An Heiligabend 2025 ist in Erle ein Projekt sichtbar geworden, das vor Jahren mit Gesprächen an der Theke begann. Die neue Dorfkneipe HUB Erle ist fertiggestellt. Bei einem internen Treffen zapften Vorstände, Aufsichtsrat, Handwerker und Unterstützer erstmals Bier aus der neuen Anlage.

Von der Idee zur Bürgergenossenschaft
Oliver Göttlich, stellv. Vorsitzende der Bürgergenossenschaft Erle eG. , erinnerte an die Anfänge. „Vor fünf Jahren haben viele von uns drüben in der Volksbank gesessen und die Genossenschaft gegründet“, sagte Göttlich. Davor seien viele von denen, die heute anwesend seien, irgendwann an der Theke gestanden und hätten gesagt: „Wir müssen in Erle eine Kneipe bauen.“
Dass man nun an Heiligabend gemeinsam in den fertigen Räumen stehe, sei damals kaum vorstellbar gewesen. „Dass wir jetzt hier sind, haben wir zwischenzeitlich sicherlich nicht gedacht“, sagte Göttlich. „Umso schöner ist das, dass wir heute an Heiligabend 2025 das erste Bier trinken können.“

Spontane Idee zum Weihnachtsfest
Auch der Vorsitzende der Bürgergenossenschaft Andreas Grotendorst griff die besondere Situation auf. „Ja, heute ist Weihnachten“, sagte er. „Gestern Abend kam die spontane Idee: Weihnachten kommt das Christkind. Und das Christkind bringt dem Dorf sechs neue Zapfhähne, eine große Theke und ganz viele Räume, wo man sich treffen und feiern kann.“ Man habe sich deshalb entschlossen, noch vor der offiziellen Eröffnung zusammenzukommen und „das erste Bier aus den Zapfhähnen fließen lassen.“

Dank an Handwerker und Unterstützer
Besonders hob Grotendorst die beteiligten Handwerker hervor. „Ohne die hätten wir das nicht geschafft, denn sie haben viele Überstunden eingelegt“, sagte er. Ebenso betonte er, dass Peter Stöbel (Prokurist), der regelmäßig auf der Baustelle gewesen sei, ein absoluter Glückstreffer für die Bürgergenossenschaft sei.
Göttlich ergänzte, man sei froh, dass es bei der Bürgergenossenschaft keine Zeiterfassung gebe. „Peter Stöbel war hier regelmäßig, sieben Tage die Woche“, sagte Göttlich. „Neben vielen anderen.“ Er begrüßte außerdem den neuen Bürgermeister Dirk Kuhmann sowie weitere Wegbegleiter. „Mit Andreas fing alles an, mit Martin Tesing ist es in die Planungsphase gegangen, und mit Dirk stellen wir es jetzt fertig“, sagte Göttlich. „Ich glaube, das ist ein schönes Bild.“

HUB Erle: Ein Haus von allen für alle
Bürgermeister Dirk Kuhmann sagte, es gebe kaum einen schöneren Einstieg ins Amt.
„Auch wenn mein Anteil am Erfolg verschwindend gering ist, macht es mich stolz, dass hier so etwas entstanden ist“, sagte er. „Am Ende haben wir jetzt ein Heim von allen, für alle. Das muss jetzt mit Leben gefüllt werden.“

Küche, Theke und viel Herzblut
Grotendorst richtete seinen Dank auch an Betreiber Christian Lipfert und Küchenchef Simon Ende. „Ohne euch würde hier gar nichts laufen“, sagte er. „Es würde kein Bier fließen, es gäbe kein Essen.“ Der Weg sei nicht einfach gewesen. „Viele Wege waren schwer“, sagte Grotendorst. „Aber, dass es jetzt so geworden ist, ist auch euer Verdienst.“ Er verwies dabei auf die Küche und die Einrichtung insgesamt. Auch die Theke sei mehrfach geplant worden. „Ich weiß nicht, wie viele Planungen es für die Theke gegeben hat“, sagte Grotendorst in Richtung Andreas Pass. Dieser entgegnete: „Das war ein Gemeinschaftsprojekt. Ihr habt alle dazu beigetragen“.

