Neue Pläne für die alte Bücherei und dem alten Rathaus in Schermbeck – Zusammenführung zu einem caritativen Zentrum für die Bürger von Schermbeck

Um die Zukunft der ehemaligen Gemeindebücherei und des sozio-kulturellen Zentrums an der Mittelstraße geht es in einer Sitzung des Rates am Donnerstag, 26. Juli.
Gut leben in Schermbeck – ein Projekt, welches Raum schafft für Menschen im Alter und jungen Menschen. Das möchte die Gemeinde Schermbeck 2018 mit ihren Plänen 2018 auf den Weg bringen.

Schermbeck, Bücherei

Die Gemeinde plant einen Umbau/Umnutzung für die ehemalige Schermbecker Gemeindebücherei und dem angrenzenden Rathaus, in einem Kultur- und Begegnungszentrum.  Die Pläne sollen 2018 auf den Weg gebracht werden.

Förderprogramm

Um einen Teil der Kosten für das rund 1,1 Mill. Euro Projekt abdecken zu können, möchte der Rat nun Fördermittel aus dem Förderprogramm „Investitionspaket soziale Integration im Quartier NRW 2018“ beantragen. Mit ins Boot geholt werden soll der Caritas Verband Wesel-Dinslaken, hinsichtlich einer möglichen Weiterleitung von Fördermitteln und der damit verbunden Umsetzung des Projektes.

Alternde Kommune

Mit Blick auf den demografischen Wandel in der Gemeinde mit rund 13.500 Einwohnern gehen die Probleme unserer Gesellschaft, so heißt es in der Beschlussvorlage, nicht an der Gemeinde vorbei und es bleibe eine große Aufgabe, auf die Probleme und Aufgabenstellungen (Wohnraumstrategie, Bildungsangebote etc.) zeitnah zu reagieren.

„Die Gemeinde Schermbeck ist eine im Kreis Wesel überdurchschnittlich alternde Kommune, die sich jetzt den Anforderungen des Jahres 2018 stellen muss“, betont Mike Rexforth.

Neues Zentrum

Im Mittelpunkt des gewünschten Zentrums steht eine niederschwellige Begegnungseinrichtung (Café), in der sich die Menschen thematisch, generations-, und herkunftsübergreifend treffen können. Von hier aus können Menschen Kontakt zu den entsprechenden Fachdiensten aufnehmen (Brücke). Gleichermaßen können sie hier inhaltliche Angebote annehmen oder selbst organisieren (Freiwilligenzentrale).

Café und Beratungsstelle

Umrahmt wird das Café von Fachdiensten des Caritasverbandes, sodass der Zugang zur fachlichen Versorgung, Betreuung oder Beratung, auch über den Verband hinaus, gesichert werden kann, kann, so die Vorschläge der Verwaltung.

Im Besonderen sei das kooperative Handeln zwischen den Stellen der Gemeinde und den Diensten der Caritas, aktuell die Zusammenarbeit der Flüchtlinge und die bestehende Beratungsstelle der Caritas hervorzuheben. So soll auch das Café außerhalb der Öffnungszeiten als Veranstaltungsraum für Initiativen und Gruppen der kommunalen Gemeinden anbieten.

Fachärzte

Weiter sei die Möglichkeit zur Bildung von Dependancen zur Fachärzteversorgung im länglichen Raum schwierig. Hierfür bedarf, es laut Bürgermeister Mike Rexforth, zur Linderung oder Beseitigung der Versorgungslücken, kreative Lösungen.
Zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung in den Gemeinden sollen im caritativen-soziokulturellen Zentrum Räumlichkeiten zur Bildung von Dependancen, für an anderer Stelle mit Hauptniederlassung praktizierende Ärzte, geschaffen werden.

Dabei sollen hier Fachrichtungen angesprochen werden, die aktuell in Schermbeck nicht niedergelassen sind oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen (Kinderarzt).

Bücherei und dem alten Rathaus
Foto: Pixabay
Leistungen im soziokulturellem Zentrum

Folgende Leistungen soll das caritative (soziokulturelle) Zentrum erbringen:
Es werden Praxisräume erstellt, in denen unterschiedliche Fachärzte angesprochen werden können, zur selben Zeit oder an unterschiedlichen Tagen.
Das neue Zentrum soll ein zentraler und koordinierender Anlaufpunkt für die Ärzteschaft, Patienten und Angehörige werden.

