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Kulturstiftung

Mit dem Konzert „Junge Sterne“ beendete die Kulturstiftung ihr Jahresprogramm
Schermbeck Geringe Besucherzahlen sind kein Bewertungsmaßstab für die Qualität eines Konzertes. Diese Erfahrung machten am Sonntagmorgen in der Kulturstube nahe der Burg etwa 30 Zuhörer, die mit lange anhaltendem Applaus den musikalischen Auftritt sechs junger Instrumentalisten quittierten.

Die fünfte Ausgabe von „Mi in motion“ wurde zum Publikumsmagneten

Schermbeck „Ich bin so richtig erleichtert“, freute sich Marcell Oppenberg (im Foto links) als Organisator der Musikveranstaltung „Mi in motion“, die am Samstagabend zum fünften Male von der Kulturstiftung veranstaltet wurde.

Wegen des bedeckten Himmels hatten offensichtlich viele Besucher zunächst zu Hause ausgeharrt, aber gegen 21.30 Uhr füllte sich die für den motorisierten Verkehr gesperrte Mittelstraße nach und nach mit so vielen Menschen, dass Marcell Oppenberg erfreut bekannte: „Das ist die beste Resonanz, die ich in fünf Jahren erlebt habe.“ Fotos: Helmut Scheffler

 

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„Mi in Motion 2014“

Es ist wieder soweit. Die Neuauflage von „Mi in Motion“, dem musikalischen Straßenfest auf der Mittelstraße in Schermbeck steht vor der Tür.

06. September 2014
19:30 bis 23:30 Uhr

Eintritt: Vorverkauf 10,00 € – Abendkasse 12,00 €

Und für alle, die den Player nich öffnen können hier der Film auf: Klick hier<<<youtube<<<

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Am 28. Mai 1786 wurde diese zweite reformierte Kirche feierlich eingeweiht. Heute wird das barocke Gebäude als Kulturstube genutzt. Foto Scheffler

Steinerne Zeugen der Schermbecker Geschichte
Teil 6: Ehemalige reformierte Kirche

Es gibt kein zweites Gebäude im Gemeindegebiet, das in so unterschiedlicher Weise genutzt wurde wie die heutige Kulturstube in der ehemaligen reformierten Kirche nahe der Burg.

Die Anfänge der Kirche reichen bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück. Neben der in Schermbeck existierenden lutherischen Gemeinde scharten sich – unter Führung des ansässigen Adels und der dem reformierten Bekenntnis aufgeschlossenen Beamtenschaft – zahlreiche Gläubige um den ersten reformierten Prediger Arnold Seither. Die Gräfin von Velen hat, wie der Brichter Heimatforscher Dr. Dr. Arnold Maas feststellte, die Hofprediger ihres Glaubens, die auch für die Schermbecker Reformierten zuständig waren, stets gefördert.

Am 28. Mai 1786 wurde diese zweite reformierte Kirche feierlich eingeweiht. Heute wird das barocke Gebäude als Kulturstube genutzt. Foto Scheffler
Am 28. Mai 1786 wurde diese zweite reformierte Kirche feierlich eingeweiht. Heute wird das barocke Gebäude als Kulturstube genutzt. Foto Scheffler

Die erste reformierte Kirche wurde am 9. Oktober 1685 eingeweiht. Sie stand an der Ecke der heutigen Mittelstraße/Hogen Mai (heute: Einrichtungshaus Vennhoff). Durch die Nachlässigkeit eines Corps hannoverscher Soldaten ist sie am 28./29. September 1742 abgebrannt. Über vier Jahrzehnte hindurch hielten die Reformierten ihren Gottesdienst in der benachbarten Georgskirche, waren aber gleichzeitig bemüht, Gelder für den Bau einer neuen Kirche aufzutreiben. Der preußische König genehmigte schon 1744 eine Sammlung. Auf dem Gelände des alten Burglehnhauses begannen 1783 die Bauarbeiten. Am 28. Mai 1786 wurde die zweite reformierte Kirche, die bis heute erhalten geblieben ist, feierlich eingeweiht.

