Andrea Nickel wird neue RVR-Revierleiterin für die Bislicher Insel und den Baerler Busch / Vorgänger Wilhelm Matheis nimmt nach 33 Jahren Abschied
Xanten. Nach 33 Jahren verabschiedet der Regionalverband Ruhr (RVR) den Revierleiter Wilhelm Matheis in den Ruhestand. Der Förster mit Leib und Seele war siebzehn Jahre lang für den Forstbezirk Niederrhein zuständig.
Ab 1. Dezember wird die 29-jährige Försterin Andrea Nickel das 2.300 Hektar große Forstrevier übernehmen. Dieses erstreckt sich von Hamminkeln bis Neukirchen-Vluyn und von Marienbaum bis Schermbeck und umfasst unter anderem das Naturschutzgebiet Bislicher Insel in Xanten, den Baerler Busch in Duisburg und die Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn.

Neben ihrem Studium im Bereich Forstwirtschaft hat die gebürtige Hagenerin ein Zertifikat zur Waldpädagogin erworben. Mit ihrem Fachwissen und der Zusatzausbildung wird sie auch umweltpädagogische Angebote für Schülerinnen und Schüler anbieten und ihnen somit die grüne Metropole Ruhr näherbringen. „Eine wichtige Aufgabe ist es, junge Menschen schon früh für die Natur und das ökologische System zu sensibilisieren“, so Andrea Nickel.

Der scheidende Revierleiter Matheis erinnert sich gerne an die vergangen Jahre zurück: „2006 gab es für den Forstbezirk Niederrhein eine bedeutende Veränderung, denn der RVR erwarb den Baerler Busch in Duisburg mit einer Größe von rund 320 Hektar“, berichtet Wilhelm Matheis. Ein weiteres erfolgreiches Projekt war die Ansiedlung von Bibern auf der Bislicher Insel. Inzwischen sind die Nagetiere im Forstbezirk heimisch geworden und vermehren sich stetig. Anfang 2007 richtete der Orkan Kyrill erhebliche Schäden an. Die RVR-Wälder am Niederrhein wie Forst Esselt in Hünxe oder Marienbaum in Xanten waren besonders stark von Kyrill betroffen. Vor allem Nadelbäume mit rund 11.000 Festmeter Holz fielen dem Sturm zum Opfer. „Nachdem wir die Haupt,- Wander und Radwege wieder zugänglich gemacht haben, konnten wir mit der Wiederaufforstung beginnen. Das alles hat aber über ein Jahr gedauert,“ so der RVR-Förster.
Forstbezirk Niederrhein, ein weit verzweigtes Revier
Zum Forstbezirk Niederrhein gehört der Baerler Busch, Das Waldgebiet ist zusammen mit der Halde Rheinpreußen und dem Lohheider See sowie dem Reitwegesee ein über sechshundert Hektar großes Naherholungsgebiet im Duisburger Norden. Typisch sind eher sandige Böden und bodensaure Eichenwälder. Daneben kommen auch Buchen und Kiefern vor. Der Baerler Busch verfügt über ein umfangreiches Netz von Rad-, Reit- und Wanderwegen und ist attraktiv für Spaziergänger, Jogger, Reiter sowie Radfahrer.
Seit 1982 ist ein großer Teil der Bislicher Insel am Niederrhein im Besitz des RVR. Gemeinsam mit dem Kreis Wesel wurde ein Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet und Maßnahmen zur Biotopentwicklung durchgeführt. Mitten im Naturschutzgebiet liegt das NaturForum, ein Kompetenzzentrum für Natur- und Hochwasserschutz. Der RVR hat das Gebäude eines ehemaligen Bauernhofs 1994 erworben und schrittweise zum heutigen NaturForum ausgebaut. Im Oktober 2008 wurde der Umbau abgeschlossen und die neue Dauerausstellung „AuenGeschichten“ eröffnet.
Zum Forstbezirk gehören auch die Berghalden Norddeutschland und Rheinpreussen. Die Halde Norddeutschland ist Trainingsplatz für Trendsportarten und die Halde Rheinpreussen präsentiert sich mit dem Kunstwerk „Geleucht“ von Otto Piene als Landmarke.
Naherholung im Ballungsraum Metropole Ruhr
Seit seiner Gründung hat sich der Regionalverband Ruhr die Sicherung und Entwicklung von Freiflächen im Ruhrgebiet auf die Fahnen geschrieben. Er leistet dies vornehmlich durch den Ankauf geeigneter Areale. Inzwischen befinden sich 17.000 Hektar Freiflächen in seinem Besitz, die vom Eigenbetrieb RVR Ruhr Grün betreut werden. Mit allein 13.500 Hektar Waldflächen ist der Verband der größte kommunale Waldbesitzer in Nordrhein-Westfalen.
Fotos: RVR / Dirk A. Friedrich























