StartLokalesAufregende Tage am Spechort -Kampfmittelräumdienst findet jede Menge Schrott

Aufregende Tage am Spechort -Kampfmittelräumdienst findet jede Menge Schrott

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Ellen Großblotekamp, Fachbereichsleiterin „Ordnung & Soziales sowie ihre Stellvertreterin Lena Möllmann und Bürgermeister Mike Rexforth. Foto: Gemeinde Schermbeck (Montage)

Viel wurde in den letzten Wochen, besonders in den sozialen Medien, über die unerklärlichen Vorgänge spekuliert, die sich an einigen Stellen in Schermbeck nahezu zeitgleich ereigneten.

Auch der gesperrte Parkplatz am Rathaus erregte einige Aufmerksamkeit und ließ die Gerüchteküche brodeln. Auffallend ruhig blieb man dagegen im Rathaus, und das aus gutem Grund, wie sich am 6. Juli bei einem Pressetermin herausstellte, zu dem Bürgermeister Mike Rexforth geladen hatte. Denn eines konnte man dort in den zurückliegenden Wochen nicht auch noch gebrauchen: Panik.

100 Verdachtspunkte ausgemacht

Im Rathaus ging es allerdings alles andere als ruhig zu. Grund für die Aufregung war das Baugebiet Spechort. Für diesen Bereich hatte eine bei der Bezirksregierung beantragte Luftbildauswertung bereits Ende 2021 zu einer Empfehlung für eine Kampfmittelüberprüfung durch Flächendetektion geführt. Dies machte weitere Anträge erforderlich.

All das wäre noch keine große Sache gewesen, zumal es bereits Hinweise darauf gab, dass sich in diesem Bereich im 2. Weltkrieg eine Flakstation befunden hat. Die Möglichkeit war also durchaus gegeben, hier noch auf Munition oder andere Kampfmittel zu stoßen. Das Ergebnis der Detektion am 20. April, machte dann aber doch erst einmal sprachlos.

100 Verdachtspunkte

Am 12. Mai kam von der Bezirksregierung der Hinweis, dass rund 100 Verdachtspunkte ausgemacht werden konnten. Eine beunruhigende Nachricht, die zahlreiche weitere Schritte erforderlich machte. Gleichzeitig mussten Maßnahmen getroffen werden, um die Bevölkerung und die Einsatzkräfte vor Ort im Fall des ungünstigsten Szenarios ausreichend schützen und unterbringen zu können. So wurde u. a. der Kreis Wesel frühzeitig für den Fall notwendiger Evakuierungen besonders gefährdeter Einrichtungen, z. B. des Altenheims, informiert. Als Öffnungstermin wurde die Woche ab dem 15. Juni festgesetzt.

Vorbereitung auf Worst-Case-Szenario

Derweil spielte der Krisenstab im Rathaus alle denkbaren Möglichkeiten durch und traf die nötigen Vorbereitungen. Ein Team um Ellen Großblotekamp, Fachbereichsleiterin „Ordnung & Soziales“, und ihre Stellvertreterin Lena Möllmann, machte sich an die Umsetzung. Da es kein Handbuch für Kommunen bei derartigen Herausforderungen gibt, musste jede Maßnahme geplant und auf ihre Umsetzbarkeit überprüft werden. Dabei stand das gesamte Team von Beginn an unter einem enormen Druck. Als die Bezirksregierung das Ergebnis der Auswertung mitteilte, war dies alles andere als ermutigend. Tatsächlich blieben auch nach der genaueren Überprüfung einige Stellen, die man mehr als ernst nehmen musste.

Evakuierung

Für den Fall, dass sich einer oder gar mehrere dieser kritischen Punkte als intakte Weltkriegsbombe herausstellen sollte, wäre eine Evakuierung des gesamten Ortskerns wahrscheinlich gewesen. Rund 5.000 Menschen leben und arbeiten in dem gefährdeten Radius von 1.200 m rund um den betroffenen Bereich. Auch das Rathaus und beide Feuerwehr-Gerätehäuser wären von der Maßnahme betroffen gewesen. Damit wenigstens die Schulen nicht auch noch berücksichtigt werden mussten, verständigte man sich auf den 21. Juni, einen Tag vor dem Ferienstart, für die Öffnung.

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