Leserbrief zum Thema „Wolf“, in Bezug auf div. Artikel der Rheinischen Post im Lokalen Bereich Schermbeck/Hünxe von Johannes Ebbert

Die einseitigen Aussagen und Artikel in der Rheinischen Post zum Thema „Jetzt zwei Wölfe im Wolfsgebiet Schermbeck“ stimmen doch sehr bedenklich.

So regt sich Herr Malzbender als Vorsitzender des NABU-Wesel auf, dass ein Video mit jagenden Wölfen in die Öffentlichkeit gelangte.

Er sollte einmal bedenken, dass in Zukunft solche Szenarien von Kindern live auf einer Wiese mit Kühen, Ponys oder Schafen gesehen werden könnten.

Das wird nämlich dann der Fall sein, wenn dieses Wolfspaar sich vermehrt und ein Rudel gründet.

Das Wolfsrudel würde dann auch nicht mehr angestrengt hinter einem Hirsch herjagen, sondern auf die Wiesen zu den Kühen, Ponys u. Schafen gehen wenn der Hunger sie treibt.

Dabei würden sicher auch Weidetiere durch Zäune getrieben, die sie in ihrer Todesangst locker überrennen werden, um dann auf Straßen vor Autos zu laufen.

Adnan Köse und selbsternannter Wolfsflüsterer

Der Zeitungsartikel in der Rheinischen Post mit den Kommentaren des Dinslakener Regisseurs Adnan Köse und dem selbsternannten Wolfsflüsterer Herrn De Bruin gibt weiter zum Nachdenken Anlass.

Hier wird über den Inhalt des Videos gesagt, dass die Wölfe doch möglicherweise nur mit dem Hirsch spielen wollten.  Man weiß nicht, ob der Hirsch die wilde Hatz als Spiel aufgefasst hat.

Herr Adnan ist Regisseur und Herr De Bruin hält sich sog. Hybriden-Wölfe. Diese sind vom Wesen her dem Haushund nah und nicht mit wilden, echten Wölfen vergleichbar.

Verniedlichung eines Raubtieres

Diese Verniedlichung eines Raubtieres geht voll daneben und ist gefährlich. Außerdem widerspricht sie der Meinung von echten Experten, hier von Wildforschern, Jägern und Forstbeamten.

Läuft man vor einem Raubtier davon, das gerade seinen Jagdinstinkten folgt, dann will das nicht spielen. Es will fangen, töten und fressen!

Als Krönung gibt es dann noch den Zeitungsartikel der RP mit der Stellungnahme des LANUV.

Dort wird wie immer alles verharmlost und man ist immer noch nicht bereit, das Wolfsmanagement als gescheitert zu erklären. Jetzt will man erst einmal in Ruhe per „Monitoring“ erkunden, ob beide Wölfe wirklich zusammen sind.  Für die Weideviehhalter wird sich nichts ändern und sollte sich etwas ändern, so will man sie davon in Kenntnis setzen. Diese Aussagen sind unglaubwürdig und täuschend.

Man hat solange gewartet, bis die Wölfin „Gloria“ einen Partner gefunden hat, mit dem sie jetzt ein Rudel gründen wird.

Gerüchten zur Folge geben geschädigte Weideviehhalter schon eigene DNA-Proben in Auftrag, weil dem LANUV nicht mehr getraut wird.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz sollte sich daran erinnern, wofür es geschaffen wurde. Von Verbraucherschutz ist im Moment nicht viel zu bemerken.

Was um Gottes Willen ist so falsch und schwer daran, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen.

Raubtier gehört nicht unter Naturschutz

Dieses Raubtier gehört nicht unter Naturschutz gestellt! Wenn Füchse zum Schädling oder überzählig werden, so werden auch sie der Natur „entnommen“. Hier tun sich die Bundes- und Landesregierung als Gesetzgeber unerklärlich schwer.

Sollte sich das Wolfspaar in Schermbeck zu einem Rudel entwickeln, muss Abhilfe geschaffen werden. Dieses geht nicht ohne die Jägerschaft und einen vernünftigen gesetzlichen Rahmen.

Wird das nicht bald geregelt, ist in Zukunft keine Kuh, kein Pony und kein Schaf mehr auf der Wiese. Dann wird es auch keine Deichbeweidung am Rhein mehr geben.

Das ist mit Sicherheit so nicht gewollt, will man doch von der Stallhaltung weg und zurück zur Freilandhaltung.

Hier ist nur zu raten:

Liebe Entscheider, kommt schnell zu einem Ergebnis, das für beide Seiten zufriedenstellend ist, für die Tierhalter und für die Naturfreunde.

Sollte man nicht schnell zu einem Ergebnis kommen, könnte das zur Selbstjustiz führen. Das kann keiner wollen.

Ein Wolfsrudel passt mit Sicherheit nicht in unser dichtbesiedeltes Nordrhein-Westfalen und würde mehr Schaden als Freude anrichten.

