Frage 18 lautet: Wo sehen Sie aktuell die größten ungelösten Probleme in der Gemeinde?
Vier Kandidaten treten zur Kommunalwahl 2025 in Schermbeck an: Mike Rexforth (CDU), Manuel Schmidt (Die PARTEI), Dieter Michallek (SPD) und Stefan Dürrbaum (BfB).
In dieser Serie beantworten sie 30 identische Fragen – ungekürzt und im Originalton.
Täglich erscheint ein neuer Teil mit ihren Antworten.

Herausforderungen und offene Baustellen
Frage 18: Wo sehen Sie aktuell die größten ungelösten Probleme in der Gemeinde?
Mike Rexforth
„Bei der finanziellen Ausstattung durch Bund und Land, den enorm gestiegenen Sozial- und Jugendhilfekosten. Dabei werden uns immer mehr Aufgaben auferlegt, ohne dafür auch nur ansatzweise eine finanziell auskömmliche Erstattung zu bekommen.
Die Integration der Geflüchteten ist eine weitere Mammutaufgabe, die uns an den Rand der Belastungsgrenze bringt. Wir machen es sehr gut, aber unsere Leistungsfähigkeit ist endlich“.
Manuel Schmidt
„Neben der Dauerbaustelle Mittelstraße gibt es drei große Probleme, die Schermbeck dringend angehen muss: fehlender Mut, mangelnde Ehrlichkeit und die demografische Zeitbombe der Alterspyramide. Wir reden gerne über Verkehrsberuhigung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, aber drücken uns oft davor, die nötigen Entscheidungen tatsächlich anzupacken – weil wir niemandem wehtun wollen oder Angst vor Gegenwind haben.
Die Alterspyramide bringt es besonders klar auf den Punkt: Schermbeck wird älter, und wir tun so, als wäre das eine Randnotiz. Dabei ist klar: Wenn wir heute nicht handeln und dafür sorgen, dass junge Leute bleiben oder zurückkommen, wird Schermbeck in zehn Jahren ein schicker Seniorenwohnpark mit Mittelstraßen-Umfahrung.
Konkret bedeutet das: Attraktive Wohn- und Lebensräume für Familien und junge Erwachsene schaffen, Nahversorgung sichern, Freizeit- und Bildungsangebote ernsthaft verbessern – und zwar jetzt, nicht erst, wenn wir irgendwann erstaunt merken, dass die Jüngsten im Ort 55 sind“.
Dieter Michallek
„Sanierungsstau systematisch abbauen. Jahrelang wurde zu wenig in unsere Infrastruktur investiert. Marode Straßen, undichte Dächer und veraltete Technik in öffentlichen Gebäuden schaden unserem Ansehen und kosten langfristig mehr als rechtzeitige Sanierungen.
Ich will einen Masterplan entwickeln: Welche Projekte sind am dringendsten? Wo gibt es Fördermittel? Stück für Stück arbeiten wir uns systematisch durch den Sanierungsstau – transparent und nach klaren Prioritäten.
Finanzen auf solide Basis stellen: Ein konsolidierter Haushalt ist die Grundlage für alle anderen Vorhaben. Ohne gesunde Finanzen können wir weder sanieren noch investieren. Deshalb prüfe ich jeden Ausgabenposten kritisch: Was ist wirklich nötig? Wo können wir sparen? Gleichzeitig erschließe ich neue Einnahmequellen durch Wirtschaftsförderung und strategische Beteiligungen an erneuerbaren Energien. Solide Finanzen bedeuten Handlungsfähigkeit für die Zukunft.
Verwaltung fit für das 21. Jahrhundert machen: Die Digitalisierung der Verwaltung stockt – das frustriert Bürger und Mitarbeiter gleichermaßen. Online-Anträge, digitale Terminbuchung und elektronische Akten müssen Standard werden. Moderne Software, schnelles Internet und geschulte Mitarbeiter sind dafür nötig. Digitalisierung spart Zeit und Geld, macht Prozesse transparenter und die Verwaltung bürgernäher. Das ist kein Luxus, sondern längst überfällig.
Solidarität mit Menschen in schwierigen Situationen: Die Schermbecker Tafel leistet unverzichtbare Arbeit für Menschen in Not. Diese wichtige Einrichtung muss erhalten bleiben und bekommt meine volle Unterstützung. Darüber hinaus brauchen wir ein Netzwerk aus sozialen Diensten, Beratungsstellen und ehrenamtlichen Helfern. Niemand soll durchs Raster fallen – auch in schwierigen Zeiten steht unsere Gemeinschaft zusammen.
Mittelstraße als Herzstück unseres Ortes gestalten: Die Mittelstraße ist mehr als nur eine Straße – sie ist unser Ortszentrum. Eine umfassende Sanierung mit barrierefreiem Ausbau, modernen Leitungen und attraktiver Gestaltung macht sie wieder zum lebendigen Mittelpunkt Schermbecks. Dabei müssen Anwohner, Geschäftsleute und Besucher gleichermaßen profitieren. Mit Fördermitteln und durchdachter Planung schaffen wir ein Zentrum, auf das wir stolz sein können.
Diese fünf Punkte sind meine Prioritäten – nicht als Wahlversprechen, sondern als Arbeitsauftrag für die kommenden Jahre“.
Stefan Dürrbaum
„Ich sehe drei drängende Probleme, die wir lösen müssen, um Schermbeck zukunftsfähig zu machen. Erstens die Infrastruktur und Versorgung in den Außenbereichen.
Fehlende Nahversorgung und unzureichende Mobilitätsangebote führen dazu, dass sich Teile der Gemeinde abgehängt fühlen. Zweitens die digitale Infrastruktur und Modernisierung der Schulen. Schnelles Internet und moderne Lehrmittel sind entscheidend, um Kinder optimal auf die Zukunft vorzubereiten und Schermbeck für Familien attraktiv zu machen.
Drittens die gesellschaftliche Einbindung. Wir müssen Einsamkeit bekämpfen und Barrieren abbauen, um den Zusammenhalt zu stärken. Diese drei Baustellen müssen wir entschlossen und innovativ angehen“.
In der nächsten Frage geht es um: Welche Entscheidungen der letzten Jahre hätten Ihrer Ansicht nach besser oder anders getroffen werden sollen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.























