Wie wollen Sie Klimaschutz, Artenvielfalt und Nachhaltigkeit in Schermbeck fördern, auch über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus? Vier Kandidaten treten zur Bürgermeisterwahl 2025 in Schermbeck an: Mike Rexforth (CDU), Dieter Michallek (SPD), Stefan Dürrbaum (BfB) und Manuel Schmidt (Die PARTEI).
In dieser Serie beantworten sie 30 identische Fragen – ungekürzt und im Originalton.
Täglich erscheint ein neuer Teil mit ihren Antworten.

Nachhaltigkeit und Umwelt
- Wie wollen Sie Klimaschutz, Artenvielfalt und Nachhaltigkeit in Schermbeck fördern, auch über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus?
Mike Rexforth
Fördern – Stand heute wird es keine finanziellen Förderprojekte der Gemeinde für Private geben. Das übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten. Wir haben jedoch mit der Schaffung einer Stelle für eine Klimaschutzbeauftragte in der Gemeinde Schermbeck den Grundstein für eine nachhaltige Bearbeitung dieses Themenfeldes gelegt. Die kommunale Wärmeplanung und ihre spätere Umsetzung werden hier ein zentrales Aufgabenfeld sein.
Unser Team des Bauhofs hat bereits begonnen, öffentliche Grünflächen nachhaltig umzugestalten und insektenfreundlicher anzulegen. Der Verzicht auf die Möglichkeit, Steingärten als Vorgärten anzulegen, ist ein weiterer wichtiger Schritt – ebenso die Beibehaltung unseres Aufforstungsprogramms.
Dieter Michallek
Die Herausforderungen des Klimawandels und des Artensterbens erfordern mutiges Handeln. Als Gemeinde Schermbeck tragen wir eine besondere Verantwortung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Dabei dürfen wir uns nicht auf das gesetzlich Vorgeschriebene beschränken, sondern müssen als Vorreiter innovative Lösungen entwickeln.
Klimaschutz als kommunale Kernaufgabe: Wir entwickeln Schermbeck zu einer klimaneutralen Gemeinde mit ehrgeizigen Zielen, die über Bundes- und Landesvorgaben hinausgehen. Durch konsequente Förderung erneuerbarer Energien, energetische Sanierung kommunaler Gebäude und nachhaltige Mobilitätskonzepte schaffen wir die Grundlage für eine CO₂-neutrale Gemeindeverwaltung.
Die Energiewende beginnt vor der eigenen Haustür: Wir unterstützen Bürgerinnen und Bürger durch kommunale Beratungsangebote, Förderprogramme für Photovoltaikanlagen und die Gründung von Energiegenossenschaften. Gleichzeitig setzen wir auf innovative Technologien wie Geothermie und Windkraft, wo sie mit dem Landschaftsbild und den Bedürfnissen der Anwohner vereinbar sind.
Artenvielfalt als Naturerbe bewahren: Schermbecks einzigartige Natur- und Kulturlandschaft gilt es zu schützen und zu fördern. Wir entwickeln ein kommunales Biodiversitätskonzept, das über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgeht. Durch die Anlage von Blühstreifen, die Renaturierung von Gewässern und die Schaffung von Biotopverbundsystemen stärken wir die ökologischen Korridore.
Besondere Aufmerksamkeit gilt insektenfreundlichen Lebensräumen. Wir wandeln kommunale Grünflächen in artenreiche Wildblumenwiesen um, reduzieren den Pestizideinsatz und unterstützen die Imkerei. Gleichzeitig ermutigen wir private Grundstückseigentümer durch Beratung und Förderprogramme zur naturnahen Gartengestaltung.
Nachhaltigkeit als Leitprinzip – Nachhaltiges Wirtschaften durchzieht alle Bereiche kommunaler Politik – von der Beschaffung regionaler Produkte über Kreislaufwirtschaft bis zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Wir etablieren ein kommunales Nachhaltigkeitsmanagement, das alle Entscheidungen auf ihre ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen prüft.
Durch die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe, die Unterstützung ökologischer Landwirtschaft und die Stärkung der Direktvermarktung schaffen wir Wertschöpfung vor Ort und reduzieren Transportwege.. Nachhaltiger Wandel gelingt nur im Dialog mit den Menschen. Wir schaffen Plattformen für Bürgerbeteiligung und fördern ehrenamtliches Engagement im Umweltschutz. Gemeinsam gestalten wir Schermbeck als lebenswerte, zukunftsfähige Gemeinde für die kommenden Generationen.
Manuel Schmidt
Nachhaltigkeit ist keine Option, sondern Pflicht. Ich will Grünflächen ausbauen, unnötige Flächenversiegelung reduzieren und Projekte fördern, die wirklich vor Ort wirken. Bürgerprojekte für Artenvielfalt, mehr Bäume im öffentlichen Raum, Blühstreifen und klare Vorgaben für Baugebiete – weniger Beton, mehr Natur.
Klimaschutz gelingt, wenn er praktisch ist: Energiesparen in öffentlichen Gebäuden, E-Ladesäulen, lokale Klimapartnerschaften. Die Leute sollen mitmachen können – sei es mit Urban Gardening, Repair-Cafés oder gemeinsamen Pflanzaktionen. Wer mitmacht, fühlt sich verantwortlich – und gemeinsam geht mehr.
Stefan Dürrbaum
Erneuerbare Energien sind zentral für die Zukunft Schermbecks. Sie machen unsere Gemeinde klimafreundlicher, unabhängiger und wirtschaftlich stabiler.
Meine Schwerpunkte sind: Photovoltaik auf öffentlichen Flächen: Wir sollten konsequent alle verfügbaren Dachflächen von Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäuden für Solaranlagen nutzen. Das senkt nicht nur langfristig die Kosten, sondern hat auch eine wichtige Vorbildfunktion.
Windkraft mit Bedacht: Windenergie ist ein wichtiger Baustein, erfordert aber ein sensibles Vorgehen. Wir müssen sorgfältig geeignete Flächen identifizieren, die eine geringe Beeinträchtigung für Anwohner und Natur bedeuten. Eine frühzeitige und transparente Bürgerbeteiligung ist dabei unerlässlich. Mein Ziel ist, dass Schermbeck einen signifikanten Beitrag zur regionalen Energiewende leistet und langfristig von steigenden Energiepreisen unabhängiger wird.
Morgen wollen wir wissen: Welche Rolle sehen Sie für erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaik, insbesondere auf öffentlichen oder gemeindeeigenen Flächen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW























