Ältester Männerchor Schermbecks bereichert kleinstädtische Kultur
Schermbeck Pünktlich zur Feier des 150-jährigen Vereinsbestehens am letzten August-Wochenende hat der Männergesangverein „Eintracht“ eine Festschrift erstellt. Donnerstagabend wurde die 96 Seiten umfassende Festschrift im Vereinsheim an der Freudenbergstraße vorgestellt.
„Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, stellte der Vorsitzende Michael Göbel fest. Sein Lob galt dabei insbesondere dem Vereinsmitglied Reinhard Gardemann, der die redaktionelle Betreuung übernommen hatte und auch für das Layout verantwortlich zeichnet. Seine Tochter Marion Stark druckte die Festschrift in Rosenheim. Die Festschrift wird kostenlos abgegeben. Sie liegt derzeit schon in der Verbands-Sparkasse, in der Volksbank, im Rathaus und in mehreren Geschäften aus und wird auch im Festzelt während der Jubiläumsfeier abgegeben.
Im ersten Teil der Festschrift, deren Titelbild vorwärts stürmende „Eintracht“-Sänger zeigt, wird in Kurzfassung die Vereinschronik zusammengestellt. Der Leser erfährt, dass der 1865 gegründete Verein im Jahre 1882 ein Vereinsstatut erschloss, im Jahre 1890 in einem Festzelt auf Steinkamps Wiese sein 25-jähriges Bestehen feierte und anlässlich der 30-Jahrfeier im Jahre 1895 die erste Fahne erhielt. Am 9. August 1909 beteiligte sich der Verein an der 300-Jahrfeier der Zugehörigkeit des ehemaligen Herzogtums Kleve zu Brandenburg-Preußen.

Schriftführer Dr. Wolfgang Kimpenhaus, Redakteur Reinhard Gardemann, Vorsitzender Michael Göbel und die Sänger Wilfried Adomeit und Manfred Jansen (v.l.) stellten am Donnerstag die Festschrift des MGV „Eintracht“ vor. Foto: Helmut Scheffler
Schriftführer Dr. Wolfgang Kimpenhaus, Redakteur Reinhard Gardemann, Vorsitzender Michael Göbel und die Sänger Wilfried Adomeit und Manfred Jansen (v.l.) stellten am Donnerstag die Festschrift des MGV „Eintracht“ vor. Foto: Helmut Scheffler

In der Chronik begegnet der Leser einigen Vorsitzenden: Schophaus, Heinrich Overberg, Friedrich Stricker, Karl Stender, Heinrich Entrop, Emil Winck, Wilhelm Strohm, Hermann Stricker, Fritz Schmitz, Hermann Finking, Otto Werner, Georg Kühne, Bernhard Redeker, Werner Gudat, Willi Legenbauer, Egbert Hausberg, Uli Becker und Michael Göbel. Als Dirigenten werden Ernst Sack und Fritz Bertram ebenso genannt wie Heinrich Oppenberg, Norbert Sieberg, Hans-Werner Winck, Dr. Urban Schepers, Heinz-Gerd Kathage und Walter Buß.
Die ersten 125 Jahre der Vereinsgeschichte werden nur mit kurzen Sätzen zusammengefasst. Auf eine ausführliche Wiederholung jener Inhalte, die in den drei früheren Festschriften der Jahre 1955, 1965 und 1990 dargestellt wurden, hat der Vorstand bewusst verzichtet. Dadurch blieb Raum, auf 60 Seiten die Entwicklung des Vereins seit dem letzten Jubiläum im Jahre 1990 ausführlich darzustellen. Etwa 220 Schwarz-Weiß- und Farbfotos dokumentieren die Bedeutung des MGV „Eintracht“ als wichtiges kulturelles Standbein der Gemeinde Schermbeck.
Da nicht jeder Auftritt der letzten 25 Jahre vorgestellt werden konnte, fand eine Auswahl statt. Dabei wurden zwei Vorgaben beachtet. Es sollten nach Möglichkeit alle Jahre zwischen den Jubiläen der Jahre 1990 bis 2015 berücksichtigt werden. Außerdem sollten sich irgendwo in diesem Zeitraum mindestens einige Beispiele finden für solche Aktivitäten, die im Jahresprogramm des MGV stets fest verankert waren. Dazu gehören die Karnevalsfeier, das Pfingstsingen/Pfingstfest, Aufhängen des Maikranzes vor der Volksbank, Aufhängen des Erntekranzes, Herbstkonzerte und adventliche Konzerte. Darüber hinaus werden alle größeren Einzelkonzerte der „Eintracht“ und die Beteiligung an Konzerten anderer Chöre sowie der Besuch von Jubiläen anderer Vereine in Texten und Fotos vorgestellt. Die Fotos betreffen zwar in erster Line das Vereinsleben, legen aber an vielen Stellen zugleich Zeugnis ab von kleinstädtischen Ereignissen der letzten 25 Jahre.
33 Einzelfotos von aktiven Sängern, Fotos von Ausflügen und privaten Feiern, eine Aufzählung aller Vereine, die das diesjährige Jubiläum mitgestalten, und die Werbung neuer Sänger runden die Festschrift ab. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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