Heute möchten wir von den Bürgermeisterkandidaten wissen: Wie stehen Sie zur digitalen Verwaltung und wie wollen Sie deren Ausbau vorantreiben?
Vier Kandidaten treten zur Kommunalwahl 2025 in Schermbeck an: Mike Rexforth (CDU), Dieter Michallek (SPD), Stefan Dürrbaum (BfB) und Manuel Schmidt (Die PARTEI).
In dieser Serie beantworten sie 30 identische Fragen – ungekürzt und im Originalton.
Täglich erscheint ein neuer Teil mit ihren Antworten.

Wie stehen Sie zur digitalen Verwaltung und wie wollen Sie deren Ausbau vorantreiben?
Mike Rexforth
Wir sind mitten im Prozess und haben einen Spezialisten hierfür im Rathaus eingestellt, der mit großen Schritten an der Realisierung arbeitet. Bald werden weitere digitale Leistungen von Zuhause aus ohne einen Besuch im Rathaus möglich sein.
Dieter Michallek
Die Digitalisierung der Verwaltung läuft bereits – aber zu langsam. Als Bürgermeister werde ich alle verfügbaren Möglichkeiten konsequent nutzen, um den digitalen Wandel zu beschleunigen. Einfachere Arbeitsabläufe, flexible Bearbeitung und effektive Prozesse sind das Ziel.
Konkret bedeutet das: Online-Anträge für Bauvorhaben, Gewerbeanmeldungen und Ummeldungen, digitale Terminbuchungen und elektronische Dokumentenverwaltung. Gleichzeitig bleiben persönliche Beratung und Sprechzeiten erhalten – niemand soll abgehängt werden.
Bürger profitieren von schnelleren Entscheidungen, weniger Bürokratie und flexiblen Öffnungszeiten. Die Verwaltung wird moderner, bürgernäher und kosteneffizienter. Mitarbeiter können sich auf wichtige Beratung konzentrieren statt auf Papierkrieg. Digitalisierung bedeutet besseren Service für alle – das werden wir in Schermbeck zügig umsetzen. Mit modernen Systemen, geschultem Personal und klaren Zielen machen wir unsere Verwaltung fit für die Zukunft.
Manuel Schmidt
Digitale Verwaltung klingt schick, ist aber oft wie ein Windows-Update: viel versprochen, wenig geliefert.
Ich komme aus der IT – und wenn ich ehrlich bin, fühlt sich die Digitalisierung in der Verwaltung oft so an, als würde man versuchen, Netflix auf einem Videorekorder zu streamen. Es gibt PDFs zum Ausdrucken, WLAN für die Außendarstellung und eine Handvoll Online-Termine – aber kaum durchdachte Prozesse, keine KI, keine echten Innovationen.
Das Problem ist nicht Faulheit, es ist das Denken in alten Schleifen. Und das geht auf Dauer nicht gut. Digitalisierung ist nicht nur nice to have – sie ist die einzige realistische Antwort auf den wachsenden Mangel an qualifiziertem Personal. Wir brauchen Lösungen, die Arbeit abnehmen – nicht zusätzliche erzeugen. Und ja: Künstliche Intelligenz kann auf lange Sicht genau das leisten. Sie ersetzt keine Menschen – aber sie rettet Strukturen, die sonst implodieren würden.
Ich will ein Rathaus, das digital nicht nur mitläuft, sondern vorangeht: mit sicheren Systemen, echten Schnittstellen, Bürgerdiensten, die ihren Namen verdienen – und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Digitalisierung ist keine Technikfrage, sie ist eine Frage des politischen Willens.
Ich bringe das Know-how mit – und die Geduld, Komplexes verständlich zu machen. Aber auch die Konsequenz, es nicht beim Reden zu belassen. Denn digitale Verwaltung ist kein Hochglanzversprechen, sie ist: Handwerk. Und ich kann das.
Und für alle, die’s nicht digital mögen: Es bleibt mindestens ein Mensch mit Stempel – und Zeit für ein gutes Gespräch.
Stefan Dürrbaum
Die digitale Verwaltung ist für mich eine Notwendigkeit. Ich möchte ein modernes, effizientes und bürgerfreundliches Rathaus schaffen, das rund um die Uhr Service bietet.
Meine Schritte sind: Digitalisierung von Dienstleistungen: Viele Behördengänge, wie die Beantragung von Ausweisen oder Anmeldungen, sollen künftig über ein Online-Portal von zu Hause aus erledigt werden können.
Interne Digitalisierung: Durch eine digitale Aktenführung und automatisierte Arbeitsabläufe steigern wir die Effizienz im Rathaus. Das entlastet die Mitarbeiter und schafft mehr Zeit für die persönliche Beratung.
Infrastruktur, Kompetenzen und Schulungen: Wir müssen in schnelles Internet und moderne IT-Systeme investieren. Zudem sind Schulungen für Mitarbeiter und Bürger entscheidend, damit die digitalen Angebote sicher und effektiv genutzt werden können.
Digitale Kommunikation und Transparenz: Eine verbesserte Homepage und die Nutzung digitaler Kanäle sollen die Bürger besser informieren und die Beteiligung an Entscheidungsprozessen fördern.
Mein Ziel ist es, Schermbeck durch eine konsequente Digitalisierung einen Service auf der Höhe der Zeit zu bieten und dabei sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird.
Morgen geht es im Teil weiter mit der Frage: Wie wollen Sie das Ehrenamt, die Vereine und das kulturelle Leben in Schermbeck stärker unterstützen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.























