Milchpreise auf Talfahrt: Betriebe entlasten!

Nachdem das Jahr 2014 mit ordentlichen Milchpreisen gestartet ist, steht der Markt inzwischen zunehmend unter Druck. Nicht nur in der EU, auch in den wichtigsten milchproduzierenden Regionen weltweit ist im zu Ende gehenden Jahr die Erzeugung gestiegen. Hinzu kam der Anfang August durch Russland verhängte Importstopp für europäische Lebensmittel.

Zwar durften schon vorher nur noch wenige deutsche Molkereien nach Russland liefern, im europäischen Binnenmarkt beeinflusst das Embargo aber das Preisgefüge auch in Deutschland. Fast das gesamte Marktumfeld, wie z.B. Schlachtschweine, tendiert daher ebenfalls schwächer. In global vernetzten Märkten bietet eine staatliche Verwaltung von Mengen und Märkten daher keinen Schutz vor niedrigen Erzeugerpreisen, wie das Beispiel der noch bis zum Frühjahr geltenden Milchquotenregelung belegt. Vielmehr ist die Politik gefordert, zusätzliche Kostenbelastungen durch neue Anforderungen zu unterlassen.

„Geplante Auflagen wie in der Düngeverordnung, für den Bau und Betrieb von Gülleanlagen oder höhere Kosten für die Tierkörperbeseitigung bedeuten in der Summe einen gravierenden Nachteil für unsere Betriebe und drohen den Strukturwandel weiter anzuheizen“, erklärt Wilhelm Neu, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Wesel. Die Worte „Bürokratieabbau“ und „Kostenentlastung“ seien inzwischen offenbar aus dem Wortschatz der Politik völlig gestrichen, so Neu weiter. Nachdrücklich bekräftigt Neu seine Forderung, den Landwirten als „Hilfe zur Selbsthilfe“ die Möglichkeit einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage zu geben. Landwirtschaftliche Unternehmer brauchten eine Möglichkeit, in ertragreicheren Jahren die Krisenvorsorge auch steuerlich in Ansatz zu bringen. Dies stärke die wirtschaftliche Substanz der Betriebe und deren Fähigkeit, auf Marktschwankungen zu reagieren. Angesichts gestiegener Markt-, Wetter- und Preisrisiken sei dies mehr denn je geboten.

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