Die Ferienfreizeit des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid in Gahlen Im Aap hat sich nach der schweren Flut Anfang 2024 eindrucksvoll zurückgekämpft. Trotz massiver Schäden wurde mit viel Engagement, Spenden und ehrenamtlicher Hilfe ein Neuanfang möglich.

Was einst in Wassermassen versank, ist inzwischen in vielen Bereichen wiederaufgebaut – dank Spenden, engagierter Helfer und kreativer Ideen. Bunte Farben, innovative Gestaltung, moderne Ausstattung mit WLAN – die Ferienfreizeit in Gahlen zwischen Kanal und Lippe bietet nach der verheerenden Überschwemmung ein neues, einladendes Gesicht. Was einst in Wassermassen versank, ist inzwischen in vielen Bereichen wiederaufgebaut – dank Spenden, engagierter Helfer und kreativer Ideen. Doch der Weg war steinig. Ein Blick zurück und nach vorn zeigt, wie aus der Katastrophe eine Chance wurde.
Doch der Weg war steinig. Ein Blick zurück und nach vorn zeigt, wie aus der Katastrophe eine Chance wurde.

„Wir haben wirklich alles verloren“
Oliver Mischek vom Ev. Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, erinnert sich noch genau an die Flutkatastrophe: „Wir haben viel Zerstörung erlitten. Alle Kellerräume waren betroffen. Das Wasser stand bis unter die Decke.“ Das Wasser der Lippe ließ den kleinen Bach volllaufen und das Wasser drückte sich bis in die Kellerräume.
Er zeigt auf die Räume, in denen damals nur noch Schlauchboote eine Möglichkeit zur Fortbewegung boten. „Es hat sich in allen anderen Kellerräumen reingedrückt. Selbst Bereiche, die zunächst nicht überflutet schienen, waren betroffen.“

Die ersten Wochen nach der Katastrophe waren von Unsicherheit geprägt. „Wir hatten Angst, dass die Berichterstattung Gäste abschreckt. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Jetzt sind die Buchungszahlen gut, und die Leute merken, dass hier vieles passiert. Die Zukunft sieht positiv aus.“
Es wurde viel zerstört durch das Unwetter, aber durch ehrenamtliches Engagement, viele Helfer und Spenden konnte viel geschaffen werden. „Wir sind auf einem guten Weg“, so Mischek.

Ein Neuanfang mit neuen Ideen
Doch die Flut brachte nicht nur Verluste, sondern auch Chancen. Katrin Fengels aus der Hausverwaltung erklärt: „Die Kellerräume, die von den Gästen genutzt werden – etwa der Spielekeller oder die Kegelbahn – konnten ganz neu gedacht werden.“ Der Spielekeller erhielt einen modernen Look, die Kegelbahn hingegen musste weichen. „Dafür kommt eine Bogenschießanlage. Die Planungen dafür laufen.“
Auch die generelle Nutzung des Hauses wurde überdacht. „Wir haben neue Maßnahmen getroffen, um auf zukünftige Fluten vorbereitet zu sein. In den gefährdeten Kellerräumen setzen wir auf mobile Ausstattung, die bei Hochwasser schnell entfernt werden kann. Keine festen Möbel, keine verspachtelten Wände. So können wir die Räume einfach trocknen lassen und weiternutzen.“

Unterstützung aus vielen Richtungen
Die finanziellen Herausforderungen nach der Flut waren enorm. „Der Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid hat Gelder zur Verfügung gestellt“, berichtet Mischek. „Aber auch viele Spenden haben geholfen. Beispielsweise wurde die neue Heizung im Hausmeisterhaus durch Spenden finanziert, ebenso die Fenster.“
Mit jährlich rund 14.000 Übernachtungen ist das Freizeitheim ein wichtiger Ort für Gruppen aus der Region. Schermbecker, Dorstener, Gahlener – sie alle buchen hier. Schulklassen, Sportvereine, Kindergärten, Hochzeiten, Teambesprechungen und Tagungen. Es ist ein offenes Haus für alle. „Hier können die Kinder wirklich Kinder sein, ohne Angst zu haben, vor einem Auto zu laufen und die Freiheit genießen und entdecken“, so Mischek.

Mehr als nur eine Jugendherberge
Die Ferienfreizeit ist gut gelegen, und Besucher können Ausflüge beispielsweise in den nahe gelegenen Movie-Park machen. Die Feldbahnfreunde sind in der Nachbarschaft, Kanu-Touren auf der Lippe oder Fahrten ins Atlantis nach Dorsten sind ebenfalls beliebte Unternehmungen.
Die Ferienfreizeit hat sich längst als Veranstaltungsort etabliert. „Ob Hochzeiten, Jubiläen oder Geburtstage – hier kann jeder feiern“, so Mischek. „Die Außenterrasse wird weiter ausgebaut, gemütliche Kaminräume laden ein. Wir wollen zeigen, dass wir mehr sind als eine Jugendherberge.“

Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle. „Energie ist teuer. Wir müssen unseren Verbrauch reduzieren“, erklärt Fengels. Die Heizung läuft noch auf Öl und Gas, doch weitere Maßnahmen sind geplant. „Das Hochwasser hat uns rund 100.000 Euro gekostet. Dennoch haben wir innerhalb von sechs Wochen die ersten Gruppen wieder empfangen können.“
Blick in die Zukunft
Das Freizeitheim ist in Farben unterteilt – blau, orange, rot – und nach Trakten organisiert. „Wir können Gruppen von 6 bis 76 Personen beherbergen, die Preise liegen zwischen 38,80 und 57,80 Euro pro Nacht mit Vollpension.“ Ein Jugendherbergsausweis ist nicht erforderlich.

Das Gelände umfasst zwei Hektar und grenzt an einen Bachlauf – der im Sommer ein idyllischer Spielplatz für Kinder ist, im Herbst aber zur Gefahr werden kann. „Wir haben nun Pumpen und Generatoren auf Vorrat, falls es wieder zu Hochwasser kommt.“
Auch der Spielplatz, der zu einem Abenteuerspielplatz umgestaltet werden soll, benötigt noch weitere Sanierung. „Die Fundamente wurden ausgespült, das Holz ist marode. Das wird teuer, aber wir hoffen auf weitere Unterstützung.“

Oliver Mischek und Katrin Fengels blicken zuversichtlich nach vorn: „Wir haben noch viel Potenzial und freuen uns über ehrenamtliche Helfer. Unser Ziel ist es, die nächsten 75 Jahre hier zu bestehen – und dafür bin ich guter Hoffnung!“
Weitere Informationen zu Buchungen, Preise und Veranstaltungen gibt es auf: www.Frerienfreizeit-Gahlen.de