Pfarrer Wolfgang Bornebusch (l.) freute sich am 1. August 1998 riesig, das sanierungsbedürftige Gebäude der Georgsgemeinde für eine Mark an den damaligen Bürgermeister Wilhelm Cappell (r.) übergeben zu können. RP-Archivfoto Scheffler
Pfarrer Wolfgang Bornebusch (l.) freute sich am 1. August 1998 riesig, das sanierungsbedürftige Gebäude der Georgsgemeinde für eine Mark an den damaligen Bürgermeister Wilhelm Cappell (r.) übergeben zu können. RP-Archivfoto Scheffler

In den folgenden zwei Jahrhunderten hat die Kirche mehrmals ihre Nutzung geändert. Während der napoleonischen Befreiungskriege erteilte der zuständige Unterpräfekt dem Maire (Bürgermeister) Maassen die Genehmigung zur Errichtung eines Lazaretts. Mit dem Übergang der rheinischen Gebiete an Preußen nach dem Wiener Kongress (1815) nahm sich König Friedrich Wilhelm III (1770-1840) beherzt des Anliegens an, die ohnehin abgeflachten Gegensätze zwischen Reformierten und Lutheranern gänzlich zu beseitigen. Nach 13-jährigen zähen Verhandlungen gelang es, die Vereinigung der reformierten und lutherischen Gemeinde im Sinne der Cabinettsordre von 1817 zu vollziehen. Am 24. Oktober 1830 wurde in der kleinen reformierten Kirche die letzte Predigt gehalten; danach zogen die Gläubigen der vereinten Gemeinde in die Georgskirche, wo sie von Pfarrer Alfred Reinhold Natorp empfangen wurden.

85 Jahre lang diente der barocke Bau als Schulgebäude, bis 1915 eine neue evangelische Schule (heutige Gemeinschaftsgrundschule an der Weseler Straße) ihrer Bestimmung übergeben wurde. Während man 1926 bis 1928 die Georgskirche gründlich renovierte, wurde die reformierte Kirche zum Notbehelf für die evangelische Gemeinde.

Nutzung als Schule (640x417)
Zwischen etwa 1835 und 1915 wurde die heutige Kulturstube als Schule genutzt. Repro: Scheffler

Die Zerstörung der Georgskirche durch die Bomben der Alliierten im März 1945 ließ das kirchliche Gemeindeleben noch einmal in der ehemaligen reformierten Kirche erblühen. Sechseinhalb Jahre lang wurde hier Gottesdienst gefeiert, bis 1954 auch Schulunterricht erteilt.

Als einer der schönsten nach dem Krieg noch erhaltenen Barockbauten am Niederrhein wurde die kleine oktogonale Kirche unter Denkmalschutz gestellt. In dem renovierten Bau wurde am 1. Juni 1956 eine Zweigstelle der Kreisbücherei eingerichtet und seit 1975 als Kommunalbücherei ausgebaut.

Im Laufe der Jahrzehnte platze diese Bücherei aus allen Nähten. Büchereileiterin Ruth Arand stapelte 1992 einen Teil der Bücher sogar im Toilettenraum. Im Zuge der Planungen für ein neues Rathaus und für ein soziokulturelles Zentrum im Rathausaltgebäude entstand auch ein Anbau für die neue Bücherei, die am 1. Oktober 1996 bezogen wurde.

Die ehemalige reformierte Kirche war wieder frei geworden. Auf die Frage nach der weiteren Nutzung fand ein Arbeitskreis der Georgsgemeinde eine Antwort: Im Winter 1996/97 nutzte die Künstlergruppe „Nebelgruppe“ das Gebäude als Atelier.

