Ehrung für den Schermbecker Dr. Steffen Stadthaus

Gleich zwei Schermbecker wurden Dienstagabend im benachbarten Raesfeld geehrt: Steffen Stadthaus für seine literaturwissenschaftlichen Arbeiten und Gustav Sack für sein literarisches Schaffen im frühen 20. Jahrhundert.

Der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hatte Anfang des Jahres in Münster beschlossen, seinen mit 3100 Euro dotierten Förderpreis für westfälische Landeskunde in diesem Jahr an den 39-jährigen Steffen Stadthaus zu vergeben. Mit diesem Preis honoriert der Landschaftsverband die Bemühungen des Schermbeckers um die Bekanntmachung des Schermbecker Dichters Gustav Sack. Im Rahmen einer Feierstunde, an der etwa 70 geladene Gäste teilnahmen, wurde der Preis am Dienstag im Informations- und Besucherzentrum Tiergarten am Schloss Raesfeld überreicht. Für die musikalische Untermalung sorgte Ralf Werner. Ralf Thenior rezitierte Passagen aus Gustav Sacks erstem Roman „Ein verbummelter Student“, dessen Handlungsstränge auch das Schloss Raesfeld berühren, aus Gedichten, aus Sacks Betrachtungen zu Schriftstellern und Literaten sowie aus seinem Tagebuch.

Professor Dr. Walter Gödden gratulierte dem Preisträger Dr. Steffen Stadthaus ebenso wie die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale (2. bis 4. v. l.). Foto Scheffler
Professor Dr. Walter Gödden gratulierte dem Preisträger Dr. Steffen Stadthaus ebenso wie die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale (2. bis 4. v. l.). Foto Scheffler

Als Kulturdezernentin des LWL stellte Dr. Barbara Rüschoff-Thale zunächst zahlreiche Bemühungen des LWL vor, Westfalen als ein „Literatur-Land“ zu präsentieren, bevor sie die Begründung für die Vergabe des Förderpreises an Dr. Steffen Stadthaus erläuterte. Dieser habe sich nicht nur intensiv mit dem Werk des 1885 geborenen Schermbecker Dichters Gustav Sack befasst, sondern im Rahmen von Autorenlesungen und Publikationen auf westfälische Autoren aufmerksam gemacht. Außerdem pflege er regelmäßig Kontakte zu Autoren.

Die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale überreichte dem Schermbecker Dr. Steffen Stadthaus am Dienstag in Raesfeld den Förderpreis des LWL. Foto Scheffler
Die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale überreichte dem Schermbecker Dr. Steffen Stadthaus am Dienstag in Raesfeld den Förderpreis des LWL. Foto Scheffler

Die erfolgreichen mehrjährigen Bemühungen Steffen Stadthaus`, Gustav Sack in seiner Heimat bekannt zu machen, stellte Professor Dr. Walter Gödden als Geschäftsführer der Literaturkommission für Westfalen vor. Die eindrucksvolle Laudatio schilderte den am 9. Dezember 2008 begonnenen Kontakt zwischen ihm und Steffen Stadthaus ebenso wie die gemeinsamen Aktivitäten zur Würdigung des Dichters Gustav Sack im Umfeld des 125. Geburtstages des Dichters im Jahre 2010. Viel Lob gab es für Stadthaus` Ausstellungen im Schermbecker Heimatmuseum, im Haus Nottbeck und im Düsseldorfer Heine-Institut sowie für die Neuausgabe der Werke Gustav Sacks.

Seinen Dank ließ der Preisträger mit Empfehlungen an die Schermbecker ausklingen: „Zu hoffen ist, dass diese Verankerung im Falle Gustav Sacks weiter vorangetrieben wird.“ Kein anderer Autor habe „die Landschaft zwischen Schermbeck und Raesfeld derart kunstvoll literarisch verewigt.“ Dr. Stadthaus empfahl, Gustav Sack wegen seines Einbezugs in den Ersten Weltkrieg und wegen seiner kritischen Bewertung der Kriegsmaschinerie im Jahre 2014 anlässlich der 100. Gedenkjahres des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges zu würdigen. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass der Dichter 1916 an der Front in Rumänien starb. Sein Todestag biete im Jahre 2016 eine Möglichkeit für eine weitere vertiefte Auseinandersetzung mit dem Dichter an. Helmut Scheffler

Der Förderpreis, den der LWL jährlich vergibt, ist für Personen gedacht, die nicht an einer Universität tätig sind und in ihrer Freizeit Landesforschung betreiben oder die ehrenamtliche Forschung besonders fördern. Es soll diejenigen unterstützen, die meist ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer großen Universität wesentliche Arbeitsergebnisse erbringen.

 

Ralf Werner trug zur musikalischen Gestaltung der Preisverleihung bei. Foto Scheffler
Ralf Werner trug zur musikalischen Gestaltung der Preisverleihung bei. Foto Scheffler

 

 

 

 

 

 

 

 

Ralf Thenior rezitierte Passagen aus Gustav Sacks erstem Roman „Ein verbummelter Student“, dessen Handlungsstränge auch das Schloss Raesfeld berühren, aus Gedichten, aus Sacks Betrachtungen zu Schriftstellern und Literaten sowie aus seinem Tagebuch. Foto Scheffler
Ralf Thenior rezitierte Passagen aus Gustav Sacks erstem Roman „Ein verbummelter Student“, dessen Handlungsstränge auch das Schloss Raesfeld berühren, aus Gedichten, aus Sacks Betrachtungen zu Schriftstellern und Literaten sowie aus seinem Tagebuch. Foto Scheffler
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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.