Die Otto-Pankok-Grundschule siegte bei den Waldjugendspielen

Sechs Schulklassen beteiligten sich an einem Wettbewerb des RVR in der Uefter Mark. Den zweiten Platz belegte die Klasse 4b der Schermbecker Grundschule

Als gestern kurz vor 12 Uhr der stellvertretende Schermbecker Bürgermeister Ulrich Stiemer in einer Waldlichtung in der Uefter Mark den Sieger der Waldjugendspiele bekanntgab, da flogen die Hände der Jungen und Mädchen der Drevenacker Otto-Pankok-Grundschule in die Höhe. Die Klasse 4a und ihre Klassenlehrerin Volke Dähnert hatten den Wettbewerb gewonnen, an dem sich auch die Parallelklasse 4b und alle vier Klassen der Schermbecker Grundschule beteiligt hatten.

Rangerteam des RVR Revierleiter Christoph Beemelmans

Bei trockener Witterung gefiel es den etwa 150 Jungen und Mädchen in der Uefter Mark besser als in den Schulgebäuden. Das Rangerteam des RVR um den Revierleiter Christoph Beemelmans informierte im Rahmen des RVR-Projektes „grünes Klassenzimmer“ kindgemäß über Natur- und Wirtschaftsprozesse im Wald. Durch entsprechende Unterrichtseinheiten in den ersten Schuljahren waren etliche Kinder schon ein wenig auf den waldpädagogischen Ausflug vorbereitet. Aber unter fachkundiger Leitung der Ranger konnten sie nach dem Start am Nottkamp-Parkplatz auf ihrem Rundweg jede Menge Neuigkeiten erfahren.

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Die Klasse 4a der Drevenacker Otto-Pankok-Grundschule siegte bei den Waldjugendspielen in der Uefter Mark. Foto: Helmut Scheffler

Teamwork und Fingerspitzengefühl

Teamwork und Fingerspitzengefühl waren bei den diesjährigen Waldjugendspielen gefragt, die der Eigenbetrieb Ruhr Grün des Regionalverbandes Ruhr (RVR) veranstaltete. Die Schüler*innen maßen sich an neun Stationen in unterschiedlichen Disziplinen rund um das Thema „Wald“. Im Wettkampf galt es, praktische Aufgaben zu lösen und das im Unterricht der Grundschullaufbahn bereits erworbene Forst-Wissen unter Beweis zu stellen.

Zählen der Jahresringe

An der ersten Station erzählte der Forstwirt Michael Rohlf von seinen Aufgaben im Wald, vom Pflanzen neuer Bäume, von der Pflege der Kulturen und von der Holzernte. Nachdem er den Kindern erklärt hatte, dass man mit Hilfe der Jahresringe das Alter eines Baumes bestimmen kann, durften fünf Schüler beim Zählen der Jahresringe einer Kiefer Punkte sammeln.

Sonja Beckmann und Andrea Dahlhaus erklärten den Kindern, wie man die Fährten eines Wildschweins oder eines Rehes erkennen kann und wie das Geweih des Damwildes sich vom Gehörn des Rehwildes unterscheidet.

Die Vermeidung eines Waldbrandes war das Thema an einer weiteren Station, wo die Kinder das Löschen eines Waldbrandes simulierten. Fünf Kinder mussten in insgesamt fünf Minuten möglichst viel Wasser per Spritze in einen etwa zehn Meter weit entfernten Behälter befördern, um Punkte für den Wettbewerb zu sammeln.

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An einer Station ging es um die Bekämpfung eines Waldbrandes. Die Kinder mussten in einer bestimmten Zeit möglichst viel Wasser per Spritze in einen Behälter befördern. Foto Scheffler

Geschicklichkeitsspiel

An einer anderen Station konnten Punkte gesammelt werden durch ein Geschicklichkeitsspiel. Drei Gruppen zu jeweils drei Kindern mussten aus einem Haufen von Blättern die Eichen-, Buchen- und Ahornblätter getrennt heraus“angeln“ und an den passenden Baum hängen.

Um das Thema Baumscheiben ging es an dem Stand, den Richard Sanders betreute. Von ihm erfuhren die Kinder, dass man die Baumscheiben anhand der Rinde und der

Farbe erkennen kann. Die Birkenscheibe erkennt man an der weißen Rindenfärbung. Die Eiche ist dunkler und die Buche weist eine weiß-rötliche Färbung auf.

Gruppenarbeit war gefragt

Was man alles aus Holz herstellen kann, erfuhren die Kinder an der sechsten Station. Das reichte vom Zahnstochern und Malstiften über Bücher und Türen bis hin zu Möbeln und Dachstühlen. Gruppenarbeit war gefragt, um einen Dachstuhl anhand einer vorgegebenen Zeichnung möglichst schnell aus vorgefertigten Teilen zusammenzubauen.

An einer Station mussten die Kinder einem etwa 30 Meter langen Pfad folgen und dabei die sehr gut getarnten aus Holz nachgebildeten Tiere beiderseits des Pfades finden und benennen können. Wer die meisten Tiere fand und richtig benennen konnte, erhöhte das Punktekonto der Klasse,

Um die Fotosynthese ging es an einer weiteren Station. Nachdem Claudia Walter den Kindern erklärt hatte, wie Wasser und Kohlenstoffdioxid in Zucker und Sauerstoff umgewandelt werden, ahmten die Kinder den Wassertransport auf dem Weg zur Baumkrone nach. Im Rahmen eines Löffellaufes musste möglichst viel Wasser per Löffel zu einem sieben Meer entfernten Messbehälter gebracht werden.

Schermbecker Grundschule auf Platz 2

Bei der anschließenden Auszählung der gesammelten Punkte hatten die Drevenacker Grundschüler die Nase vorn. Zur Belohnung gab es außer der Urkunde auch eine Freikarte für den Besuch der gesamten Klasse im Schwimmbad in Nienhausen. Den zweiten Platz belegte die Klasse 4b der Schermbecker Grundschule, die ein cooles hölzernes Hausschwein für den eigenen Klassenraum bekam. Einen Nistkasten erhielt die Klasse 4a der Schermbecker Grundschule für ihren dritten Platz.

Info:

Schulen, die Interesse daran haben, dass die Schulkinder von Fachleuten kindgemäß über Natur- und Wirtschaftsprozesse im Wald informiert werden, können sich zwecks einer Terminvereinbarung mit dem RVR in Verbindung setzen. Förster Christoph Beemelmans lädt weitere Schulen zum Unterricht im Grünen ein. Die Anmeldung kann telefonisch (Tel. 02856/4491) oder per Mail ([email protected]) erfolgen.

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.