Die Apfelernte zwischen Kleve und Bonn ist in vollem Gange. Während die Ernteschätzung für das Rheinland von einer ähnlich großen Ernte wie im vergangenen Jahr ausgeht, wird für Deutschland und die EU von einem deutlichen Zuwachs gegenüber der schwachen Vorjahresernte ausgegangen, teilt der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn mit.

Neben der großen Ernte reagiert der Markt auch wegen des russischen Importstopps für Obst und Gemüse aus der EU seit einigen Wochen sehr nervös.  Die Obst- und Gemüseerzeuger aus dem Rheinland sind nicht direkt von diesem Importstopp betroffen, produzieren sie doch ausschließlich für den heimischen Markt. Erzeuger aus anderen Regionen und EU-Staaten sind allerdings direkt betroffen und müssen sich andere Absatzwege suchen. So werden derzeit auch im Rheinland vermehrt Äpfel aus anderen Anbaugebieten angeboten und tragen zum Preisverfall an der Ladentheke bei.

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Foto: Sabine Weis

Der Anbau qualitativ hochwertiger Äpfel erfordert ein großes Know-how und umfangreiche Vorleistungen bis zur Ernte. Die Bäume werden geschnitten, sie sind vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen, überzählige Früchte müssen ausgedünnt werden, bevor geerntet und eingelagert werden kann. Frost und Hagel stellen Risiken dar, die innerhalb von Minuten die Arbeit eines ganzen Jahres vernichten können. Ein Schutz vor diesen Risiken ist nur mit immensem finanziellem Aufwand möglich.

Bei all diesen Vorleistungen müssen die Verkaufserlöse für die geernteten Produkte so hoch sein, dass die Kosten gedeckt werden und die Erzeuger ein angemessenes Einkommen erwirtschaften können. Der Provinzialverband wehrt sich deshalb gegen ein Verramschen von hochwertigen Lebensmitteln zu Niedrigstpreisen, das derzeit unter dem Deckmantel der Stützung der heimischen Landwirtschaft vom Lebensmitteleinzelhandel praktiziert wird. Die Verbraucher können die heimischen Erzeuger unterstützen und Arbeitsplätze vor Ort sichern, indem sie Lebensmittel aus regionaler Herkunft kaufen. Rheinisches Obst und Gemüse wächst unter strengen deutschen Auflagen sowie Sozialstandards und erfüllt alle Qualitätskriterien. Hierzu zählen nicht nur gesetzliche Auflagen sondern auch hohe geschmackliche Ansprüche, die bei der Sortenauswahl im Rheinland ganz oben stehen. Durch kurze Transportwege kommt heimisches Obst und Gemüse frisch auf den Tisch. Dies gilt auch für Äpfel, die derzeit in großer Sortenvielfalt frisch geerntet angeboten werden. Ob direkt beim Erzeuger, auf dem Wochenmarkt oder im Lebensmitteleinzelhandel: Rheinische Äpfel sind ihren Preis wert.

Der Provinzialverband begrüßt ausdrücklich die Anstrengungen verschiedener Handelsunternehmen, den Apfelkonsum beispielsweise durch die kostenlose Abgabe von Äpfeln an Kinder zu steigern. Gerade Kinder und Jugendliche sollten unbedingt an den Verzehr von frischem Obst und Gemüse herangeführt werden. Gleiches wird auch mit dem von EU und Land NRW geförderten Schulobstprogramm und der umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit des Provinzialverbandes forciert. So wird der Provinzialverband am kommenden Wochenende im Forum Landwirtschaft an der Römerachse in Zülpich Apfelprobiertage durchführen.

 

 

 

 

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