Hoffnungen haben sich nicht erfüllt

Im Rahmen eines vom Amtsgericht Duisburg genehmigten Schutzschirmverfahrens erhält die Dachziegelwerke Nelskamp GmbH die Möglichkeit, sich in Eigenregie unter der amtierenden Geschäftsführung zu restrukturieren. Damit soll der Fortbestand des Unternehmens gesichert werden.

Für die Beschäftigten am Standort Schermbeck sind es trotzdem keine guten Nachrichten, die sie dieser Tage erreichten. Denn schon jetzt steht fest, dass ihr Werk geschlossen wird und rund 80 Stellen abgebaut werden. Am 30. Juni soll Schluss sein. Ein Schock für die Belegschaft. Viele von ihnen arbeiten hier seit Jahrzehnten.

  • Aus kommt für viele überraschend
  • Wenige Jahre vor dem 100. Jubiläum
  • Modernisierung der Produktionsanlagen zu langsam
  • Bundesagentur für Arbeit zahlt zunächst Löhne und Gehälter
  • Schock sitzt tief

Gespräche in den kommenden Wochen

„Die notwendig gewordene umfangreiche Modernisierung unserer Produktionsanlagen ist leider nicht wie geplant verlaufen. Rückblickend dauerte der Prozess viel zu lange; zudem haben die vielen unausweichlichen Produktionsstillstände dazu geführt, dass sich unsere Liquidität massiv verringert hat“, sagt Geschäftsführer Heinrich Nelskamp.

Für die Umsetzung der notwendigen Schritte zur Restrukturierung steht der Unternehmensführung jetzt Rechtsanwalt Dr. Dirk Andres als Restrukturierungsbevollmächtigter zur Seite. Gespräche mit allen Beteiligten sollen in den kommenden Wochen geführt werden. Mit dem gerichtlich bestellten vorläufigen Sachverwalter Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus steht ein weiterer Experte zur Überwachung der Prozesse und zur Wahrung der Gläubigerinteressen bereit.

Wie geht es weiter mit der Dachziegelwerke Nelskamp GmbH?

Genau das ist die zentrale Frage, die sich viele Beschäftigte in diesen Tagen stellen. Konkrete Antworten haben sie nicht. Die Bekanntmachung kam völlig unerwartet. Nur wenige Jahre vor dem 100. Firmenjubiläum im Jahr 2027. Selbst die ältesten Mitarbeiter sind schon mit der Ziegelei Nelskamp groß geworden. Noch gibt es die Hoffnung auf eine Auffanggesellschaft. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt zwar zunächst die Löhne und Gehälter. Doch das ist zeitlich begrenzt. Danach wird auf viele erst einmal die Arbeitslosigkeit zukommen.