Bevor das spannende Vogelschießen begann, gab es auf dem Hof Cluse mit dem amtierenden Königspaar Nico Höller und Königin Frauke Meyer-Dieckhoff bereits einiges zu erleben. Die Fähnchenschützen hatten sich ordentlich warmgelaufen – sei es beim Umzug mit Waschstraßendusche, beim Thronfoto mit halbem Dorf auf der Bühne oder bei der launigen Rede von Präsi Marius Sühling. Erst als der Styropor-Vogel an den Seilzug ging, wurde es ernst. Doch bis spät in die Nacht hinein dauerte es, ehe der entscheidende Schuss fiel – und das neue Königspaar feststand.
Auf dem Hof Cluse in Buschhausen wurde wieder gefeiert – beim „etwas anderen“ Schützenfest der Fähnchenschützen Schermbeck. Traditionell nach Kilian Altschermbeck laden sie zum Fest der besonderen Sorte. Und wie immer ging es dabei nicht ganz klassisch, aber dafür umso unterhaltsamer zu.

Schnell, nass und quer durchs Grün
Der Umzug mit dem amtierenden Königspaar Nico Höller und Frauke Meyer-Dieckhoff begann in der Ortsmitte und endete mit ordentlichem Schwung auf dem Hof Cluse. Besonders auffällig: Das hohe Tempo, mit dem der Zug über die Brücke zog. Und natürlich durfte die legendäre Waschstraßenpassage nicht fehlen. Hier wurde niemand geschont – nass wurde jeder.
Eine kurze Rast, ein paar Kurze, ein Bierchen – und dann ging’s weiter mit der Kutsche. Wobei: Der Rasenmäher, der das Gefährt zog, schien seine besten Zeiten schon hinter sich zu haben. Ohne tatkräftige Unterstützung der Schützen ging da wenig.

Präsi mit Charme und Seitenhieb
Auf dem Hof angekommen, übernahm Präsi Marius Sühling das Wort. Seine Rede fiel dieses Jahr ungewohnt milde aus – zumindest im Vergleich zu früheren Seitenhieben in Richtung Kiliangilde Schermbeck und Altschermbeck. Trotzdem sparte er nicht mit Ironie, etwa wenn es um wilde Nächte oder die „pädagogisch wertvolle Wirkung“ von Korn ging.

„Das Miteinander steht im Vordergrund“
Im offiziellen Teil seiner Ansprache betonte Sühling, wie wichtig das Miteinander im Verein sei. Viele hätten sich mit viel Herzblut eingebracht, vom Familiennachmittag über die Fähnchenausfahrt bis zum großen Fest. Besonders erfreulich sei die Beteiligung der Jüngeren gewesen.

Viel Arbeit hinter den Kulissen
Gleichzeitig hat der Vorstand auch in diesem Jahr wieder einiges stemmen müssen. Steigende Kosten, unsicheres Wetter und der übliche Abstimmungsbedarf mit Dienstleistern seien echte Herausforderungen gewesen. Am Ende aber habe alles geklappt – dank Flexibilität und guter Stimmung.
Frühlingstour mit Überraschung
Ein weiteres Highlight im Vereinsjahr war wohl der Ausflug im Frühjahr. Treffpunkt war der Festplatz, Ziel offiziell „eine Besichtigung“. Was genau – das wusste anfangs niemand. Schließlich landeten alle im Bus Richtung Essen, genauer: auf dem Gelände der Zeche Zollverein.
Statt Feuerwehrturm hieß es nun Förderturm. Die Führung durch eine bestens informierte, aber etwas eigensinnige Dame wird vielen wohl in Erinnerung bleiben.

Bierprobe mit Nachbarschaftshilfe
Auch die Bierprobe sei ein voller Erfolg gewesen, so Sühling. Das Wetter: echtes Jagdwetter – feucht und irgendwie passend. Nebenan grillte Nachbar Jürgen Rössmann, während sich im Festzelt langsam aber sicher die Stimmung steigerte. Von morgens zehn bis abends zehn – zwischendurch nur kurz zum „Briefkorn vom Kiez“.
Verwaschene Worte und ein verpasster Sprachkurs
Besonderes Lob – oder besser: ein charmantes Kopfschütteln, galt Gregor Zenz von der Kiliangilde Altschermbeck. Eigentlich für klare Ansagen bekannt, sei seine Synchronisation diesmal eher… undeutlich gewesen. Die Gründe dafür? Wohl flüssiger Natur. „Eigentlich hätte ich dir dafür einen Sprachkurs schenken wollen“, sagte Sühling lachend, „aber der war leider schon ausgebucht.“

Bühne voll bei der Inthronisierung
Nach dem Vogelschießen der Altschermbecker und der anschließenden Inthronisierung füllte sich die Bühne plötzlich wie von selbst. Die Presse dürfte das bemerkt haben – und für Sühling war klar: Wenn schon alle oben sind, dann gibt’s auch ein Thronfoto der Fähnchenschützen. Er rief alle nach vorn, die mit aktuellen Thron der Fähnchenschützen „irgendwie verwandt, verschwägert oder gut befreundet“ sind. Namen wie Andreas, Hermann oder Klaus waren schnell genannt – das Ergebnis war ein echtes Thronfoto, wie es nur in Buschhausen möglich ist.

Zum Schluss: Segen mit Stil
Zum Schluss, kurz vor dem Schießwettbewerb, kam noch einmal alles zusammen: Klobürste, reichlich Wasser und jede Menge Gelächter bei der Segnung des „Heiligen Suppsacks“. Ganz getreu dem Motto: Chaos, Zwieback und Stumpfsinn.























