Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Windenergie Overbeck und der Bürgerwind Erler Lohr den Start der Bauarbeiten für zwei benachbarte Windparks markiert. Auf Schermbecker Seite sollen in Overbeck zwei Windenergieanlagen entstehen, westlich von Erle drei weitere Anlagen.
Windenergie Overbeck startet in die Bauphase
Am Montag, 6. Juli, fand nördlich der Gemeinde Schermbeck und westlich des Ortsteils Erle der symbolische Spatenstich für die Tiefbauarbeiten statt. Die beiden Windparks Windenergie Overbeck und Bürgerwind Erler Lohr liegen räumlich direkt nebeneinander.
Nach zum Teil langjähriger Planung treten beide Projektgesellschaften nun in die Realisierungsphase ein. In den kommenden Monaten sollen zunächst die vorbereitenden Tiefbauarbeiten beginnen. Danach folgen der Bau der Fundamente und die Errichtung der Windenergieanlagen.
Zwei Anlagen auf Schermbecker Seite
Für Schermbeck ist vor allem das Projekt Windenergie Overbeck von Bedeutung. Dort sollen zwei moderne Windenergieanlagen des Herstellers Enercon aus Aurich entstehen. Im benachbarten Bürgerwindpark Erler Lohr sind drei weitere Anlagen des gleichen Typs geplant.
Insgesamt werden damit fünf Windenergieanlagen realisiert. Sie sollen künftig erneuerbaren Strom erzeugen und in das öffentliche Netz einspeisen.
Gemeindewerke Schermbeck beteiligt
Nach Angaben der Projektgesellschaften stehen beide Vorhaben für eine regionale Umsetzung der Energiewende. Nicht externe Investoren, sondern lokale Akteure, Gemeindewerke sowie Bürgerinnen und Bürger hätten sich zusammengeschlossen.
Auch die Gemeindewerke Schermbeck sind an dem Projekt beteiligt. Die jeweiligen Gemeindewerke halten laut Mitteilung 20 Prozent am Eigenkapital der Projektgesellschaften. Damit werde die kommunale Beteiligung an den Windparks gestärkt.
„Mit dem heutigen Spatenstich wird sichtbar, was über viele Jahre hinweg vorbereitet wurde: ein starkes Bürgerenergieprojekt, das erneuerbaren Strom erzeugt und zugleich Wertschöpfung in der Region hält“, sagte Hubert Große-Ruiken, Geschäftsführer der Gemeindewerke Schermbeck.
Wichtig sei, dass lokale Akteure Verantwortung übernähmen. Die Windenergie Overbeck zeige, wie Energiewende gelingen könne, wenn Grundstückseigentümer, Anwohner, Kommune und Gemeindewerke gemeinsam an einem Ziel arbeiteten.
Overbeck wird seit 2011 geplant
Die Planungen für das Windenergieprojekt in der Bauernschaft Overbeck reichen laut Mitteilung bis in das Jahr 2011 zurück. Bereits damals hätten sich Grundstückseigentümer und Anwohner zusammengeschlossen, um in der Bauernschaft einen Bürgerwindpark zu planen und langfristig umzusetzen.
Damit blicke das Schermbecker Projekt auf eine besonders lange Vorbereitungsphase zurück. In dieser Zeit seien zahlreiche planerische, technische, rechtliche und organisatorische Schritte bearbeitet worden.
Bürgerinnen und Bürger konnten sich beteiligen
Bürgerinnen und Bürger aus Schermbeck und Raesfeld konnten sich zudem über eine Schwarmfinanzierung an den Projekten beteiligen. Nach Angaben der Projektgesellschaften seien innerhalb kurzer Zeit mehr als eine Million Euro Bürgerbeteiligung vergeben worden.
Damit solle die regionale Beteiligung weiter gestärkt werden. Zugleich werde die Wertschöpfung stärker vor Ort gehalten.
Regionale Partner sollen eingebunden werden
Ein besonderes Anliegen beider Projektgesellschaften sei es, bei der Umsetzung möglichst viele regionale Partner einzubinden. Dazu zählen Unternehmen aus der Umgebung, finanzierende Banken sowie lokale Ansprechpartner und Dienstleister.
Ziel sei es, einen möglichst großen Teil der Wertschöpfung in der Region zu halten und die Windenergieprojekte eng mit den beteiligten Kommunen sowie den Bürgerinnen und Bürgern zu verbinden.
„Für Schermbeck ist es ein starkes Signal, dass die Gemeindewerke an diesem Projekt beteiligt sind“, sagte Manuel Behlke, weiterer Geschäftsführer der Gemeindewerke Schermbeck. Die Energiewende brauche Akzeptanz, Verlässlichkeit und wirtschaftliche Perspektiven vor Ort. Genau das werde hier miteinander verbunden.
Inbetriebnahme für 2027 geplant
Für dieses Jahr sind der Tiefbau und der Fundamentbau vorgesehen. Im kommenden Jahr soll die Haupterrichtung aller fünf Anlagen folgen. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.
Nach Fertigstellung sollen beide Windparks zusammen voraussichtlich mehr als 80 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom pro Jahr erzeugen und in das öffentliche Netz einspeisen. Laut Mitteilung entspreche dies rechnerisch der Versorgung von rund 23.000 Drei-Personen-Haushalten.























