dauerkarrieren und keine Wahl. Links: das letzte Aufgebot der Sozialdemokratie – nett, aber halt … sPD.“
Kritik an der Zuschauerrolle der Grünen
Die Grünen hätten sich, so Schmidt, für „Zuschauerdemokratie mit erhobenem Zeigefinger“ entschieden – winkend vom Spielfeldrand, während im Kreis Wesel seit Jahren schwarz-grün gekuschelt werde. „Und vor Ort? Da riecht’s dann plötzlich ganz komisch – weil angeblich der Fisch vom Kopfe her stinkt. Das mag sein, aber den Grünen fehlt ja sogar der Kopf.“
„Was bei uns schiefläuft, ist oft besser als anderswo der Normalzustand“
Trotz der Kritik wolle man in Schermbeck konstruktiv bleiben. „Wir drehen hier kein ganz großes Rad – aber was bei uns schiefläuft, ist oft immer noch besser als anderswo der Normalzustand. Und immerhin dreht sich bei uns was“, so Schmidt.
Keine Koalitionen, kein Hinterzimmer
Marc Overkämping, Vorsitzender des Ortsverbands, stellt klar: „Wir folgen keiner cDU, es gibt keine Koalitionen, keine Deals, keine Hinterzimmer-Weinkeller. Wir stimmen dem zu, was passt – und lehnen ab, was Quatsch ist. Sachbezogen.“ Wenn die CDU inhaltlich ähnlich abstimme, „können wir uns ja schlecht wehren“.
Die Grünen hingegen würden es vorziehen, aus der zweiten Reihe mit faulen Eiern zu werfen, anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen. „Statt die Eier zu haben und dem Bürgermeister eine*n KandidatX entgegenzustellen, werfen die Grünen lieber weiter mit faulen Eiern“, so Overkämping.
Haltung mit Button und Bier
„Wir sind immer noch und immer wieder auf der Suche nach dem Spagat zwischen dem, für das Die PARTEI steht, und sinnvollen Entscheidungen für Schermbeck. In beiden Fällen haben wir uns wenig vorzuwerfen und schauen auf die Erfolge in den Bereichen, die uns am Herzen liegen. Und wir werden noch besser – das ist ein Versprechen!“, sagt Overkämping.
Sein Angebot an die Wählerinnen und Wähler: „Wenn ihr Bock darauf habt, dann wisst ihr ja, wo ihr uns findet. In den Kneipen oder am Wahlstand. Mit Button. Und Bier. Und Haltung.“
Hintergrund:
Manuel Schmidt wurde Anfang April vom Ortsverband Schermbeck der Satirepartei „Die PARTEI“ einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten gewählt. Die Partei kündigte an, zur Kommunalwahl 2025 mit einer Mischung aus politischem Humor und ernsthafter kommunalpolitischer Arbeit anzutreten. Im Fokus stünden klare Positionen gegen Rechtsextremismus und für mehr Bürgerbeteiligung.