Nachdem die Georgsgemeinde der Gemeinde Schermbeck das Gebäude am 1. August 1998 zum symbolischen Preis von einer Mark „verkauft“ hatte, wurde das Gebäude für 345 000 Mark renoviert. Das sanierte Gebäude wurde am 20. September 2003 feierlich eingeweiht. Seither dient das ehemalige Kirchlein als Kulturstube für vielfältige Veranstaltungen. Im Jahre 2010 wurde das Gebäude allerdings noch einmal als Gotteshaus genutzt, als die Georgskirche renoviert wurde. Im Rahmen des Abschiedsgottesdienstes wurde am 29. August 2010 die drei Monate junge Lina Töns von Pfarrer Dieter Hofmann getauft.

Gegenwärtig gerät das Gebäude angesichts der gebeutelten Gemeindekasse ins Visier der Politiker. „Es muss gespart werden“, heißt die Devise, und am Donnerstag deutete der Kämmerer an, dass man in diesem Zusammenhang auch in irgendeiner Form über die Kulturstube nachdenken müsse.

 

 

 

 

 

 

 

der Young People Big Band am 24. August 2014, 12:00 bis 14:30 Uhr

Im Landhotel Voshövel Schermbeck-Weselerwald

young people

 Es ist wieder so weit. Die Neuauflage des Frühschoppenkonzertes der Young People Big Band steht vor der Tür.
Neben einiger Sonderkonzerte wie das „Weihnachts-Special“, das „Big Band Festival“, die „Night of Music“ findet in diesem Jahr wieder das traditionelle Frühschoppenkonzert der Brüner Big Band statt.
Mit vielen neuen Titeln aus dem Swing und der populären Jazzmusik wollen die „Young People“ ihr Heimspiel im Biergarten des Landhotels Voshövel kurzweilig bestreiten.
Hohe Erwartungen sind berechtigt, werden u.a. neue musikalische Akzente mit Sänger „OAK“ im Bereich des Hip-Hop zu hören sein.
Gute Musik in Verbindung mit ausgezeichneten Solisten, deren Melodien mit schwungvollen Rhythmen kombiniert werden, kennzeichnen den Big Band–Stil der „YP“ über viele Jahre.
In lockerer Atmosphäre, im tollen Ambiente, im heimatlichen Musiktempel der Big Band, Musik vom Feinsten, das sind die Zutaten zu einem Musikfrühschoppen mit Spaß zum Genießen.

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Aus Kinderaugen betrachtet: Dass kleinste „stromMoseom of der Welt“.

...nicht immer auf die wahre Größe kommt es an
Es kommt nicht  immer auf die wahre Größe an…
kleinstes Strommuseum (640x479)
…sondern einzig alleine auf den persönlichen Blickwinkel.

Mit eingereiht in den höchsten Bauwerken dieser Welt haben Leonie Heidenreich und Jasmin Cappell das kleinste Strommuseum in Damm. Dagegen sehen der „Eiffelturm“ oder der „Schiefe Turm von Pisa“ doch relativ winzig aus.

 

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Dorothee Wellfonder und Heidrun Höfling vom Wodo Puppentheater aus Mülheim, begeisterten die Kinder auf liebevolle Weise, mit dem Stück "Die neugierige kleine Hexe"

„Die neugierige kleine Hexe“

Die neugierige kleine Hexe Lisbet fliegt unternehmungslustig durch die Mondnacht. Bei ihrer Landung in einem Haus zerbricht ihr Besen. Wer kann ihn reparieren? Die Musikhexe leider nicht. Die Hexe, die kochen kann auch nicht. Vielleicht die Hexe, die Schlaf zaubern kann? Oder doch eher die Hexe, die basteln kann?

