Archäologische Situation verhindert Bau des neuen REWE-Markt in Schermbeck

Bebauungsplan Lebensmittelmarkt an der Erler Straße soll erneut öffentlich ausgelegt werden – Zwei weitere Stellungnahmen verzögern den Bau

Die Archäologische Situation auf dem Baugrundstück des geplanten Lebensmittelmarktes an der Erler Straße sind derzeit die zwingende Grundlage für eine Prüfung. Der Grund: Das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege vermutet auf dem Bebauungsplan für den neuen REWE-Markt die Existenz von archäologischen Baufunden und Gräbern sowie kulturgeschichtliche Bodenveränderungen. Wird sich das bestätigen, könnte das Projekt, sprich der Baubeginn sich nicht nur erneut verzögern, wenn nicht sogar erledigt haben.

Aufgrund des Beschlusses des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses des Rates der Gemeinde am 16.3. 2022 lagen bereits der Entwurf des Bauplanes und der Entwurf der Begründung bis zum 6. Mai aus. Parallel wurden die Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange, deren Aufgabenbereich durch die Planung berührt werden könnten, am Verfahren beteiligt.

Erneute Offenlage erforderlich

Jetzt jedoch führen zwei eingegangen Stellungnahmen erneut zum Ergebnis, dass eine erneute Offenlage erforderlich ist.

Laut Verwaltung habe das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege darauf hingewiesen, dass bei früheren Arbeiten in der St. Ludgerus Kirche und ihrem Umfeld, das unmittelbar an das Plangebiet angrenzt, bauliche Überreste von Vorgängeranlagen und archäologische Schichtbefunde gefunden wurden.

Pfarrei urkundlich 1184 erwähnt

Die alten Gemäuer der der St, Ludgerus-Kirche sind längst unter der Erde verschwunden. Die Pfarrei wurde bereits im Jahre 1184 urkundlich erwähnt. Deshalb sei damit zu rechnen, so heißt es in der Stellungnahme, dass seit dem Mittelalter weitere Vorgängerbauten und Anlagen bestanden haben. Deshalb müsse im Untergrund des Baugebietes mit der Existenz von archäologischen Baufunde und Gräbern sowie Kulturgeschichten, Bodenveränderungen gerechnet werden. Diese könnten im Zusammenhang mit der Errichtung, Nutzung und Veränderungen der Kirche bzw. der mittelalterlichen und neuzeitlichen Pfarrei und ihrer Geschichte sowie dem Totenbrauchtum entstanden und in den Boden gelangt sein.

Bedeutende Bodendenkmalsubstanzen

Deshalb sei laut des Amtes für Bodendenkmalpflege davon auszugehen, dass sich in dem zu überplanenden Grundstück bedeutende Bodendenkmalsubstanzen befinden, die bei einer Realisierung der Planung – ohne vorherige Untersuchungen – zwangsläufig beeinträchtigt oder zerstört werden könnten. Für die Wissenschaft und den Archäologen sind solche Funde wahre Schätze. Für Bauherren sind solche Verzögerungen aber vor allem eines: sehr teuer. Für die erforderlichen archäologischen Untersuchungen soll nun kurzfristig ein Fachbüro beauftragt werden.

Lärmquelle durch Wärmepumpe

Nicht nur das, behindert den Start des Neubaus, sondern auch in einer Stellungnahme des Kreises Wesel (untere Immissionsschutzbehörde) wird darauf hingewiesen, dass bei der schalltechnischen Untersuchung zum Bebauungsplan es Komplikation geben könnte. Dabei handele es sich um zwei vorhandene und damit vorbelastete Lärmquellen (Wärmepumpe und Klimagerät) auf dem benachbarten Parkplatz der Sparkasse. Diese seien laut Kreis Wesel nicht berücksichtigt worden, sollen aber nun im Schallgutachten berücksichtigt werden.

Die Ergänzung des Schallgutachtens und archäologische Untersuchung sind nun neue Informationen, die eine neue Offenlage erforderlich machen.

Dazu sei laut Hans-Jürgen Schmeing von der Verwaltung eine erneute Überarbeitung der Planungsunterlagen, insbesondere des Umweltberichtes erforderlich.

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