Wolf in Nordrhein-Westfalen: Herdenschutz umsetzen!

Umweltministerin Heinen-Esser: Damit ist Nordrhein-Westfalen unter den Bundesländern führend. Zudem fördern wir Datenaufzeichnungsgeräte und bei großen Schafherden auch Herdenschutzhunde

NRW-LANUV: Seit 2009 treten in Nordrhein-Westfalen wieder sporadisch einzelne durchziehende Wölfe auf. Bis 2019 sind insgesamt drei Wölfe wieder sesshaft geworden – jeweils einer bei „Schermbeck“, einer in der „Senne“ und einer im Raum „Eifel/Hohes Venn“.

„Nutztierrisse, bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann, entschädigen wir bereits seit 2009 auf 100 Prozent der Landesfläche, egal ob Herdenschutzmassnahmen durchgeführt wurden oder nicht. Zusätzlich fördern wir seit dem 23. März 2019 in allen unseren Wolfsgebieten und Pufferzonen auch die Herdenschutzmassnahmen mit 100 Prozent, vorher waren es nur 80 Prozent. Damit erfolgt die Förderung des Herdenschutzes mittlerweile auf rund einem Drittel der Landesfläche Nordrhein-Westfalens.“ so Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.
 

Elektrozäunen und Datalogger

Die Förderung des Herdenschutzes umfasst neben Elektrozäunen und dazugehörigen Stromgeräten auch sogenannte Datalogger. Die Geräte zeichnen die Stromversorgung von Elektrozäunen über einen längeren Zeitraum auf.

Solche Geräte sind keine zwingende Voraussetzung für die Entschädigung von Nutztierrissen. Die Entschädigung wird auch ohne Einsatz dieser Geräte gewährt. Zurzeit werden generell Nutztierrisse entschädigt, auch dann, wenn keine Elektrozäune gestellt wurden. Heinen-Esser: „Die sogenannten Datalogger bieten aber den Nutztierhaltern eine gewisse Sicherheit, dass ihre Zäune auch bei nassen Wetterbedingungen in der Nacht ausreichend unter Strom stehen.“

Unabhängig von Datenloggern werden ab dem zweiten Jahr nach Einrichtung eines Wolfsgebiets alle anderen Herdenschutzmassnahmen, wie zum Beispiel Elektrozäune mit Untergrabeschutz, allerdings Voraussetzung für die Entschädigung in den Wolfsgebieten, gefördert.

Fördermöglichkeiten reichen nicht aus

Für große Schafzuchtbetriebe reichen die aktuellen Fördermöglichkeiten des Landes dennoch nicht aus, denn die Europäische Union deckelt die Förderung auf 20.000 Euro in einem Zeitraum von drei Jahren. Mit dieser sogenannten De-minimis-Regelung will die Europäische Union europaweit zu hohe Subventionen in der Landwirtschaft vermeiden. Zurzeit arbeitet das Land Nordrhein-Westfalen in einem sogenannten „Notifizierungsverfahren“ an einer Aufhebung dieser 20.000-Euro-Grenze. Mit einer Entscheidung der Europäischen Union wird Ende des Jahres gerechnet.


Herdenschutz hilft

Bundesweite Untersuchungen bestätigen: Einen 100-prozentigen Schutz gegen Wolf-Übergriffe auf Weidetiere gibt es nicht.

Funktionierende Elektrozäune senken aber die Zahl erfolgreicher Wolfsübergriffe erheblich. Insofern wird nachdrücklich zu Herdenschutzmaßnahmen geraten.
 
Detaillierte Auskünfte zu Herdenschutzmassnahmen wie Elektrozäunen, Datenaufzeichnungsgeräten („Dataloggern“) gibt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen unter der Telefonnummer 02945/989-429, zu den Förderanträgen

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2 KOMMENTARE

  1. Bravo!
    Nach vielen düsteren Nachrichten rund um das Thema Wolf, ein Lichtblick!!
    Herdenschutz ist Wolfschutz!!
    Wir brauchen den Wolf so dringend zur Renaturierung unserer arg mitgenommenen Plantagenwälder.
    Nun noch das Nein zur Hobbyjagd und es könnte wieder lebendige Natur entstehen!

  2. Wölfe sind noch selten, daher geschützt, auch wenn sie Nutztiere reißen. Kein schöner Tod, diese sog. Nutztiere würden später aber von Menschen getötet. Wölfe töten Tiere u. fressen sie, dies ist ihre Natur, getötete Nutztiere werden finanziell ersetzt. – Aber, nachwievor werden ca. 500.000 Füchse p.a. getötet. Dies oft durch Totschlagfallen, führt auch zu Verstümmelungen, auch bei anderen Tieren, die in diese Fallen gelangen. In Lebendfallen gefangene Tiere werden anschl. getötet. Fallen vor Fuchsbauten(=Wohnung der Füchse) sind bes. abscheulich, in diese gelangen auch Jungtiere, die dann erschossen, erschlagen oder von Jagdhunden zerfetzt werden. Die Fuchsbaujagd durch Hunde, mit anschl. Töten d. Füchse, existiert auch. Füchse töten keine Nutztiere, die stereotyp vorgetragene Leier, Bodenbrüter u. sonst. Kleintiere würden durch sie ausgerottet, ist falsch. Hier sind Monokulturen, Spritzmittel u. andere menschl. Schadwirkungen zu nennen. Schrumpft das Nahrungsangebot von Füchsen (häufig Mäuse), schrumpft auch ihre Population. Also auch Druck gegen die Fuchsjagd, die oft in Form perviden Fallenaufstellens erfolgt. Jedes Wildtier hat eine Funktion u. Füchse sind kein sog. Ungeziefer, obwohl sie derart bekämpft werden. Deshalb: gegen Fuchsjagd u. permanent vorgetragener Dummargumente, die das Fuchsliquidieren rechtfertigen sollen.

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