Die Gemeinde Schermbeck hat am Nachmittag im Rathaus einen detaillierten Überblick über ihre laufenden und geplanten Digitalisierungsprojekte gegeben.
Im Rahmen eines Pressetermins informierte Digitalisierungskoordinator Jan Polenz gemeinsam mit Bürgermeister Mike Rexforth, Norbert Leiting, Fachbereichsleiter Zentrale Dienste sowie Gerd Abelt über den aktuellen Stand der Digitalisierung in der Verwaltung. Jan Polenz ist seit Januar als Digitalisierungskoordinator tätig und hat innerhalb eines halben Jahres bereits zahlreiche Prozesse angestoßen, auch wenn die vollständige digitale Transformation weiterhin mit erheblichen Herausforderungen verbunden bleibt.
Fortschritte und Herausforderungen in der Verwaltungsdigitalisierung
Ein zentrales Projekt ist die Einführung eines Dokumentenmanagementsystems, das die papiergebundene und nach Fachbereichen sortierte Aktenführung in der Verwaltung ablösen soll. Die Fachbereiche IT und Organisation arbeiten bereits produktiv mit dem neuen System, der Rollout in weiteren Bereichen ist vorbereitet. Die Umstellung verlangt nicht nur technologische Anpassungen, sondern auch ein grundlegendes Umdenken in den Arbeitsabläufen.
Serviceportal mit ePayment und Bund-ID-Anbindung
Gleichzeitig wird das digitale Serviceportal der Gemeinde weiter ausgebaut. Die Integration von ePayment-Funktionen und die Anbindung an die Bund-ID sollen eine medienbruchfreie und ortsunabhängige Beantragung von Verwaltungsleistungen ermöglichen und damit auch die Verwaltung entlasten. Grundlage dieser Maßnahmen ist das Onlinezugangsgesetz sowie dessen Weiterentwicklung im Rahmen des OZG 2.0.
Digitale Verträge und erste KI-Anwendungen im Test
Ein weiteres wichtiges Vorhaben betrifft das digitale Vertragsmanagement. Hier soll künftig eine zentrale Plattform zur Verwaltung, Fristenüberwachung und rechtlichen Prüfung von Verträgen zum Einsatz kommen. Zudem testet die Gemeinde den Einsatz von künstlicher Intelligenz in verschiedenen Bereichen. Dazu zählen unter anderem eine KI-gestützte Software zur Protokollerstellung und Anwendungen zur automatisierten Bearbeitung von Standardaufgaben.
Sensordaten, smarte Infrastruktur und GOVRadar
Auch infrastrukturelle Aspekte fließen in die Digitalstrategie mit ein. Schermbeck ist Mitglied im LoRaWAN-Arbeitskreis des Kreises Wesel, der ein funkbasiertes Sensornetz zur Überwachung kommunaler Infrastrukturen aufbaut. Das Netz soll dazu beitragen, frühzeitig Straßenzustände einschätzen zu können oder Pegelzustände in Echtzeit abzufragen. Zur Erfassung von Umweltdaten kann der Einsatz von an entsprechenden Stellen angebrachten Sensoren ebenso beitragen wie zum Auffinden freier Parkplätze im öffentlichen Raum. Ergänzend wird derzeit die KI-gestützte Vergabeplattform GOVRadar erprobt, die das Ziel verfolgt, Ausschreibungsverfahren effizienter zu gestalten.
Digitalisierung bleibt Teamarbeit mit offenem Ohr
Die Umsetzung dieser vielfältigen Maßnahmen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Kommunalen Rechenzentrumsgesellschaft KRZN. Ein Rahmenvertrag ermöglicht es der Gemeinde, Leistungen gemeinsam mit dem Kreis Wesel und weiteren Partnern zu bündeln und wirtschaftlich umzusetzen. Doch bei allen Vorteilen, die eine umfassende Digitalisierung sowohl für die Menschen in Schermbeck als auch für die Verwaltung mit sich bringt, wird man auch in Zukunft bei Fragen immer noch ein offenes Ohr im Rathaus finden.