 Dorothee Wellfonder und Heidrun Höfling vom Wodo Puppentheater aus Mülheim, begeisterten die Kinder  auf liebevolle Weise, mit dem Stück "Die neugierige kleine Hexe"
Dorothee Wellfonder und Heidrun Höfling vom Wodo Puppentheater aus Mülheim, begeisterten die Kinder auf liebevolle Weise, mit dem Stück „Die neugierige kleine Hexe“

Im Rahmen der Kulturstiftung Schermbeck begeisterten Dorothee Wellfonder und Heidrun Höfling vom Wodo Puppentheater aus Mülheim, auf liebevolle Weise, mit dem Stück „Die neugierige kleine Hexe“ aus der Bilderbuchreihe der flämischen Autorin Lieve Baeten, die kleinen wie auch großen Zuschauer in der vollbesetzten Turnhalle des Kindergartens Stenkampshof in Schermbeck.

Die offene Spielweise animierte die Zuschauer immer wieder zum Mitsingen und Mitmachen und die Kinder erzählten munter, was sie von der Geschichte aus den Bilderbüchern schon alles wissen.

Der schöne Theaternachmittag endete wie immer gemütlich mit selbstgebackenem Kuchen und Getränken und die Kinder testeten das schöne Außengelände des Kindergartens.

Da die Karten für diese Vorstellung bereits nach wenigen Tagen ausverkauft waren, sollten alle, die das Theaterstück „Kasimir sucht eine Prinzessin „, präsentiert von dem Seifenblasen-Figurentheater am 30.09.2014 um 15 Uhr im Kindergarten Stenkampshof mit ihren Kindern besuchen möchten, rechtzeitig an den Erwerb der Karten im Kindergarten denken.

 

Am Freitag, 24. Januar 2014 um 19.30 Uhr lädt die Kulturstiftung Schermbeck wieder zu einer Lesung „Lippesagen“ mit Dirk Sondermann in die Gemeindebücherei, Weseler Straße 1, 46514 Schermbeck ein.

Mit den „Lippesagen“, denen die „Ruhrsagen“ und die „Emschersagen“ vorausgegangen sind, schließt Dirk Sondermann seine Trilogie der schönsten Sagen der Region ab. In den „Lippesagen“ werden zum ersten Mal die Sagen zwischen der Lippemündung in Wesel und der Quelle in Bad Lippspringe zusammengestellt und exakt verortet – bis hin zu Straße, Hausnummer und GPS-Daten. Dass jeder „seiner“ Sage direkt vor Ort nachspüren kann und die „sagen-haften“ Stätten auf sich wirken lassen kann. Hierzu hat Dirk Sondermann mehrere tausend Kilometer Weges „er-fahren“, um sich tatsächlich (fast) jede sagenhafte Stätte vor Ort aufzuspüren. Wo möglich, werden die geschichtlichen Hintergründe der Überlieferungen kurz skizziert und es wird auf Zusammenhänge mit anderen Sagen des Buches hingewiesen. Ein Ortsregister und genaue Literaturangaben runden das Buch ab. Auf der Lesereise durch die Lippesagen kommt es auch zu „sagen-haften“ Begegnungen mit historischen Gestalten wie dem Römerfürst Germanicus, Herrmann dem Cherusker, den Nibelungen, Dietrich von Bern, Herzog Wittekind, Kaiser Karl dem Großen, König Friedrich dem Großen und vielen anderen Gestalten der Geschichte und Überlieferungen. Hin und wieder wurden auch Legenden und besonders gelungene Schelmengeschichten vom Lügenbaron Münchhausen sowie von der Beckumer „Schildbürgern“ aufgenommen. Es darf also auch geschmunzelt werden.

Vorverkauf: Rathaus Bürgerbüro, Verbands-Sparkasse, Volksbank Schermbeck, Ratzefummel, Buchhandlung HansenEintritt: 6,00 Euro

 

 

 

 

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„Die Spinne“ ist bereits das siebte Buch und der dritte Niederrhein Krimi , welches die Autoren Renate Wirth und Thomas Hesse gemeinsam im Oktober auf den Markt brachten.

Zu einer Lesestunde in die ehemaligen reformierten Kirche lud die Kulturstiftung am Samstagabend ein und die Autoren gaben Einblicke in ihre Krimi Werkstatt.

