„Rassismus im Alltag und in der Schule“. Schüler der Gesamtschule präsentierten ihre Recherchen aus unterschiedlichen Ländern

Projekt Gesamtsschule Schermbeck Schule ohne Rassismus
Die Gruppe – Äthiopien und Sri Lanka

SCHERMBECK. Schule ohne Rassismus – die Schüler der Jahrgangsstufe 6 der Gesamtschule setzten sich erneut am Mittwoch mit dem Thema im Rahmen des Projekttage „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auseinander.

In verschiedenen Workshops, welche die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld wählen konnten, entstanden gemischte Arbeitsgruppen, in denen die Kinder gemeinsam bestimmte Ziele in verschiedenen Ländern verfolgen.

 Äthiopien und Sri Lanka

Eine Reise durch die Länder Äthiopien und Sri Lanka machte die Klasse 6a. „Wir haben dieses Thema gewählt, da wir hier in dieser Gruppe Kinder mit Eltern aus diesen Ländern haben“, sagte Gabriele Salmann.

Recherchiert dazu wurden die jeweiligen Religionen, die landesüblichen Speisen und die Kultur. Die Ausbeute der PC-Recherche war vielfältig, sodass am Ende einige Dinge, die bisher niemand wusste, zusammengefasst auf Plakaten festgehalten und präsentiert werden konnten.

Äthiopien und Sri Lanka

Scharfes Essen

Bei ihrer „Reise“ durch Sri Lanka erfuhr unter anderem die 12-jährige Mia, dass in Sri Lanka das Essen sehr scharf ist. Neu für die Schülerin auch, dass dort mit den Fingern gegessen wird und die linke Hand die „Schmutzhand“ ist. Das fand sie schon sehr gewöhnungsbedürftig, auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, dort zu leben.

Projekttag Gesamtschule

Zivilcourage vor Ort

Im nächsten Raum probten die Schüler der Klasse 6e und 6b gemeinsam mit Ellen Oberkinkhaus, Marian Depker und Dennis Pranse Sketche unter dem Motto „Rassismus im Alltag und in der Schule“ ein und wie jeder persönlich dagegen einschreiten kann. Beispiel: Alltag in einem Backladen, wo einem türkischen Jungen keine Brötchen verkauft werden. Hier schritten Kunden im Laden offen dagegen ein und zeigten Zivilcourage.

 Äthiopien und Sri Lanka

Wir brauchen keine Hottentotten

Ebenso eine Situation in der Straßenbahn. Laut wurden Beschimpfungen wie: „Hier ist kein Platz für dich, du Flegel. Setz dich woanders hin. Jetzt kann man noch nicht einmal Straßenbahn fahren, ohne belästigt werden. Hat euch jemand eingeladen? Wir haben es alleine geschafft. Wir brauchen keine Hottentotten, die uns auf der Tasche herumliegen“.

 Äthiopien und Sri Lanka

Slogan, die jeder, der seine Ohren offenhält, irgendwo schon mal gehört und erlebt hat. Wie reagierten die Akteure auf diese Situation? Sie zeigten auf der Bühne Zivilcourage. Sie setzen sich ein und schauten nicht weg: „Hört auf damit. So was wollen wir nicht“.

 Äthiopien und Sri Lanka

Versteckter Rassismus

Die hier nachgestellten Themen kommen, so Ellen Oberkinkhaus, aus dem Alltag, aber es seien auch Themen mit verstecktem Rassismus im Alltag dabei. „Natürlich werden auch diese von unseren Schülern bemerkt. Das Projekt zeigt aber unseren Schülern, dass wir als Schule keinerlei rassistische Verhaltensweise durchgehen lassen. Auch keinen versteckten Rassismus“.

 Äthiopien und Sri Lanka

Wichtig sei auch, ergänzt Oberkinkhaus, dass immer alle Gesamtschüler darauf angesprochen werden, nicht einfach wegzuschauen.

Projekttag Gesamtschule

Süßer Zwischenstopp

Wie schmeckt Indien und was gibt es an Süßigkeiten aus der Türkei? Hierzu servierten die Mädchen und Jungen unter der Leitung von Safiye Aydin und Jaisy Manthuruthil am „Süßen Zwischenstopp“, türkischen Baklava und einen Mango-Lassie aus Joghurt am Ende der Präsentation in der Aula.

 Äthiopien und Sri Lanka

Hier waren alle Klassensprecher anwesend, die das gehörte und ihre Eindrücke in ihre jeweiligen Klassen zurückgeben und reflektieren lassen. Claudia Jansen leitete das diesjährige Projekt, welches klassenübergreifend jährlich in der Gesamtschule stattfinden: Ihr Fazit: „Wir möchten, dass wir mit Respekt allen Schülern begegnen, egal welche Hautfarbe, welche Nation“.

Die Bläsergruppe der Gesamtschule unterhielt die Besucher in der Aula vor der Präsentation

Mehr als 2.000 Schulen und Bildungseinrichtungen zählt das Courage-Netzwerk und täglich werden es mehr. Jährlich finden viele hunderte Projekte, Aktionswochen, Thementage, Solidaritätsbekundungen, Flashmobs, Ausstellungseröffnungen und andere kreative Aktivitäten an den Courage-Schulen statt.

 Äthiopien und Sri Lanka

Petra Bosse

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