Zeit für einen Wechsel – Apothekerin Heidrun Hoch geht in den Ruhestand

Ab dem 2. Januar 2018 wird es in der Burg-Apotheke in Schermbeck auf der Mittelstraße eine neue Inhaberin geben.

„Wir machen quasi einen fliegenden Wechsel“, sagt Heidrun Hoch, die nach 22 Jahren sich als Apothekerin dazu entschlossen hat, ihr Geschäft in neue Hände zu geben. „Ich hatte das große Glück mit Ute Hecht-Neuhaus aus Friedrichfeld, eine sympathische und kompetente Nachfolgerin, die ich schon lange und persönlich kenne, zu finden“, so Hoch. Dies habe ihr das Ausscheiden aus ihrer Apotheke erheblich erleichtert.

Jüngere Hände

Erst in den letzten Wochen hat sich die Vollblutapothekerin dazu entschlossen, ihre Burg-Apotheke in jüngere Hände abzugeben. „Dabei war es mir wichtig zu schauen, dass es für alle Kunden und Mitarbeiterinnen in meinem Sinne weitergeht“, sagt Dr. Heidrun Hoch.
Als Apothekerin habe Hoch immer den Heilberuf in den Vordergrund gestellt. Das Zuhören und Verstehen, die Beratung und Betreuung sowie der Einsatz in der Prävention standen stets im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. So habe sie auch aus einer damals erlebten Notwendigkeit 1999 in Schermbeck eine Diabetes-Selbsthilfegruppe gegründet und dreizehn Jahre lang weitergeführt.

Pillendrehen

Zu einer guten Beratung gehöre auch, die Freiheit zu haben, abraten zu können, wenn ein konkreter Wunsch oder eine durch Werbung induzierte Vorstellung sich für den Kunden/Patienten im Gespräch als ungeeignet erweist.
Rückblickend hat die gebürtige Wiesbadenerin im Apothekenwesen viele Veränderungen erlebt. „Mit einfachem Mischen oder „Pillendrehen, wie es manchen Vorstellungen entspricht“, sagt sie schmunzelnd, „ist es schon lange nicht mehr getan.“ Die Komplexität der Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln ist durch eine Vielzahl von Neuerungen stark gestiegen. Zu nennen sei hier eine neue Apotheken-Betriebsordnung, Qualitätsmanagement, Dokumentationspflichten, Rabattverträge der Krankenkassen, Lieferengpässe, Medikationsmanagement und Vieles mehr. So hat die vielbeschworene Digitalisierung in deutschen Apotheken längst Einzug gehalten. „Gerade letztere aber ersetzt das persönliche Beratungsgespräch heute und auch in Zukunft nicht. Denn viele Patienten kennen ihren Beratungsbedarf nicht, da dieser erst durch gezielte Rückfragen soz. Auge in Auge festgestellt werden kann.“

Online-Apotheken

Mit Blick auf die konkurrenzstarken Online-Apotheken meint Hoch: „Die Bagatellisierung von Arzneimitteln, die damit einhergeht, ist ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko. Durch Dumpingpreise werde nicht nur Mehr- und Missbrauch von Arzneimitteln gefördert, sondern die Menschen zwangsläufig nicht über Risiken aufgeklärt, die durch falsches Anwenden, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder Unverträglichkeiten entstehen können.“ Besonders auch Werbung führe teilweise ebenfalls falsches und auch unnötiges Kaufverhalten herbei.
Überganslos wird der Wechsel in der Burg-Apotheke am 2. Januar 2018 stattfinden. Dennoch wird Dr. Hoch auch weiterhin hin und wieder zur Verfügung stehen.

Positive Resonanz

„Ich weiß, dass ich meine Kunden und Mitarbeiterinnen und die Burg-Apotheke vermissen werde, aber irgendwann ist es Zeit, sich vor Augen zu führen, dass nichts im Leben ewig dauern kann.“
„In Schermbeck habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Ganz wesentlich dazu beigetragen haben die sehr freundlichen Menschen und die positive Resonanz, die ich für meine Arbeit bekommen habe. In dieser Form habe ich es noch nie in meinem Leben und an keinem anderen Ort, trotz meiner großen Erfahrung, erlebt“. Petra Bosse

 

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