Am 9. Dezember findet die „Schöne alte Weihnachtszeit“ erneut statt
Am kommenden Samstag (9.) haben die Besucher des Festes „Schöne alte Weihnachtszeit“ Gelegenheit, in die Lebenswelt des 19. und frühen 20. Jahrhunderts einzutauchen. Ganztägig ist die Mittelstraße zwischen der Brücke über den Mühlenbach in Rathausnähe und Ludgeruskirche für den motorisierten Verkehr gesperrt. Im gesamten Ortskern können Gäste kostenlos parken. An diesem Tag sind auch die Geschäfte in der Mittelstraße zwischen 10 und 19 Uhr geöffnet.

Mitglieder der Werbegemeinschaft und der „Eselfreunde Niederrhein“ laden zum Fest „Schöne alte Weihnachtszeit ein“, das am 9. Dezember zum sechsten Male veranstaltet wird. Foto: Helmut Scheffler

„Macht, mit, traut euch, es macht unglaublich viel Spaß“, ermuntert der Werbegemeinschaftsvorsitzende Wolfgang Lensing die Besucher, im Outfit der Urgroßeltern über die Mittelstraße zu flanieren. Dazu braucht man in der Regel kein Geld auszugeben und auch eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Oftmals reicht es, auf dem Söller einmal das herauszusuchen, was vor Jahrzehnten dort deponiert wurde. Eine alte Jacke, ein Zylinder, ein Arbeitskittel, das alte Kleid der Großmutter oder ein Schirm von anno dazumal reichen meist schon, um den Eindruck von einer längst vergangenen Zeit zu vermitteln. Ob feine Dame, Bäuerin, Magd oder Straßenjunge, ob Schlossherr, Kaufmann im schicken Gehrock oder Knecht: Jeder ist herzlich willkommen. „Damit die ´Schöne alte Weihnachtszeit` lebt, sind alle eingeladen, mitzumachen“, so Lensing. Denn auch wenn GAGU und Werbegemeinschaft über einhundert Schauspieler auf die Straße bringen, freue man sich über jeden Besucher, der im Kostüm komme.

Diese Puppe sitzt am Samstag auch auf Adolf Frankens Leiterwagen, den er über die Mi zieht. Foto: Helmut Scheffler

„Geht bitte auf die Straße“, empfiehlt Wolfgang Lensing den Kaufleuten an der Mittelstraße, damit keine Lücken entstehen und der Eindruck einer geschlossenen historischen Straßenzeile entsteht. Eine passende Dekoration oder eine Ausstellung oder Verkleidung tragen zur optischen Aufwertung des historischen Gesamtbildes bei. „Für jeden Einzelnen ist es ein geringer Aufwand, aber in der Summe stellen wir uns absolut einmalig und positiv dar“, ermuntert Wolfgang Lensing zur Teilnahme an einem Fest, das in der weiten Region einmalig ist.

Besonderen Wert legen die Veranstalter darauf, dass sich Schermbecker Vereine und Gruppen kostenlos beteiligen können; eine Standgebühr wird nicht erhoben. Die GAGU-Zwergenhilfe lädt zur Aufführung des Musicals „Vom Geist der Weihnacht“ ein. Der Angelsportverein Bricht räuchert Forellen an seinem Stand vor dem Haus Nr. 27 und bietet sie anschließend zum Verkauf an. Dazu gibt es „weihnachtliche“ Getränke. Bilder von den Vereinsgewässern und -aktivitäten werden gezeigt.

Der Angelsportverein Bricht räuchert Forellen an seinem Stand vor dem Haus Nr. 27. Archivfoto: Helmut Scheffler

Mit etwa einem Dutzend Helfer steht der Bürgertreff Schermbeck e.V. auch in diesem Jahr vor dem Geschäft Rossmann, um die Besucher mit Reibekuchen mit und ohne Apfelmus und erstmals mit Heidelbeer-Glühwein von Anne und Heinrich zu verwöhnen. Selbst gebackene Plätzchen, kleine Stollen aus eigener Herstellung, Marmelade und Liköre werden zum Verkauf angeboten. Adolf Franken zieht einen Leiterwagen über die Mi, beladen mit historischen Gerätschaften und mit Spreewaldgurken, die er zum Verkauf anbietet.

Das Netzwerk verkauft Panhas, die Schießgruppe Altschermbeck dampfenden Glüchwein. Die GAGUs bieten Likör und Marmelade an, die Landfrauen Schmalz und Schwarzbrot. Die Frauen der Arbeitsgruppe „Vom Schaf zur Socke“ des Heimatvereins Gahlen wollen den Besuchern zeigen, wie man aus Schafwolle mit Hilfe von Spinnrädern Garn gewinnen kann. Vereine und Gruppen, die sich bislang noch nicht angemeldet haben, können sich noch kurzfristig im Schermbecker Reisebüro bei Frank Herbrechter unter Tel. 02853/6042660 anmelden.

Ein optischer Leckerbissen erwartet die Besucher in der Nähe des Schermbecker Reisebüros. Dort werden erstmals die „Eselfreunde Niederrhein“an einem Schermbecker Straßenfest teilnehmen.

Wie in den letzten Jahren werden keine Musiker engagiert, aber die Veranstalter gehen davon aus, dass fröhliche Menschen des „Vor-GEMA-Zeitalters“ in der Lage sind, spontan ein paar Lieder zu singen. Außerdem stehen in der Regel Kinder mit ihren Instrumenten an verschiedenen Stellen der Mittelstraße, um mit weihnachtlichen Klängen daran zu erinnern, dass nun bald die Geburt des Erlösers bevorsteht. H.Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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