Rauchfreie Schermbecker Gesamtschule beteiligte sich an einer Aktion zum Welt-Nichtrauchertag

Schermbeck  „Lass das Rauchen sein, sonst hast du bald ein halbes Bein!“, schrieb die dreizehnjährige Siebtklässlerin Xelia Hilgert auf einen Anhänger, den sie an ihrem Luftballon befestigte und gestern kurz nach 13 Uhr im Pulk der vielen bunten Luftballons vom Schulhof der Gesamtschule aus in die Luft schickte.

Lass einen los

Mit einem Luftballon-Wettbewerb „Lass einen los“ beteiligten sich etwa 250 Jungen und Mädchen der Gesamtschule zum siebten Male am Welt-Nichtrauchertag (31. Mai), der in diesem Jahr unter dem Motto steht: „Rauchen kostet, Nichtrauchen kostet nichts!“ Die Aktion bildete zugleich den Abschluss einer monatelangen engen Zusammenarbeit zwischen der Gesamtschule und der Weseler Drogenberatung, deren Mitarbeiterin Barbara Lübbehusen die Arbeit der Gesamtschule im Feld der Drogenprävention unterstützte.

Leben ohne Qualm

Alle gemeinsam unterstützen seit Jahren die nordrhein-westfälische Aktion „Leben ohne Qualm“, die sich bemüht, das Nichtrauchen zu fördern und zur Verringerung der Tabakabhängigkeit beizutragen, zumal jeder fünfte Jugendliche zur Zigarette greift, wobei der Trend deutlich rückläufig ist.

Jungen und Mädchen der Jahrgänge 6 und 7 der Schermbecker Gesamtschule beteiligten sich gestern mit einer Luftballonaktion am Welt-Nichtrauchertag, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1987 ins Leben gerufen wurde. Foto: Helmut Scheffler

An der Luftballon-Aktion, für welche die Volksbank das Helium spendete, beteiligten sich in diesem Jahr Jungen und Mädchen der Klassen 6 und 7. In den Klassen 6 dient die Beteiligung am Nichtrauchertag der allgemeinen Suchtprävention.

 

Prägnante Sprüche

Mehrere Monate lang hatten sich die Kinder in verschiedenen Fächern oder in einzelnen Klassenlehrer-Stunden mit der Problematik des Rauchens vertraut gemacht. In Reimform wurden prägnante Sprüche für das Beschriften der Anhängekärtchen formuliert. „Wollt ihr gute Eltern sein, dann lasst das Rauchen lieber sein!“, empfahlen Marie Schoel und Denise Wulf den Eltern auf ihrem gemeinsamen Anhänger ein bisschen mehr Vorbildfunktion. Sechstklässler Leon Latifi warnte ebenso wie der elfjährige Justin Rahul Mohan vor einem zu frühen Tod durch Rauchen. Ali Emsas verwies auf Folgeschäden gesundheitlicher Art. „Man kann auch anders cool sein“, stellte Ben Albrecht fest.

 

Mit den Gefahren des Rauchens vertraut machen

„Man muss möglichst früh beginnen, die Schüler mit den Gefahren des Rauchens vertraut zu machen“, ist Lehrerin Ellen Oberkinkhaus überzeugt. Sie übernahm auch in diesem Jahr die Organisation der Gesamtschulaktivitäten zum Weltnichtrauchertag. Unterstützt wurde sie dabei von den Lehrern Thorsten Ahr, Margret Schwane und vom Sozialpädagogen Gerd Rastfeld.

Oberkinkhaus hatte mit ihrer Klasse 7c bereits im November eine Umfrage zum Thema „Wie schocken die Schockbilder?“ gestartet und dabei festgestellt, dass Raucher sich nicht abschrecken lassen und Nichtraucher die Bilder erst gar nicht registrieren. 

Gesamtschule Schermbeck gegen Drogen

Die jetzige Anti-Rauch-Kampagne ist Teil der die gesamte Schulzeit begleitenden Aktionen der rauchfreien Gesamtschule Schermbeck gegen Drogen. Das beginnt in der Klasse 5 mit der Stärkung der Lebenskompetenzen und wird mit der Behandlung der Atmungsorgane in der Klasse 6 fortgesetzt. In der Klasse 8 steht der Besuch der Drogenberatungsstelle an, und im Biologie-Unterricht und im Religionsunterricht werden Rauchen und Alkohol thematisiert.   

Versteckte Ecke des Schulhofes

Trotz aller Bemühungen lässt es sich auch an der Schermbecker Gesamtschule nicht verhindern, dass Kinder eine versteckte Ecke des Schulhofes fürs Rauchen nutzen. Dann steht ein Gespräch mit dem Klassenlehrer, mit dem Biologielehrer oder in etwas hartnäckigeren Fällen das Gespräch mit dem Schulleiter Norbert Hohmann an. Wer aber ganz beratungsresistent ist, der erfährt irgendwann, dass die Lehrer nicht vor ihrem Erziehungsauftrag zurückschrecken und härtere Maßnahmen ergreifen. Das reicht von Sozialstunden für die Schulgemeinschaft bis – in ganz hartnäckigen Fällen – hin zum Ausschluss von Gemeinschaftsveranstaltungen. H. Scheffler

 

 

 

 

TEILEN
Vorheriger ArtikelKinderspielplatz neben dem Café
Nächster Artikel50 Jahre St. Ludgerus-Kindergarten in Schermbeck
Heimatreporter

Unter der Artikel-Kennzeichnung „Heimatreporter“ postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck.
Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks „Radio Kreis Wesel“, darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des „Schermbecker Schaufenster“. Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den „Rheinland-Taler“ des Landschaftsverbandes Rheinland.

1 KOMMENTAR

  1. Nicht aus einem Weltnichtrauchertag einen Umweltverschmutzungstag machen!
    Zigaretten und Luftballons, NEIN DANKE!

    Ich begrüße jede Aktion für eine rauchfreie Gesellschaft/Welt, aber ohne Luftballons. Zum Weltnichtrauchertag wurde leider in Recklinghausen und bestimmt auch anderswo FÜR das Rauchen überall in der Öffentlichkeit Werbung gemacht. Deutschland ist das einzige Land in Europa, wo Heranwachsende täglich gesetzwidrig zum Rauchen verführt werden. Bitte googeln Sie mit LFGB § 30! Dann werden Sie feststellen, daß Tabak genauso verboten ist wie Asbest und andere Produkte, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch dazu dienen, die Gesundheit zu schädigen oder Leben zu vernichten. Klartext: Es ist verboten solche Produkte zu vermarkten und dafür zu werben. Ich bedaure als Tierschützerin, daß Schülerinnen und Schüler ausgerechnet in Schulen, wo man lernen sollten, was richtig ist, dazu animiert werden, Luftballons steigen zu lassen. Dies ist ganz klar Müllverteilung mit fatalen Folgen für die Umwelt und unsere Mitgeschöpfe, denn diese Luftballons fallen irgendwo herunter und viele Tiere, die versehentlich diese Luftballons fressen oder verschlucken, werden qualvoll sterben. Jahrelang warne ich vor diesen Aktionen mit Luftballons. Dasselbe tut BUND. Bitte lesen Sie folgende Nachricht: https://weserreport.de/2016/03/15/panorama/ok-plastik-wird-zur-toedlichen-gefahr/
    Auf neue Aktionen für eine rauchfreie Gesellschaft/Welt, aber bitte ohne Luftballons!

    Mit friedlichen Grüßen
    Birgit Kübler

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here