Schermbeck will erstmal staatlich anerkannter Erholungsort werden. Stimmt der Gemeinderat zu, erarbeitet die Verwaltung einen Antrag. Und prüft mehr.

Willkommen in Bad Schermbeck – klingt doch gut, oder? Geht der Plan der Verwaltung auf, könnte Schermbeck künftig zumindest mal offiziell anerkannter Erholungsort, wenn nicht sogar Luftkurort werden.

Mag diese Idee manch einem auf den ersten Blick vielleicht etwas abstrus erscheinen, steht sie doch auf der Tagesordnung der kommenden Gemeinderatssitzung. Findet der Plan eine Mehrheit, stellt Schermbeck tatsächlich einen entsprechenden Antrag.

Zuversicht im Rathaus

Im Rathaus ist man zuversichtlich, die notwendigen Kriterien zur staatlichen Anerkennung zumindest als Erholungsort zu erfüllen. Dazu gehören unter anderem „räumlich angemessene Grünflächen mit Ruhebereichen und gesundheits- und erlebnisorientieren Bereichen sowie Angeboten zur Wissensvermittlung, Kommunikation und Unterhaltung“, „eine Beruhigung der Verkehrsstraßen insbesondere im Bereich von Gesundheitseinrichtungen“ und auch die „Vorhaltung einer insgesamt erholungsgerechten Infrastruktur, wie zum Beispiel ein ausgeschildertes Wander- und Radwegenetz, beruhigte Verkehrszonen, ausreichende Ausschilderung touristischer Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten“.

Qualitätsstandards erfüllen

Schon vorhanden und machbar, meinen die Verantwortlichen. Sie sehen in Schermbeck ein „sehr breit gefächertes Angebot an Gastronomie und Hotelbetrieben“, das „auf 110 Quadratkilometern eine Auswahl für jede Sparte von Tourist und Bürger“ bietet. Vielseitig sei das Angebot auch für Naturliebhaber, Kulturinteressierte und Sportbegeisterte. Kurz: Die Gemeinde Schermbeck „verfügt über die aufgeführten Qualitätsstandards“, um die staatliche Anerkennung als Erholungsort erlangen zu können, schreibt die Verwaltung.

Und mehr noch: Sollte sich im Laufe des Verfahrens zeigen, dass eine Qualifizierung als Luftkurort realistisch zu erreichen ist, wird die Verwaltung beauftragt, die notwendigen Anträge hierzu zu stellen. Das Geld für notwendige Gutachten und Erhebungen soll entweder aus den Haushaltsansätzen 2021 bezahlt, oder in den Haushalt 2022 eingeplant werden. Kalkulierter Kostenpunkte: 6.300 Euro für die Zertifizierung zum Erholungsort, 12.800 Euro für die Zertifizierung zum Luftkurort.

Mehr Tourismus, mehr Geld

Mit dem Zusatz Erholungsort- oder gar Luftkurort soll in erster Linie der Tourismus verstärkt werden und damit mehr Geld in die privaten und öffentlichen Kassen der Gemeinde fließen. So hofft die Verwaltung durch die Anerkennung etwa auf zusätzliche Fördergelder zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Von einer erhofften Erhöhung der Übernachtungszahlen sollen dann nicht nur Gastronomie und Hotellerie, sondern zum Beispiel auch Hofläden, Forellenzuchtbetriebe oder der lokale Einzelhandel profitieren. Außerdem hofft man auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Das Zertifikat ist 10 Jahre gültig. Eine danach erforderliche Erneuerung wäre mit deutlich weniger Aufwand und Kosten verbunden.