Johannes Ebbert

Schermbeck, 19.04.2020

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6 KOMMENTARE

  1. Wieder wird hier auf dieser homepage Stimmung gegen Wölfe gemacht, diesmal vom Polizeibeamten und Präsidenten des Schützenvereins, der in Schermbeck für die CDU kandidiert, wenn ich richtig verstanden habe. Im Grunde ist damit schon alles gesagt, diese Haltung war leicht vorhersehbar. Lassen Sie uns aber bitte zunächst noch einen Schritt zurücktreten und uns die Situation aus neuer Perspektive anschauen, auch politisch: Überall auf der Welt leben Menschen mehr oder weniger in der Nähe von potentiell bedrohlichen Raubtieren. Doch im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes im Umwelt- & Naturschutz haben diese Tiere Rechte und auch wichtige und nützliche Eigenschaften. Ich möchte die Tiere nicht verharmlosen, doch wird hier wieder populistisch mit Kindern auf Weiden mit vermutlich glücklichen Schafen argumentiert, das ist unsachlich. Da muss sogar Gottes Willen angezweifelt werden. Man könnte auch mit den Tieren leben lernen und sich an ihnen erfreuen, Menschen können das, sie sind solchen Tieren auch ohne Tötung überlegen, wie soll es sonst ohne völlige Ausrottung gehen, wo immer schon 1. Probleme bei der Klientel und anderen Wählern auftauchen? Wie, bitteschön? Es ist längst klar, dass das eine wie das andere Extrem, Ausrottung vs. Riesenrudel, inakzeptabel ist. Den Rest muss man eben besorgen, sich darum kümmern und daran arbeiten, dass es funktioniert. Dies wird dann für gewöhnlich und kann sicher auch hier langfristig positiv auf die uns umgebene Natur wirken, wenn wir ihr und auch einem kleinen, per GPS geortetem Rudel den lebensnotwendigen Raum geben. Hier könnten wir auch bundesweit beispielhaft vorangehen beim Thema Umwelt- & Tierschutz. Wir alle lieben doch die schöne Natur in unserer Gemeinde und Jäger müssten sich auch seltener die Nächte um die Ohren schlagen, um dann 1 mal zu ballern, das sind ja auch alles nur alte, weiße Männer. Danke fürs Lesen.

  2. Was genau ist unsachlich daran, wenn man die Befürchtung äußert, es könnten Kinder durch Wölfe angegriffen werden? Genau das ist doch 2018 in Polen (Strzebowiska) passiert, was auch per Genanalyse bestätigt wurde.

  3. Das war ein einzelnes Vorkommnis und der Wolf wurde durch falsches menschliches Verhalten -Anfütterung- zum Problemwolf.

    Also völlig ungeeignet, um eine angebliche Gefahr für Menschen durch Wölfe herbeizufabulieren.

    Tatsache ist, daß es in den letzten Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten, keinen einzigen(!) korrekt nachgewiesenen Fall eines Angriffes eines gesunden Wolfes auf einen Menschen in Europa gegeben hat.
    Aufgefressene Kinder schon mal gar nicht.

    Sorry, Pech gehabt: mit seriösen, wissenschaftlich fundierten Fakten ist es unmöglich, eine Gefährdung des Menschen durch den Wolf nachzuweisen. Auch nicht ein bißchen.
    Das geht nur mittels Angstmache und Verschwörungstheorien.

  4. Herr Menker macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt?

    Natürlich gibt es nachgewiesene Wolfsangriffe auf Menschen und auch auf Kinder. 9 offiziell bestätigte Fälle in den letzten 50 Jahre (stand 2002, da ist der Fall aus Polen und andere also noch nicht drin). Das kann man in der nina Studie nachlesen:

    https://www.nrw-wolf.de/die-nina-studie-2002/

    Und ja, meist handelt es sich um Tollwut, anfütterung oder einem anderen Grund. Das wird im Fall der Fälle aber nur ein schwächer Trost sein. Warum ein Risiko eingehen?

  5. Soso, neun Fälle in 50 Jahren, und alle von kranken oder verhaltensgestörten Wölfen verursacht – und die Risikovermeidung besteht Ihrer Auffassung darin, vorsorglich alle Wölfe abzuschießen?
    Aha.

    Do stelle meer ons janz domm und gucken uns die Fallzahlen ähnlicher, durch andere Tiere verusachten Vorfälle an.
    In Europa zu bleiben reicht schon, nehmen wir nur Wildschweine, Hunde, Kühe, Pferde und auch Katzen (Katzenbisse sind hochinfektiös) – und dann denken wir noch einmal in Ruhe über Ihre absurde These nach.

  6. Mit dem Unterschied, dass es hier nichtmal eine Hand voll Wölfe gibt und sie keinen Nutzen bringen. Niemand würden sie vermissen – ausser natürlich ein paar Naturschutzaktivisten die sich an ihrem Placebo erfreuen („ich habe zwar noch nie Wölfe gesehen, aber schön das sie da sind“).

    Ist mir lieber als Eltern zu vermitteln, dass ihr Kind Opfer eines bedauerlichen Einzelfalles geworden ist. Das machen ja nur kranke oder angefütterte Wölfe. Und ich mein, wer füttert schon Wölfe? Es füttert ja auch niemand Enten, weil man das ja auch nicht machen soll… Oh wait.

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