Tagespflege für demenziell veränderte Menschen

Hier ist als benachbarter Baustein eine Tagespflege für demenziell veränderte Menschen mit 15 Plätzen, geplant. Die Größe des Raumes liegt bei etwa 300 qm und soll in einem Teil der ehemaligen Bücherei umgesetzt werden.
Mit dem Angebot hat der Caritasverband in Dinslaken, als auch in Wesel ein Angebot geschaffen, dass sich dem Krankenbild in besonderer Weise zuwendet. Gleichzeitig wird das betroffene soziale Umfeld in der Weise gestützt, dass die Begleitung in der häuslichen Umgebung umsetzbar bleibt.

Nachtpflege

Dazu gehöre auch eine Nachtpflege und Betreuung des Pflegeangebots, war auf den Menschen und seine Lebenswirklichkeit ausgerichtet sein sollen.
Ein nächster Baustein soll sollen die Beratungsdienste des Verbandes zu einem übergreifenden Angebot zusammengefasst werden, um eine verlässliche, als auch kompetente Ansprechbarkeit für die Bürgerinnen und Bürger von Schermbeck zu ermöglichen.
Aus den Beratungsdiensten sollen auch ehrenamtliche Dienste wie Altenberatung, der ambulante Palliativ- und Hospizdienst und Entlastungsdienst der Demenzberatung hervorgehen.

  • Allgemeine Sozialberatung
  • Allgemeine Altenberatung
  • Fachberatung Demenz
  • Nachpflege
  • Entlastungsangebote für Menschen im Alter/Demenz und ihre Angehörigen
  • Wohnungslosenbetreuung
  • Sozialstation
  • Hauswirtschaftliche Leistungen
  • Seniorenfreizeiten
  • Mahlzeitdienst
  • Umfassende Betreuung der geflüchteten Menschen/Migrationsdienste
  • Ambulante Jugendhilfe
  • Hilfe nach dem Jugendgerichtsgesetz
  • Betreuungsleistungen nach dem BTG
Nachbarschaftsberatung und Freiwilligenberatunr

Ebenfalls soll die Nachbarschaftsberatung, vorbehaltlich der Zustimmung der Fördergelder aus LEADER, den hier genannten Wirkungsbereich ergänzen.

„Als eine wesentliche Säule unserer Gemeinde sind die ehrenamtlichen Strukturen der Vereine und Initiativen im sozialen und kulturellen Bereich. Das Ehrenamt benötigt zu seinem Erhalt der entsprechenden Unterstützung“, so Rexforth.

Deshalb soll im geplanten Zentrum auf die Erfahrung der Caritas und zur Stützung des bürgerschaftlichen Engagements gesetzt werden und diesem einen besonderen Stellenwert eingeräumt werden. Deshalb soll, so Rexforth, hier eine Freiwilligenzentrale unterhalten werden. Diese ist ausgerichtet auf Vereine, Initiativen und Kirchen der Gemeinde“.

Integration

Darüber hinaus werde, laut Rexforth, die Betreuung und Begleitung von geflüchteten Menschen und ihre Integration in der Gemeinde noch eine lange Zeit einen wesentlichen Bestandteil der gemeindlichen Arbeit ausmachen.

Bücherei und dem alten Rathaus
Beispielfoto: Pixabay
Barrierefreies Wohnen

Wohnen im Alter, Wohnen mit Handicap und bezahlbaren Wohnraum, wird bei der jetzigen Wohnungslage, so Mike Rexforth, zu einem immer größeren Problem. Auf diesen Umstand heraus möchte die Gemeinde mit einem Angebot reagieren, dass den Menschen ein Leben in einem selbstständigen zu verwaltenden Wohnumfeld ermöglicht.

Polizeistation und VHS bleiben

Dazu soll laut der Pläne der Gemeinde, ein Wohngebäude mit 17 Wohnungseinheiten errichtet werden. Diese sollen mit dem Angebot der Caritas unterstützt und begleitet werden.
Polizei und VHS bleiben durch die Veränderungen unberührt, da die Verlagerung der Bibliothek sich positiv für die Maßnahme und das Angebot für die Schermbecker Bürger auswirke und zum größten Teil für demenzielle veränderte Menschen in einer Tagespflege genutzt werden kann, so Rexforth.

Petra Bosse

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