Grotendorst erinnerte daran, dass die Idee einer Dorfkneipe einst gemeinsam mit Alfons Klein-Ridder in einem Bierzelt entstanden sei. Später habe man sich gefragt: „Geht es nicht noch schöner?“ Sein Dank galt deshalb auch Johannes Böckenhoff für die Unterstützung der Pläne. „Dass du das mitgemacht hast, ist nicht nur ein Geschenk für den Ort, sondern alles ist sehr fair gelaufen“, sagte Grotendorst.

Weitere Dankesworte richtete Grotendorst an den Aufsichtsrat der Bürgergenossenschaft, an das Architekturbüro Thieken, an den Architekten Bernfried Lammersmann sowie an alle beteiligten Handwerker.
„Das war überhaupt nicht selbstverständlich, was ihr hier alles geleistet habt und wie ihr euch in dieses Projekt eingebracht habt“, sagte Grotendorst.
Göttlich betonte im Anschluss, dass alle Beteiligten die Idee und auch den Glauben an das Projekt über die gesamte Zeit hinweg weiterverfolgt hätten.
„Viele haben gesagt, es geht nicht“, sagte Göttlich. „Wir haben aber gezeigt, dass es doch geht. Und das ist das Besondere.“

Christian Lipfert: Alle umarmen
Der zukünftige Pächter vom HUB Erle Christian Lipfert sprach von einem reibungslosen Ablauf. „Wir haben hier ein reibungsloses Projekt hinbekommen“, sagte er. „Alle Gewerke haben ganz groß mitgemacht. Keiner hat gemeckert. Alle kamen morgens glücklich auf die Baustelle. Dafür möchte ich alle einmal herzlich umarmen“
Simon Ende über Stolz und Verantwortung gegenüber der Genossen
Im Anschluss meldete sich auch Küchenchef Simon Ende zu Wort. „Ich bin persönlich einfach nur stolz auf das hier und bekomme Gänsehaut, wenn ich hier stehe“, sagte Ende. „Wir müssen einfach auch den Bürgern danken, den Genossen, die das alles möglich gemacht haben. Und daran müssen wir in den nächsten Jahren immer denken. Wir stehen hier für die Genossen ein, weil ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.“

Arbeit im Hintergrund
Grotendorst wies darauf hin, dass viele Leistungen im Hintergrund kaum sichtbar seien.
„Wenn ein Gebäude aus der Erde wächst, dann sehen das alle“, sagte er. „Aber was vorher an Akten und Zahlen hin- und hergedreht werden musste, damit alles passt, das sieht kaum jemand.“
Ein besonderer Dank ging daher an die Volksbank Raesfeld und Erle, allen voran an Michael Weddeling, sowie an den genossenschaftlichen Bereich. „Ohne das Know-how und die Unterstützung wären wir heute nicht hier“, sagte Grotendorst.

Abschluss an der Zapfanlage
Zum Abschluss wurde es noch einmal bewusst locker. Vor der Wand im zukünftigen Saal, gehalten in sattem Veltins-Grün, zapften die Anwesenden ihr erstes Bier selbst aus der neuen Anlage. Mit dabei war auch Andreas Witte von der Veltins-Brauerei, der diesen Moment nicht nur beobachtete, sondern sichtbar genoss. Das erste Pils floss und zufrieden probiert.

Es war ein passender Schlusspunkt für ein Projekt, an das viele geglaubt haben, auch als andere sagten, es gehe nicht. Ein Projekt, getragen von einer Bürgergenossenschaft, augenzwinkernd als weltweit einzigartig bezeichnet, zumindest für die Region Münsterland und NRW ganz sicher.
Damit endete das Treffen bewusst früh, damit alle Beteiligten den Heiligabend im Kreis ihrer Familien verbringen konnten.
Die offizielle Eröffnungsfeier der Dorfkneipe HUB Erle ist für den 7. Februar 2025 ab 11 Uhr geplant.
Ohne unsere Handwerker hätten wir das nicht geschafft
Andreas Grotendorst






































