Luftbild (34): Im Flug über die Lippeaue

Westlich des Gartroper Zweigwerkes der Schermbecker Dachziegelwerke Nelskamp überflog Pilot Horst Schmitter am 5. August 2010 in Süd-Nordrichtung die nördlichsten Ausläufer des Gartroper Busches (Vordergrund rechts), den im Jahre 1930 eröffneten Lippeseitenkanal (heute Wesel-Datteln-Kanal) und die in der Bildmitte verlaufende Lippe. Die Lippe trennt die drei ehemals selbstständigen Gemeinden Hünxe-Gartrop (Vordergrund), Schermbeck-Damm (Hintergrund links) und Schermbeck-Bricht (Hintergrund rechts).

Die Lippe wird beiderseits von einem Auenbereich begleitet. Der abgebildete Abschnitt der 255 Kilometer langen Lippe, die aus dem Eggegebirge im östlichen Westfalen kommt, steht seit dem 22. März 1988 unter Naturschutz. Mehrfach wurde das NSG erweitert und erstreckt sich heute mit einer Größe von 1010 Hektar beiderseits der Lippe von Drevenack im Westen bis zur Dorstener Stadtgrenze im Osten.

Schermbeck Luftbild SchefflerIn Zeiten, in denen die Lippe ihr Bett noch nicht so tief eingegraben hatte in die Niederterrasse, pendelte die Lippe in ihrem breiten Bett hin und her. Dabei schuf sie weit ausladende mäandrierende Bögen. Einen solchen gut ausgebildeten Bogen, der im Norden (oben) bis fast zur Bundesstraße 58 reicht, erkennt man in der linken oberen Bildhälfte. In diesem Lippe-Altarm lebt die stickstoffbedürftige Erle in einer Lebensgemeinschaft mit Bakterien, die den Luftstickstoff für die Erle nutzbar machen. Im Unterholz wachsen schwarze und rote Johannisbeere, Schwertlilien und Sauergräser, am Rand hoch wachsende Hopfenpflanzen. Durch eine künstlich erzeugte Rückstaumaßnahme ist das Wasser im Lippebogen so angestiegen, dass inzwischen ein Teil der Erlen abstirbt, dort aber ein interessanter Lebensraum für andere Pflanzen und Tiere geschaffen wird.

Die alte Lippeschlinge umschließt ein höher gelegenes sandiges Gebiet: die 19 Hektar umfassende Barnumer Weide. Magere Weiden befinden sich dort, die von Jungrindern in geringer Dichte unter bezahlten Bewirtschaftsauflagen beweidet werden.

Die Lippe diente schon zur Römerzeit der Schifffahrt. Von 1853 bis 1856 gab es auf der Lippe auch eine Dampfschifffahrt. Mit dem Bau des Wesel-Datteln-Kanals endete die Lippeschifffahrt. Der Fluss hat seinen Nutzen für den wirtschaftenden Menschen dennoch nicht verloren. Er liefert nicht nur das Wasser für den Betrieb des Wesel-Datteln-Kanals, sondern wird auch als Brauchwasserlieferant in Anspruch genommen. Mehrere Campingplätze belegen ebenso die Bedeutung des Flusses für den Tourismus wie zahlreiche Anbieter von Kanutouren. Luftbild Scheffler, 5. August 2010

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.