Freude für die Schermbecker Feldbahnfreunde. Sie bekommen viel Unterstützung aus der Region.

Schermbeck. Kürzlich schenkte ihnen die Firma Euflor Humuswerke aus Stade bei Norddeutschland 550 Meter Schienen und zwei Weichen. Sie dienen dem weiteren Ausbau der Feldbahnstrecke im Gahlener Aap.

Das Unternehmen baut hochwertige Torfe als Substratrohstoff für den Gartenbau ab und hat eine Zweigstelle in Schermbeck. Ein Mitarbeiter von Euflor, der auch Mitglied der Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen ist, erhielt aus Norddeutschland die Anfrage, ob die Feldbahnfreunde nicht mehr benötigte Gleise gebrauchen können.

Da die Feldbahnfreunde die Strecke nahe der Sportanlage des TuS Gahlen auf dem Gelände beim Hof Haferkamp ausbauen wollen, kam die Anfrage sehr gelegen Lediglich die Kosten für den notwendigen Transport der geschenkten Gleise mussten übernommen werden.

Radlader auf fünf und sieben meterlange Gleise

„Der LKW war auf die Minute pünktlich“, freut sich Rainer Deutzmann, Schriftführer des Vereins. Liefertermin war Freitag, der 4. Dezember. Morgens in Eiseskälte kam die schwere Ladung in der Bruchstraße auf dem Gelände gleich neben der Museumsscheune des Heimatvereins Gahlen an. Hier wartete schon Vereinsmitglied Jürgen Kleineberg mit einem Radlader auf die fünf und sieben meterlangen Gleise. Sie haben eine Spurbreite von 600 Millimeter.

Auch die Firma Fasseltbau aus Schermbeck hilft dem Vorhaben des Vereins unentgeltlich: Mit drei LKW-Ladungen Erde, umgerechnet 3 mal 20 Tonnen. Die Erde benötigen die Feldbahnfreunde Schermbeck zum Weiterbau einer Rampe zur Lippe herunter: „Wir sind sehr dankbar für dieses soziale Engagement“, freuen sich die Vereinsmitglieder und loben die Hilfsbereitschaft und die Zusammenarbeit der lokalen Firmen und Institutionen.

Corona verzögert die Pläne

Durch Corona liegt der Verein mit seinen Plänen im Jahr 2020 zurück. „Wir müssen loslegen können“, betont Deutzmann. Normalerweise treffen sich sechs bis zehn Vereinsmitglieder immer mittwochs, um weiter an der Instandsetzung zu arbeiten. „Das ist jetzt nicht möglich“, meint Rainer Deutzmann weiter. „Viele von unseren Mitgliedern zählen zur Risikogruppe“. Dennoch lassen sich die Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen nicht aus der Bahn werfen.

Sie machen weiter, so gut es geht. „Wir hoffen auf das nächste Jahr und ein Stückchen mehr Normalität und warten auf das Go“, schließt Michael Gorris, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. „Die großen Fahrtage entfielen und wir erhielten viele Anfragen von Familien.

Sie wollten den Kindergeburtstag im Zug feiern. In den Sommerferien war das möglich. Jetzt gerade ist es das nicht. Keiner darf kommen.“, erklärt er. Für das kommende Jahr sind viele kleine, weitere Schritte geplant. So soll ein Infozentrum in einer Blockhütte vollendet werden.

Weichen der Feldbahnfreunde sind gestellt: Das Warten beginnt

Alles Vorhaben, die jetzt 2021 umgesetzt werden sollen. Aktuell hat der Verein 45 Mitglieder und zählt damit zu den größten Feldbahnvereinen Deutschlands.

„Keiner weiß genau, wann es losgehen darf und die Kollegen richtig ans Werk gehen dürfen, um die Schienen alle zu verschrauben“, erklärt Michael Gorris. Doch sobald es weitergehen darf, sind alle Weichen für ihr Vorhaben gestellt und dann kommen die Projekte ins Rollen.

Weitere Infos unter http://www.feldbahn-schermbeck.de