Bei bestem Hochsommerwetter hat die Kilian-Schützengilde Schermbeck am Sonntagvormittag der Opfer von Krieg, Gewalt und Unfreiheit gedacht. Zahlreiche Schützen, Majestäten, Gäste und Schermbecker Bürger versammelten sich am Ehrenmal zur traditionellen Kranzniederlegung. Die Städtische Kapelle Ahaus verlieh der Zeremonie mit ihrer musikalischen Begleitung einen würdigen Rahmen.

Ehrungen und Kranzniederlegung am Ehrenmal
Der Vormittag hatte bereits um 9.30 Uhr mit dem gemeinsamen Kirchgang zum Hochamt begonnen. Anschließend trat die Gilde an der Schermbecker Mitte an und zog geschlossen zum Ehrenmal. Dort bildeten die Ansprache von Präsident Markus Hinricksen, die Ehrungen verdienter Mitglieder und die anschließende Kranzniederlegung den feierlichen Teil des Festsonntags.
Markus Hinricksen erinnerte in seiner Ansprache an die Gefallenen und Vermissten der vergangenen Kriege sowie an ihre Familien und an alle Menschen, die unter Krieg, Gewalt und Unfreiheit leiden mussten. Ihr Schicksal mahne dazu, Frieden niemals als selbstverständlich anzusehen.

Hinter jeder Meldung und jeder Zahl steht ein Mensch
Dabei richtete der Präsident den Blick nicht allein auf die Vergangenheit. Er verwies darauf, dass weltweit weiterhin mehr als 60 bewaffnete Konflikte ausgetragen würden und auch Europa wieder unmittelbar mit Krieg konfrontiert sei. Hinter jeder Meldung und jeder Zahl stehe ein Mensch – ein Vater, eine Mutter, ein Kind oder ein Freund. Diese persönlichen Schicksale dürften nicht aus dem Bewusstsein verschwinden.
Sein Dank galt zugleich den Soldatinnen und Soldaten, die im In- und Ausland Verantwortung übernehmen, um Frieden zu sichern, Freiheit zu schützen und Menschen in Not zu helfen. Frieden, Freiheit und Demokratie seien keine Selbstverständlichkeiten, betonte er. Sie seien von früheren Generationen unter großen Opfern errungen worden und müssten von jeder neuen Generation bewahrt und verteidigt werden.
Mit den Worten der Nationalhymne „Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand“ beschrieb Markus Hinricksen die Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Einigkeit stehe für Zusammenhalt, Recht für Gerechtigkeit und Freiheit immer auch für Verantwortung gegenüber dem Land, den Mitmenschen und der Demokratie.
Geschichte der Schützengilden
Dabei schlug er auch die Brücke zur Geschichte der Schützengilden. Diese seien einst gegründet worden, um Städte und Dörfer zu schützen. Heute stünden sie für Gemeinschaft, Zusammenhalt, Tradition und Verantwortung. Gerade diese Werte machten eine demokratische Gesellschaft stark. Die Niederlegung des Kranzes sei daher nicht nur ein Zeichen des Gedenkens, sondern ebenso ein Bekenntnis zu Menschlichkeit, Frieden und Demokratie.

Langjähriges Engagement und der Nachwuchs im Mittelpunkt
Im Anschluss an die Rede rückten zunächst die Ehrungen verdienter Mitglieder und der Schützennachwuchs in den Mittelpunkt. Mehrere Kilianer, die sich über viele Jahre und Jahrzehnte für die Gilde eingesetzt haben, wurden für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet.
Für 25 Jahre im Offizierskorps wurde Christian Hötting geehrt. Seine Laufbahn begann in den Jahren 2002 und 2003 als Fahnenjunker. Seit 2004 ist er Leutnant der Gilde. Im Jahr 2018 errang er zudem die Königswürde am Mühlenteich.

Besondere Auszeichnung
Eine besondere Auszeichnung erhielten Heinz Verwaayen, Norbert Berg, Johannes Besten, Bodo Horstkamp und Wolfgang Lensing. Nachdem die Gilde eine Ehrenordnung beschlossen hatte, waren die fünf Schützen bei der Hauptversammlung vorgeschlagen und einstimmig zu neuen Ehrenschützen gewählt worden.
Heinz Verwaayen war bereits von 1963 bis 1967 als Fähnrich und anschließend als Majorsadjutant aktiv. Im Jahr 1970 wurde er König, von 1977 bis 1988 gehörte er dem Vorstand an. Norbert Berg war zunächst Fahnenjunker und später Leutnant. 1983 regierte er die Gilde als König, 2023 wurde er bereits als verdienter Schütze ausgezeichnet.
Johannes Besten trug von 1976 bis 1984 die Standarte und übernahm 2002, im Jahr des 400-jährigen Bestehens der Gilde, die Königswürde. Bodo Horstkamp war von 1994 bis 2002 Oberleutnant, wurde 2016 König und arbeitete von 2020 bis 2023 im Vorstand mit.
Wolfgang Lensing prägte über viele Jahre das Offizierskorps. Nach Stationen als Fähnrich und Major stand er von 2005 bis 2016 als Oberst an der Spitze des Bataillons. Auch danach sprang er mehrfach als Reserveoberst ein und gehörte bis 2025 dem Vorstand an.

Vorstellung des neuen Kinderthrons
Für ein besonderes Bild sorgte die Vorstellung des neuen Kinderthrons. Kinderkönig Jan Nikolaus Tombers und Kinderkönigin Annalie Simons präsentierten sich gemeinsam mit ihrem Hofstaat aus Lilli Gall, Robin Specken, Niklas Redeker und Mayra Rexforth. Das junge Königspaar hatte die Regentschaft beim Kinderschützenfest im Juni übernommen und gehört damit fest zum Schützenjahr der Kilianer.
Zum Abschluss folgte die Kranzniederlegung. In einem stillen und würdevollen Moment gedachten die Kilianer gemeinsam mit den anwesenden Gästen der Opfer von Krieg, Gewalt und Unfreiheit.

































