Früher bekannt unter dem Namen „Mobile Igelhilfe“ engagiert sich Karina Timmer, die am 21. August 2012 gemeinsam mit Simone Paul-Urff und Vertretern des Dorstener Tierheims die Tierschutzhilfe gründete.

Die Igelhilfe Dorsten e. V. ist, wie der Name aussagt, keine Auffangstation, sondern offiziell vom Veterinäramt als ehrenamtliche Beratungsstelle anerkannt. Hier beraten Karina und Simone Tierfreunde, die einen verletzten oder zu schwachen Igel gefunden haben.

Foto: Igelhilfe Dorsten e.V.
Foto: Igelhilfe Dorsten e.V.

„Wir lassen niemanden alleine und begleiten die Finder telefonisch oder mithilfe von Fotos über den Messenger. Alleine im letzten Jahr konnten wir so 140 Igeln helfen“, freut sich Karina. Die examinierte Krankenschwester kennt sich in der Pflege aus und nimmt nur Igel bei sich auf, die die Finder ohne medizinische Ausbildung nicht pflegen können. „Nur so haben sie eine Chance zu überleben“, weiß sie.

Achtung bei elektrischen Gartengeräten

Karina und Simone bitten aber schon im Vorfeld darum, ein wenig auf den Igel zu achten, damit Verletzungen erst gar nicht vorkommen.

Dazu gehören folgende Maßnahmen:

  • Bitte lassen Sie Ihren Rasenmähroboter nicht unbeaufsichtigt laufen“, ist Karinas Wunsch an die Gartenfreunde. Der Igel ist kein Fluchttier, sein Schutz ist das Zusammenrollen. Aber gegen den Roboter hat er damit keine Chance. Wer jemals die tiefen Schnittwunden am Kopf oder den Hinterbeinen gesehen hat, die der Mähroboter dem Tier zufügen kann, wird die Tierschützerin verstehen.
  • Auch Laubbläser und -sauger stellen eine Gefahr vor allem für kleine Igel dar. Daher bittet Simone die Gärtner darum, den Laubhaufen durchzusehen, bevor sie mit ihrer Arbeit beginnen. Jetzt ist Babyzeit bei Familie Igel und die Kleinen sind im Laub schwer zu erkennen.
  • Und last but not least können auch Fadenmäher den Igeln schwere Verletzungen zufügen, wenn über die Rasenkanten hinaus ins Gebüsch gemäht wird.

Durch geeignete Vorsorge den Igel schützen

Aber auch unabhängig vom Einsatz elektrischer Gartenhelfer können Sie den kleinen Stachlern helfen, gut genährt und gesund am Ende des Jahres in den Winterschlaf zu kommen:

  • Eine flache Schale mit frischem Wasser hilft dem Igel nicht nur seinen Durst zu stellen, das kühle Nass zieht auch seine Leibspeise, die Insekten an. Bitte geben Sie ihm jedoch keine Katzenmilch zu trinken, sie bekommt dem Igel nicht. Wenn Sie einen Stein in die Schale legen, so ist sie gut vor dem Umfallen gesichert und es steht den Tieren immer Flüssigkeit zur Verfügung.
  • Eine weitere Bitte, die die beiden Tierschützer äußern, ist die der Anbringung von schlichten Abdeckgittern über Lichtschächte oder die regelmäßige Kontrolle, ob dort ein Igel hineingefallen ist. Auch für andere Gartenbewohner stellen Lichtschächte oder Treppenabgänge unüberwindliche Hindernisse dar. Hier können schon Bretter helfen, die den Tieren den Weg nach oben wieder ermöglichen.

Der Igel bleibt ein Wildtier

„Ein Igel ist und bleibt ein Wildtier“, betont Karina Timmer. „Daher darf er auch nicht als Haustier gehalten werden“, fährt sie fort. Aber durch geeignete Maßnahmen und etwas Geschick können Sie ihm einen Platz in Ihrem Garten anbieten. Ist er nicht zu aufgeräumt, kommen die kleinen Insektenfresser sicher gerne zu Ihnen.

  • Bewährt haben sich dabei selbst gebaute Unterstände. Zwei schlichte Bretter auf Ziegel gelegt, Holz darüber gestapelt. Nimmt der Igel das neue Heim an, so bedankt sich als eifriger Insekten- und Schneckenjäger. Auch wenn Sie noch so neugierig sind, ob Ihre gebaute „Hütte“ bewohnt ist, so sollten Sie den Bewohner besser nicht stören.
  • Auch über ein wenig Katzenfutter oder Rührei freut sich Mecki. So kann er sich vor dem Winterschlaf noch etwas Speck anfressen. Sollten Sie Angst haben, damit Ratten anzuziehen, so helfen eingebaute schlichte Rattenklappen. Anleitungen dazu gibt es im Internet.

Recht auf Hilfe

Karina und Simone bitten Spaziergänger darum, nicht achtlos an einem verletzten Tier vorbeizugehen, denn auch sie haben ein Recht auf Hilfe. Und wenn Gartenbesitzer zudem ihre Gärten jetzt noch ein wenig tierfreundlicher gestalten, dann ist damit nicht nur den Igeln geholfen.

Weiterführende Informationen rund um das Wildtier Igel bekommen Sie auf der Webseite www.igelhilfe-dorsten.de.

Igelhilfe Dorsten e.V.
Dorsten
46282

T: 01573 7799264
M: [email protected]
Mehr Infos: https://www.igelhilfe-dorsten.de/wir-suchen

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