Bei der Buchvorstellung "die Spinne" unterhielten sich die Autoren Hesse und Wirt mit den Besuchern
Bei der Buchvorstellung „die Spinne“ unterhielten sich die Autoren Hesse und Wirt mit den Besuchern

Die Protagonisten sind in den fortlaufenden Geschichten, nur mit immer neuen Fällen, auch diesmal wieder Hauptkommissarin Karin Kraft und Kommissar Gero von Aha. Die Handlungen spielen alle in Wesel, Xanten, Dinslaken und Umgebung, was bei den Lesern besonders gut ankommt. Der Wiedererkennungswerk der einzelnen Orte und Stätte, wie das Hebewerk bis hin zum Strommuseum im Damm, macht die Geschichte noch spannender. „Das ist toll, ulkig und auch erschreckend, denn zu den Bewohnern dieser Orte gehört man schließlich auch“, verrät Ulrike Schaschke-Herzog aus Dinslaken.

„Spannung , ungewöhnliche Taten und Morde zeichnen diesen Krimi aus“, verriet Buchautorin Renate Wirth. „Es geht nicht friedlich zu am Niederrhein“, setzte lachend Thomas Hesse hinzu.

Da gibt es zum Beispiel den Schnulzensänger aus Dinslaken Gunter Bertram, dessen Frau ermordet wurde. „Komisch, an wen sofort die Zuhörer als erstes denken“, setzte lachend die Buchautorin hin hinzu. Dabei sind jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen frei erfunden.

Der Ausgang und die Lösung des Falles und wie viel Tote es gibt, wurde natürlich an diesem Abend nicht verraten, aber der Fall wird laut Aussage der Autoren „atemberaubend“ gelöst.

 

 

 

 

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Das Programm der Kulturstiftung Schermbeck II/2013 bis I/2014 ist zur Freude der Organisatoren jetzt in trockenen Tüchern. Zwar auch in diesem Jahr nicht unbedingt sehr früh, allerdings etwas zeitiger als sonst. „Das liegt daran, dass wir relativ früh damit anfingen, die Termine mit den Künstlern abzugleichen“, so Brigitte Straus, Vorsitzende der Schermbecker Kultur-Stiftung.

Bunt gemischt und „querbeet“ ist das Programm auch in diesem Jahr wieder für große und kleine Zuschauer Schermbeck. Interessant auch die vielen unterschiedlichen Spielorte, die sich auch diesmal wieder die Organisatoren für die einzelnen Veranstaltungen ausgesucht haben.

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Das Programm der Kulturstiftung Schermbeck 2013/14 ist in trockenen Tüchern und steht fest. Freuen Sie sich auf einen tollen Querschnitt quer durch die bunte Kulturlandschaft für Kinder und Erwachsene.

Mittwoch, 25. September 2013, 15.00 Uhr

Kindergarten Stenkampshof, Zur Obstwiese 1, 46514 Schermbeck

Ritterhelmpflicht für kleine Drachen

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Das Kulturprogramm der Gemeinde Schermbeck für das Jahr 2013/14 steht sehr zur Freude der Organisatoren Brigitte Straus (Vorsitzende) und  Friedhelm Koch (2. Vorsitzender).

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Nur einen Steinwurf vom Museum entfernt, wo Klaus-Peter Wolf im November 2010 im Rahmen der „Kulturhauptstadt Ruhr.2010“ einen Krimi-Abend gestaltete, stellte der bekannte Krimi-Autor in der Kulturstube nahe der Burg seinen neuen Kriminalroman „Ostfriesenmoor“ vor.

