Nun ist sie eröffnet, die „neue“ Bücherei. Schon ist der erste Leserbrief der Fraktionsvorsitzenden Bündnis 90/Die Grünen, Frau Ulrike Trick, veröffentlicht.

Sie wirft mir mangelnden Respekt vor der Meinungsvielfalt und mangelndes Demokratieverständnis vor. Sie berichtet von meiner Rede anlässlich der Eröffnung, an der Sie persönlich nicht einmal teilgenommen hat!

Sie schreibt, der Bürgermeister sprach den Bürgern, die sich an der Unterschriftenaktion beteiligt hatten, das Recht ab, ihre Meinung zu bekunden, wenn sie nicht gleichzeitig auch willens sind, die Betreuung der Bücherei ehrenamtlich zu unterstützen.

Bürgermeister Mike Rexforth
Bürgermeister Rexforth (Mitte) wehrt sich gegen die Kritik von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: H. Scheffler

Richtig ist, ich habe gesagt,  dass von den 1.000 Bürgerinnen und Bürgern, die sich an der Unterschriftenaktion gegen die Schließung der Bücherei beteiligt haben, sich lediglich 16 Schermbeckerinnen und Schermbecker zu einer Mitarbeit bereit erklärt haben. Dabei wurden alle, die auf der Liste eine Mitarbeit angeboten haben, persönlich kontaktiert und eingeladen, ehrenamtlich mitzuarbeiten.  

Und nun zum Demokratieverständnis:

1. Es wurde demokratisch, nämlich mit absoluter Mehrheit des Rates der Gemeinde Schermbeck entschieden, die Bücherei zu schließen. Diesen demokratisch gefassten Beschluss habe ich als Bürgermeister umzusetzen!(siehe auch Artikel vom 28.3.2017)

2. Sie sagen, in 20 Jahren wurde die Bücherei kaputtgespart – sehe ich anders – was ich aber sehe ist, dass Ihre Fraktion und Sie als Person einen Großteil dieser Zeit Mitglied des Rates der Gemeinde Schermbeck waren. Ich kann mich an keinen Antrag auf Aufstockung des Personals der Bücherei nach dem Beschluss der Wiederbesetzungssperre durch Ihre Fraktion oder Person erinnern. Ich lasse mich da aber gerne eines besseren belehren.

3. Es gab keinen konkreten Arbeitsauftrag an meine Person zum Erhalt der Bücherei durch den Rat. Die von Ihnen angemerkten Alternativvorschläge des Herrn Roth wurden alle demokratisch durch den zuständigen Fachausschuss abgelehnt. Dies auch aus gutem Grund.

4. Dennoch habe ich mich persönlich für den Erhalt eines Büchereiangebotes in der Gemeinde Schermbeck eingesetzt und mit Pastor Klaus Honermann und der St. Ludgerus Kirchengemeinde einen starken, verlässlichen Partner gefunden! Wenn das kein Erfolgt ist !

5. Die Welt hat sich verändert und damit die Lesegewohnheiten der Menschen ebenfalls. Viele der von Ihnen zitierten 18.000 Medien standen verstaubt in den Regalen und wurden nicht mehr ausgeliehen. Also, wieso sollten wir weiterhin einen Bestand vorhalten, den niemand benötigt. Da ist es doch besser, sich auf das zu konzentrieren, was auch nachgefragt wird und das nunmehr erhöhte Budget für immer aktuelle Werke einsetzen.(siehe Artikel vom 9.3.2017)

Ich würde mir wünschen, wenn man sich über das, was nun mit vereinten Kräften vieler handelnder Personen für Schermbeck erhalten werden konnte, freuen würde.

Das können Sie anscheinend nicht.

Wir haben eine bürgerschaftlich getragene Bücherei am Sonntag eröffnet. Sie haben leider dazu nichts beigetragen in den letzten Monaten ! Und wenn ich mich dann über die „Meckerer“ wie Sie beschwere, die einen demokratisch gefällten Beschluss nicht akzeptieren und gleichzeitig nichts tun um für Schermbeck, eine bessere Lösung zu finden, dann darf ich das mit meinem Demokratieverständnis auch tun.

Denn ich habe meine Hände nicht in den Schoß gelegt und gemeckert, ich habe mich „OHNE“ politischen Auftrag gekümmert. Das unterscheidet uns.

Abschließend möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken, die mir vertraut haben, eine Lösung zum Wohle der Gemeinde zu finden. Die mich haben in Ruhe an der Lösung auch arbeiten lassen. Und ganz besonders möchte ich mich bei dem Team der Ehrenamtlichen bedanken, die Hunderte von Stunden ihrer Freizeit investiert haben, um das Projekt erfolgreich werden zu lassen. Vielen Dank auch, lieber Klaus Honermann, für dein Vertrauen und deine Unterstützung und danke auch an den Kirchenvorstand der St. Ludgerus Kirchengemeinde, der das Projekt erst möglich gemacht hat.

Ich hoffe ihr alle lasst euch nicht entmutigen ! Der erste Schritt ist getan, nun machen wir den zweiten – gemeinsam, erfolgreich für Schermbeck.

Ihr Bügermeister

Mike Rexforth

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

1 KOMMENTAR

  1. Herr Rexforth. wir haben nicht nur die gleiche Ausbildung, wir haben auch ein ähnliches Problem mit ganz speziellen Menschen. Sie machen es wie ich: ich beuge mich vor solchen Gestalten nicht. Sollen wir mal einen Kaffee trinken?

    Und zur Sache: die Lösung ist eine gute Lösung für den Erhalt einer Bücherei. Ich zum Beispiel kann jetzt öfter zur Bücherei gehen und das alleine ist für mich schon ein Grund meinen Ausweis zu erneuern. Ich weiß nicht, wie oft ich vor verschlossenen Türen stand. Wenn man berufstätig ist, dann konnte man mit den Öffnungzeiten der Bücherei nicht zufrieden sein. Ich kann dennoch gut nachvollziehen, dass Mitbürger die nicht arbeiten, das Problem nicht kennen (lernen werden).

    Ich persönlich finde, Sie machen einen guten Job. Obwohl ich anfangs skeptisch war, aber das ist auch eine gesunde Einstellung und ich wünschte, manches andere könnte hier auch noch bewegt werden, damit es wieder ein besonderes Gefühl ist, in Schermbeck zu wohnen.

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