Ein Tisch, dahinter ein Autor, der mit ernster Miene aus seinen Werken liest, ab und zu die Ärmel seiner Jacke zurechtrückt und zwischendurch ein Glas Wasser zur Anfeuchtung der Lippen trinkt: So stellt man sich eine typische Autorenlesung vor. Etwas ganz anderes erlebten die etwa 80 Zuhörer in der Kulturstube. Da tanzte im wahrsten Sinne des Wortes ein Autor vor ihren Augen auf der Bühne herum, von dem man annehmen konnte, er wolle mit den besten Comedy-Machern der Region wetteifern. Schelmisch leuchteten die Augen, das Gesicht gab ein Dauerlächeln vorn sich, und die Hosenträger, die offen über einem pinkfarbenen, weit offenen stehendem Hemd getragen wurden, ließen vollends den Gedanken an eine ernste Lesung verdrängen.

Klaus-Peter Wolf stellte in Schermbeck seinen neuen Kriminalroman "Ostfriesenmoor" vor. Foto Scheffler
Klaus-Peter Wolf stellte in Schermbeck seinen neuen Kriminalroman „Ostfriesenmoor“ vor. Foto Scheffler

Als Entertainer in Perfektion erwies sich der gebürtige Gelsenkirchener Hans-Peter Wolf, der bereits Drehbücher für die TV-Produktionen „Polizeiruf 110“ und „Tatort“ geschrieben hat und nun im niedersächsischen Küstenort Norden lebt und inzwischen sieben Krimis mit Regionalbezug geschrieben hat. 507 Seiten umfasst der Roman „Ostfriesenmoor“, der unter der ISBN-Nummer 978-3-596-19042-3 für 9,99 Euro im Buchhandel erhältlich ist. Die Schermbecker Buchhandlung Hansen auf der Mittelstraße hält auch Exemplare der bisherigen Bände bereit.

Statt vorzulesen entführte der quirlige Autor mit spritzigem Humor in Otto-Manier die Zuhörer in jene Zeiten, in denen er als 14-Jähriger seine ersten Geschichten in mehreren Tageszeitungen veröffentlichte. Er erinnerte an jene Lehrer, die ihm wenig zutrauten, und freute sich umso mehr, dass sein ehemaliger Lehrer Franz-Joseph van der Grinten nach Schermbeck gekommen war. „Er hat mich bestärkt“, freute sich Wolf in der Rückschau. Zeit zum Verweilen blieb für den wuseligen Autor nicht. Zu viel gibt es zu erzählen von der Entstehung seiner Kriminalromane bis hin zur Drucklegung und vielfältigen Resonanz seiner Leser. Diesmal war die Resonanz besonders groß. Schon vor der offiziellen Vorstellung mussten die 60 000 Exemplare zweimal um 20 000 Exemplare aufgestockt werden. Dann wurden weitere 30 000 fällig. Wolf erzählte von seinem Rupert-Fan-Club, dessen Mitglieder offensichtlich ihrem Vorbild auch im Auftreten nacheifern wollen. Stundenlang hätte Wolf plaudern können. Die Zuhörer quittierten seine Clownerien dankbar mit heiterem Gelächter.

Zu vorgerückter Stunde gab`s dann doch noch ein paar Lesproben aus dem „Ostfriesenmoor“. Die Textstellen waren so geschickt ausgewählt worden, dass keine Rückschlüsse auf irgendeinen Täter möglich wurden. Inhaltlich wurde klar: Hier verschwinden auf kuriose Weise Kinder. Da wartet jede Menge Arbeit auf die Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen und ihren reichlich einfältigen Kollegen Rupert.

Alle bisherigen Bände beinhalten abgeschossene Fälle, während die Kommissarin und deren Familienverhältnisse ebenso wiederkehrend sind wie alle gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Ostfrieslands.

Für den nächsten Band konnte Wolf bereits Teile seines handgeschriebenen Manuskriptes zeigen. Wie immer hat er auch diesmal wieder einen völlig neuen Füller für die Niederschrift gewählt. „Der Mörder läuft noch frei herum“, scherzte Wolf. Die Story ist allerdings schon fertig. „Alle Inseln wollen einen eigenen Mörder haben“, berichtete Wolf von vielen Leserzuschriften und dem Drängen der Tourismuschefs. H.Sch.